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Karos Highlight: Die Via Ponale mit dem E-Bike befahren.

Reisetipps für den Gardasee

What to do am Gardasee

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Autorin Karo hat es im letzten Sommer an den Gardasee nach Italien verschlagen: Hin zu Extremsport, echter Pizza und malerischen Panoramen.

  • Redakteurin Karo war im letzten Sommer im Norden des Gardasees in der Natur unterwegs
  • Die Extremsport-Möglichkeiten am italienischen Gardasee hatten es ihr angetan
  • Ein weiteres Highlight am Gardasee: Die wundervolle Natur 

Während die meisten meiner Generationsgenossen während ihrer Urlaubstage in die Partyhochburgen unserer Erde pilgern oder wahlweise nahöstliche Luxusressorts mit ihrem Kapital beglücken, bin ich urlaubstechnisch etwas anders gepolt. Ich steh auf Geschichte, Natur, Kultur und Bewegung. Von den Generationsgenossen, die meine Leidenschaft teilen, lasse ich mich wiederum gerne inspirieren. 

So kam auch mein letzter Sommertrip zustande: Es ging zum Gardasee. Das Mekka für Wasser-, Bike- und Klettersportler ist ungeschlagen der Norden des Sees. Da das der wichtigste Faktor der Reise war, wurde unser Ziel Riva del Garda. Für die Anreise empfehle ich jedem wärmstens den Nachtzug über München nach Rovereto. Man fährt zwar ein Weilchen, aber im besten Fall schläft man. Hier nun sechs Gründe, warum ihr den Gardasee unbedingt auf eure Reise-Bucketlist setzen müsst:

Kapelle Santa Barbara in Riva del Garda 

Die Stadt Riva del Garda befindet sich am Nordzipfel des Sees und wird zur Westseite von einem steilen Bergmassiv eingerahmt. Wenn man am Wasser sitzt und verliebt das Panorama anstarrt, fällt einem ein kleiner weißer Fleck ziemlich weit oben im Berg auf: die Kapelle der heiligen Barbara. Wie wir im Ruhrgebiet wissen, ist Barbara die Schutzpatronin der Bergleute. Und zwar jener, die Anfang des 19. Jahrhunderts ein Wasser- und Stromwerk in den Berg bauten, um die Menschen im isolierten Bergtal mit Strom und Wasser zu versorgen. Nach getaner Arbeit bauten sie der Guten noch schnell eine Kirche – in etwa 700 Höhenmetern. 

Man kraxelt serpentinenartige Windungen hinauf, klettert über Felsbrocken und schleicht am Abhang entlang. Allerdings hat sich jeder einzelne Schweißtropfen absolut und vollkommen gelohnt. Ihr seht die Bastion, Wasserfälle, die Rohre und Mündungen des alten Wasserwerks, viel zu viele Rentner, die wesentlich agiler diesen Berg hoch joggten als ich und die gesamte Nordkuppel des Sees inklusive der italienischen Dächerlandschaft. Mein Tipp: Sportklamotten sowieso, festes Schuhwerk, genug Wasser und ein paar Nüsschen für Energie zwischendurch.

Die Via Ponale 

Das war mit Abstand das absolute Highlight meiner Reise. Wirklich. Die Ponalestraße ist eine Verbindungsstraße zwischen dem Gardatal und dem Ledrotal, das isoliert inmitten des Bergmassivs liegt. Ihr könnt euch vorstellen, dass eine Straße, die einen Berg erst hoch und dann wieder runter führt, recht spektakulär aussehen muss. Was letztendlich meinen Molotowcocktail der Glückshormone zum Entflammen brachte, war die Tatsache, dass ich den Weg mit einem E-Bike bestreiten durfte. Böse Zungen behaupten nun, das erfordere ja keine Muskelkraft. Doch. Doch, tut es. 

In diesen Gefilden ist der Anstieg mit Akkuunterstützung eine immer noch hochgradig sportliche Herausforderung, versprochen. Wenn man in dieser Art Gelände unterwegs ist, ist es absolut notwendig, dass man umsichtig fährt und aufeinander acht gibt. Viele Leute tun das leider nicht. Also aufpassen und immer (!!) Helm tragen.

Speisen am Gardasee

Allem voran: Ich kann sehr viele Dinge nicht essen – den ganzen synthetischen Quatsch. Auch, wenn ich es nicht so ganz auf dem Schirm hatte, aber Italien ist für Leute wie mich der Himmel auf Erden.

Pizza-Essen nah an den Freudentränen 

In den ursprünglichen See- und Bergdörfern wird zumeist von Natur aus bio gekocht. Es werden frische Zutaten genutzt, auf Zucker wird traditionell verzichtet und auch Pizza gibt es in der klassisch-italienischen „Bianco“-Variante – also weiß, ohne Tomatensoße. Das ist dort völlig normal und ich habe fast unter Freudentränen nach Jahren endlich wieder eine vernünftige Pizza essen können. Auch Kaffee können die Italiener wirklich gut. Ansonsten zu empfehlen sind Fisch und Meeresfrüchte jeglicher Art, die zum Großteil fangfrisch aus dem See kommen. 

Da Kaffee dort offensichtlich zur Grundversorgung gehört, kostet ein Espresso auch nirgends mehr als einen Euro, ein „Café Americano“ (Espresso mit heißem Wasser aufgegossen, ein normaler Kaffee also) nirgends mehr als 1,50 Euro. Doch wo die kleinen Straßen mitsamt ihrer Kulinarik die Synapsen betäuben, lauern auch schwarze Schafe. Es gibt ein, zwei Restaurants, die „echte“ Pizza anbieten, einem dann aber ein Hefekissen aufs Tablett hauen. Ein Tipp: Wer schon Coupons verteilen muss, um Kundschaft anzulocken, der kompensiert offenbar fehlende Qualität. Ansonsten gibt es in Italien „Coperto“. Ihr müsst kein Trinkgeld extra zahlen, das Coperto ist ein festgelegter Betrag – etwa 1 bis 2 Euro pro Person – der von vornerein auf das Essen aufgeschlagen wird. Ist aber überall ausgewiesen.

Canyoning im Rio Nero 

Dieses Erlebnis habe ich auch noch nicht so ganz verarbeitet. Allerdings liegt das an dieser Stelle an den Nahtoderfahrungen, von denen es mir bei dieser Aktivität eine Nuance zu viel gab. Nun, Canyoning ist nicht der größte Trendsport, weshalb ich mir erst nicht viel darunter vorstellen konnte. „Eine Mischung aus Achterbahn und Wasserrutschenpark“ sagte ein Freund von mir. Ich vertraute ihm. 

Das mit der Achterbahn äußert sich hauptsächlich in Form von Free-Fall-Sprüngen aus mehreren Metern in ein nadelöhrgroß erscheinendes Wasserloch. Macht schon Spaß irgendwie. Ich bin mir aber sehr sicher, dass der menschliche Körper nicht dafür gemacht ist, ungesichert von sehr weit oben in sehr kalte Gewässer zu springen. Der Wasserrutschen-Teil war ganz nett. Ich kam an den Gardasee, um extremeren Sport zu treiben, als es mir zuhause möglich ist. Das habe ich auch erfolgreich absolviert, ich bleibe allerdings für die Zukunft beim Mountainbiken. (Karo Jankowski)

In unserem letzten "What to do"-Text hat Charlotte Tipps für einen Trip nach Wien gegeben

Davor gab es einen kleinen Erfahrungsbericht von Anna. Sie war mit ihrer Familie in der Provence unterwegs.

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