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Einfach das Smartphone ans Bezahlterminal halten – und schon bezahlt. Immer mehr Anbieter bringen in Deutschland Mobile Pay-Möglichkeiten auf den Markt.

Fabian erklärt mobiles Bezahlen

Handy vorhalten, Einkauf erledigt

Über das kontaktlose Bezahlen hatte ich in meiner Reihe „Technik täglich“ das Thema Banking bereits gesprochen. Doch mittlerweile gibt es auch in Deutschland eine noch weitaus moderne Art zu bezahlen: ganz einfach mit dem Handy oder der Smartwatch. Wie das funktioniert? Das erkläre ich jetzt.

Grundsätzlich funktioniert das Bezahlen mit dem Handy ganz ähnlich dem kontaktlosen Bezahlen mit der Karte: Einfach das Handy anstelle der Karte vor das Terminal halten und fertig. Die einzige Voraussetzung vonseiten des Nutzers ist ein NFC-Chip im Smartphone, der die Daten überträgt. Dieser ist aber eigentlich seit Jahren Standard und in nahezu allen Geräten zu finden.

Doch leider müssen die Banken diese Bezahlmethode gesondert unterstützen. Während das kontaktlose Zahlen mittlerweile eigentlich bei allen Banken und deren Karten Einzug gehalten hat, befindet sich die Unterstützung der Banken für das mobile Bezahlen noch in der Anfangsphase, wird aber stetig ausgebaut.

Dabei gibt es auch unterschiedliche Ansätze zum mobilen Bezahlen. Bei Handys mit dem Android-Betriebssystem gibt es neben der Lösung von Google, GPay, auch Eigenlösungen von den Banken, die ihre eigenen Apps erstellen. Bei iPhones hingegen ist das nicht der Fall. Hier ist Apple Pay die einzige Wahl, da Apple den notwendigen Zugang zum NFC-Chip im Smartphone für Drittanbieter beschränkt hat und die Banken somit keine eigenen Apps entwickeln können.

GPay, Apple Pay und die Lösungen der Banken

Die Eigenlösungen der Banken haben dabei natürlich den Vorteil, dass man sich sicher sein kann, dass die Zahlungsdaten wirklich nur bei der Bank verbleiben und nicht von Google oder Apple ausgewertet werden. Zudem bieten diese auch Unterstützung für die hierzulande verwendeten Girokarten, während GPay und Apple Pay (zumindest derzeit) nur mit Kreditkarten funktionieren.

Google hat sich aber auch mit dem US-Zahlungsdienstleister PayPal zusammengetan, womit durch Verwendung eines PayPal-Kontos jedes Girokonto für die mobilen Zahlungen genutzt werden kann. Dafür bieten GPay und Apple Pay andere Vorteile: Einerseits ist die Sicherheit höher, da hier nicht Eure eigentlichen Kartendaten über NFC verschickt werden, sondern eine virtuelle „Zwischenkarte“ erstellt wird.

Andererseits bieten beide Systeme die Unterstützung von CDCVM. Diese Abkürzung steht für „Consumer Device Cardholder Verification Method“ – auf gut Deutsch: Eine Methode, um den Karteninhaber mithilfe des Endkundengeräts zu authentifizieren. In der Praxis bedeutet dies, dass durch das Entsperren des Smartphones, ob mit Fingerabdruck, Pin oder Gesichtserkennung, die Zahlung bereits authentifiziert ist. Somit muss selbst bei Transaktionen über dem normalen NFC-Limit von 25 bis 50 Euro kein Pin eingegeben oder der Beleg unterschrieben werden, was die Zahlungsgeschwindigkeit weiter erhöht.

Beide Anbieter geben zudem in ihren AGB an, die Zahlungsdaten nicht zu verarbeiten und zum Beispiel für Werbung zu nutzen. Ob man diese Aussagen als vertrauenswürdig ansieht, kann jeder selbst entscheiden. Technisch bedingt erhalten die beiden Anbieter – im Gegensatz zu Programmen wie der Payback-Card – aber keine Information darüber, welche Artikel Ihr kauft. Lediglich der Preis, das Datum und die Zeit sowie die Kennung des Händlers könnten bei Google oder Apple landen.

Noch steht das mobile Zahlen in Deutschland am Anfang – doch mit einer steigenden Unterstützung der Banken könnten die altgedienten Plastikkarten schon in einigen Jahren verschwinden.

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