Ein paar Klicks hier, ein paar Daten dort – und schon fällt das Geld vom Himmel? So einfach, wie es sich anhört, lässt sich auch mit Crowdworking kein Geld verdienen.
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Ein paar Klicks hier, ein paar Daten dort – und schon fällt das Geld vom Himmel? So einfach, wie es sich anhört, lässt sich auch mit Crowdworking kein Geld verdienen.

Arbeiten als Click- oder Crowdworker

Bringen Jobs im Netz wirklich das große Geld?

Was Influencer tun, wisst Ihr sicher. Aber kennt Ihr auch andere digitale Nebenjobs wie Click- oder Crowdworker? Wir sagen, was das ist und ob es sich rentiert.

Ob als Crowdworker oder Influencer: Im Internet Geld zu verdienen, klingt oft erst mal einfach. Lukrativ ist das allerdings nicht immer. 

Um ein paar Euro zu verdienen, reicht es manchmal, einfach sein Smartphone zu nutzen: „Geh damit in den Supermarkt, fotografiere die Regale mit den Waschmitteln und schicke uns die Fotos per Mail.“ So in etwa könnte eine Auftragsarbeit für sogenannte Click- oder Crowdworker lauten. 

Über spezielle Plattformen im Internet können sie kleine Aufgaben übernehmen, die sich zu Hause am Rechner erledigen lassen – und bekommen dafür Geld. Diese Art der Arbeit ist laut einer durch die Bundesregierung geförderten Studie in Deutschland verbreiteter als bisher angenommen. Dem 2018 veröffentlichten Crowdworking-Monitor zufolge sind rund fünf Prozent der über 18-Jährigen auf Gig-, Click- oder Crowdworking-Plattformen aktiv. Rund 70 Prozent von ihnen verdienen auf diese Weise Geld, zumeist ist es ein Nebenverdienst.

Rund ein Drittel der Crowdworker ist mehr als 30 Wochenstunden plattformvermittelt tätig, knapp jeder Vierte arbeitet mehr als 40 Stunden. 

Unternehmen bieten Aufträge über Plattformen an

Doch wie funktioniert Crowdworking eigentlich? Die Vorgehensweise beim Crowdworking ist so: Unternehmen bieten Aufträge über Plattformen an. Der Vorteil für Firmen: Sie erhalten die Dienstleistungen oft günstiger und flexibler, als wenn sie den Auftrag anderweitig vergeben würden. Auf der jeweiligen Plattform registrierte Crowdworker schauen sich das Angebot an und bewerben sich bei Interesse. Wer den Job bekommt, entscheidet der Auftraggeber.

Die Bandbreite der möglichen Jobs ist enorm. Manche der Plattformen vermitteln oder organisieren vor Ort zu erbringende Dienstleistungen wie etwa Haushüter-Dienste oder Kurierfahrten. Oder eben Aufträge, die mit Smartphone oder PC zu erledigen sind. Zum Beispiel: Preise für Produkte in einem Geschäft ablesen und in eine Datenbank eingeben. 

Die Regel ist eine lukrative Bezahlung für übers Internet erhaltene Aufträge mitnichten. „Beim Crowd- und Gigworking werden viele Jobs eher schlecht vergütet“, erklärt Prof. Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg.

Was für die Jobs sprechen kann: „Der Auftragnehmer arbeitet selbstbestimmt, das heißt, er entscheidet, welche Aufgaben er übernimmt und welche nicht“, so Weber. Zudem kann der Crowdworker häufig über Arbeitszeit und Arbeitsort frei verfügen und geht keine dauerhaften Verpflichtungen ein. 

Kein Tarifvertrag, keine soziale Absicherung

Nachteile für Clickworker sind neben der häufig eher schlechten Bezahlung: Es gibt keinen Tarifvertrag, keinen Mindestlohn und keine soziale Absicherung. „Hinzu kommt die Anonymität“, erklärt Alexander Kiock, Vizepräsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW). Man weiß in aller Regel nicht so richtig, mit wem man es bei der Plattform zu tun hat. „Auch einen persönlichen Austausch mit Kollegen vermissen viele“, so Andreas Lutz vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD). 

Was wichtig ist: In der Regel gelten Crowdworker als Selbstständige, entweder neben- oder hauptberuflich. Auch wenn die Arbeitsbedingungen in der Praxis teils mit selbstständiger Tätigkeit wenig zu tun hat. Wo die Grenzen zu ziehen sind, darüber müssen Gerichte in Zukunft noch Entscheidungen treffen. Selbstständige Crowdworker sind aber in jedem Fall verpflichtet, sich steuerlich anzumelden. „Wenn man als Crowdworker Geld verdient und dies dem Finanzamt nicht anzeigt, kann das Steuerhinterziehung sein“, erklärt Weber. Gegebenenfalls müssen sie auch ihren Arbeitgeber um Erlaubnis fragen und ein Gewerbe anmelden. (Sabine Meuter)

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