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Die dicken Sohlen sind zurück aus den Neunzigern: Hier ein Beispiel von ART (links 200 Euro, rechts 215 Euro).

Das hat Style

2019 ist so 90er-Jahre

90er-Style: Modisch geht’s 30 Jahre zurück mit überweiten Kapuzenpullovern, beißenden Neonfarben und ein paar Abweichungen zum Original.

In den 90ern wurde modisch rebelliert. Jeans waren zerrissen, die Hosen weit und tief sitzend. Harte Kontraste wie das Schwarz-weiß-Muster oder die Kombination mehrerer knalliger Farben zogen die Blicke der Betrachter an. Das alles schien überwunden – und ist nun doch zurück. Warum? Und wie? 

„Das Comeback der 90er definiert sich über eine radikale Veränderung der Silhouette – von ganz eng zu ganz weit“, erklärt Carl Tillessen vom Deutschen Modeinstitut. Es geht der heutigen Jugend in erster Linie um das Verhältnis zum Körper, das ein anderes ist als das der vorherigen Generationen. „Man hat versucht, sich von der Freizügigkeit und Übersexualisierung der Erwachsenen abzugrenzen.“ Dafür eignen sich viele Kleidungsstücke der 90er Jahre gut. 

Bad Taste ist das Ziel

Denn Pullover, Shirts und Hosen waren fast übergroß. Und manch einer mag sich noch an die sogenannten Mom-Jeans erinnern, deren Bund bis mindestens zum Bauchnabel reichte. Das Ziel ist zudem ganz bewusst der schlechte Geschmack, „bad taste“ also. 

„Manche Schuhe sehen aus wie Traktorreifen“, sagt Antje Drinkuth, Studiendekanin der AMD Akademie Mode & Design in Berlin. Doch das vermeintliche Stil-Comeback ist keine reine Kopie der 90er-Mode, man verändert den Stil durchaus. „Bei Frauen wird heute der Hoodie etwa zum Plisseerock kombiniert“, erklärt Charlotte Schnitzspahn vom Fachmagazin „Textilwirtschaft“. „Männer können Hoodie und Chunky Sneaker zur Anzugshose tragen.“ 

Erweiterte Farbpalette 

Auch die Farbpalette hat sich erweitert. „Zu den knalligen Farben von damals kommen heute Pastell- und Sandtöne.“ Der Rückgriff auf die Elemente der 90er-Mode hat aus Sicht der Experten mehrere Gründe. Einer ist das bereits erwähnte Abgrenzen von der Freizügigkeit der früheren Generationen. 

Aber die Stücke aus der Vergangenheit werden auch mit einer sorgenfreien Zeit, der eigenen Jugend, assoziiert, sagt Tristan Horx vom Zukunftsinstitut. Getragen aber wird die Mode vor allem von den Jüngeren – „für die der Look etwas Neues ist“, betont Schnitzspahn. Für diese ist wichtig, dass der Look auch etwas sehr Plakatives hat und gut auf den Bildern für die sozialen Netzwerke funktioniert. (Benjamin Freund)

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