Eine weibliche Knetfigur mit hochgesteckem Haar, Brille und Bluse hält ein Telefon in der Hand.
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Gerade im Job kommt man meistens nicht ums Telefonieren herum.

Ängste im Alltag

Die Angst vorm Telefonieren

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Annika telefoniert nur ungern mit ihren Mitmenschen. Mit ein paar kleinen Tricks schafft sie es aber, weniger nervös zu sein.

Allein der Gedanke daran, zum Hörer zu greifen und jemanden anrufen zu müssen, ruft bei manchen Menschen – wie auch bei mir – schwere Beklemmungen hervor. Wann immer es möglich ist, greife ich auf E-Mails oder Textnachrichten zurück und meide das Telefon, so gut es geht. Doch manchmal kommt man an einem Telefonat nicht vorbei. Was kann man also gegen die Angst vor dem Telefonieren tun?

Ich habe schon oft den Satz „Ruf doch einfach eben da an, dann hast du die Sache direkt geklärt“ von meinen Eltern, meinen Freunden oder meinem Partner zu hören bekommen. Ich hasse es aber, zu telefonieren. Ich habe regelrecht Angst davor. Warum, kann ich gar nicht genau sagen.

Ich suche mir meine Ärzte danach aus, wo man per Mail oder online einen Termin vereinbaren kann. Die Pizza kommt über Lieferando und wird per PayPal bezahlt und auch bei Bewerbungen nutze ich nie die Chance, vorher mal anzurufen und einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen, bevor ich meine Unterlagen zu der Stelle schicke.

Textnachrichten bieten Bedenkzeit

Wenn ein Anruf dann doch mal unausweichlich ist, schiebe ich ihn trotzdem noch Tage vor mir her, schreibe mir dann ganz genau auf, was ich sagen möchte, schließe mich ein, damit mich niemand stört und rufe mit klopfendem Herzen an. Ich weiß, ich bin nicht alleine mit dieser Angst, denn es gibt dazu zahlreiche Ratgeber im Internet.

Es ist ja auch unbestreitbar, dass die schriftliche Kommunikation vieles einfacher macht. Man kann zum Beispiel ganz in Ruhe die Antwort des Gegenübers lesen, sich Gedanken machen und zu einem passenden Moment darauf antworten. Das ist anders, wenn man die Menschen an der Strippe hat und direkt reagieren muss. Da ist dann nichts mehr mit ausgefeilter Formulierung, sondern nur spontane Wortkotze, die man im Nachhinein immer wieder durchgeht und sich dafür schämt, was für ein sprachlich unbegabtes Wesen man doch ist.

Vorbereitet ins Telefonat gehen

Leider gibt es Situationen im Leben – vor allem im beruflichen – da gehört die Kommunikation per Telefon einfach dazu. In solchen Momenten gibt es ein paar Kniffe, die man beachten kann, um sich das Telefonieren leichter zu machen. Für mich ist das A und O vor jedem Gespräch zum Beispiel eine gute Vorbereitung. Was will ich wissen, was muss ich fragen, was muss geklärt werden? Das schreibe ich mir stichpunktartig auf und halte den Zettel fest in der Hand beim Telefonieren. Sollte ich mich verhaspeln oder den Faden verlieren, kann ich darauf zurückkommen.

Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Mir hilft es auch, mir den „Worst Case“ vorher zu überlegen. Die Angst vor dem Telefonieren ist nämlich eher undefiniert und wenn man sich wirklich mal die Frage stellt, was im allerschlimmsten Fall passieren kann, merkt man, dass das alles gar nicht mehr so wild ist. Wenn wirklich alle Stricke reißen und das Telefonat unterirdisch schlimm läuft, kann man immer noch einfach auflegen – allein diese Option gibt einem schon viel Freiheit.

Und zu guter Letzt hilft es leider, es einfach zu machen. Man muss sich immer wieder zwingen, sich dieser Angst zu stellen und die E-Mail einfach mal E-Mail sein lassen und zum Hörer greifen. Je öfter man das macht, desto mehr Routine bekommt man und desto sicherer fühlt man sich.

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