Ein junges Mädchen zeigt das Display eines Smartphones mit einem Button "Blockieren" beim Messenger "WhatsApp".
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Wenn die fiesen Nachrichten nicht aufhören, sollte man den Nutzer einfach blockieren, um seine Ruhe zu haben.

Hass im Netz

Cybermobbing: Tipps für Betroffene

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Die Nachrichten- und Kommentarfunktion werden viel zu oft zu Plattformen für Menschen, die sich beleidigend und erniedrigend äußern. Nicht selten passiert das sogar anonym. Wichtig ist dann, richtig zu reagieren.

In Zeiten von Social Distancing findet das Privatleben immer mehr auch im Internet statt. Vor allem Jugendliche treffen sich statt draußen, beim Sport oder im Jugendzentrum nun auf TikTok, in WhatsApp-Gruppen oder auf Instagram. Das birgt aber auch das Potenzial, dass die Fälle von Cybermobbing zunehmen.

Die Techniker Krankenkasse hat gemeinsam mit dem Bündnis gegen Cybermobbing eine Studie mit dem Titel „Cyberlife III – Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern“ durchgeführt. Im letzten Jahr gaben dabei rund 17,3 Prozent der Befragten an, dass sie schon mal Opfer von Cybermobbing geworden sind. Das sind deutlich mehr, als noch bei der Vorgängerstudie von vor drei Jahren. Am häufigsten äußerte sich das Cybermobbing in Beleidigungen und Beschimpfungen im Internet. Manchmal würden aber auch Lügen und Gerüchte über eine Person verbreitet, unangenehme Fotos geteilt oder auch Fakeprofile erstellt, die im Namen der Opfer fragwürdige Nachrichten verschicken.

Private Profile reduzieren die Angriffsfläche

Um die Situation zu entschärfen, gibt es folgende Möglichkeiten:

Schützt Eure persönlichen Daten: Die meisten sozialen Plattformen bieten unterschiedliche Privatsphäre-Einstellungen. Oft gibt es die Option, Fremden gänzlich die Möglichkeit zu nehmen auf Euer Profil zuzugreifen, geschweige denn Kontakt zu Euch aufzunehmen. Solltet Ihr trotzdem lieber ein öffentliches Profil haben wollen, bietet so wenig wie möglich Angriffsfläche. Alles, was Ihr teilt, kann gegen Euch verwendet werden.

Besondere Vorsicht bei Bildern: Gerade bei Fotos solltet Ihr ganz besonders vorsichtig sein, was Ihr ins Internet stellt. Vermeidet es möglichst, freizügige oder peinliche Fotos zu posten. Schließlich kann diese dann jeder runterladen und Unsinn damit treiben.

Mit Hatern diskutieren bringt meistens nichts

Nicht drauf anspringen: Wie im echten Leben macht’s den Mobbern am meisten Spaß zu ärgern, wenn das Opfer irgendwann reagiert und sich vielleicht aufregt. So schwierig es auch ist, am besten reagiert Ihr deshalb gar nicht auf solche Nachrichten. Dann schwindet häufig das Interesse und die Ärgerei hört irgendwann von alleine auf. Sollte es Euch doch in den Fingern jucken, versucht, sachlich zu bleiben und Euch nicht auf das Niveau der Mobber herunterzulassen, führt keine langen Dialoge – das ist nur das, was sie wollen. Aufmerksamkeit und Bestätigung.

Hassposts melden und Angreifer blockieren: Wenn die fiesen Nachrichten nicht aufhören, gibt es auf den meisten Plattformen die Möglichkeit, unpassende Inhalte zu melden. Indem Ihr das tut, beantragt Ihr gleichzeitig auch die Löschung dieser. Das kann aber eine Weile dauern. Am besten solltet Ihr in diesem Zug den Angreifer auch blockieren, damit Ihr gar keine Angriffsfläche mehr bietet.

Nachrichten aufbewahren: Das klingt vielleicht erst mal komisch, aber sollte das Mobbing nicht aufhören, solltet Ihr Euch jemandem anvertrauen und mit den gespeicherten Nachrichten könnt Ihr alles nachweisen. Euer Gegenüber kann die Situation dann viel besser nachvollziehen. Das gilt auch für den Fall, dass das Cybermobbing so heftig wird, dass Ihr Anzeige erstatten wollt. Mobbing und Cybermobbing sind nämlich strafbar. Natürlich ist das ein drastischer Schritt und Ihr solltet Euch sicher sein, ob Ihr diesen Weg gehen wollt. Wichtig ist aber, dass Ihr da niemals alleine durch müsst!

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