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Jemand füllt in der gestellten Szene K.o.-Tropfen in eine Bierflasche. Viele junge Frauen haben Angst, unter Einsatz von K.o.-Tropfen vergewaltigt zu werden.

Kriminalität

Gefahr im Glas

Vorsicht vor K.o.-Tropfen! Sie werden gezielt in Getränke gemischt und sollen das Opfer willenlos machen. So schützt Ihr Euch vor den betäubenden Substanzen.

"Du hast plötzlich geschwitzt. Dir war übel. Du hast gezittert und warst nicht mehr ansprechbar." So beschreiben meist Freunde hinterher einen Zustand, an dem man sich selbst nicht erinnern kann. Man weiß nur noch, dass man vielleicht mit Kumpels in einer Bar war und einen Drink bestellt hat. Der Rest: ein einziger Filmriss.

Woran merkt man, ob eine Person ganz einfach nur betrunken ist oder ob ihr jemand etwas ins Glas gemischt hat? Dass es für einen Laien nahezu unmöglich ist, einen Alkoholrausch von einem Rausch durch K.o.-Tropfen zu unterscheiden, weiß Arwen Jäkel, die beim Projekt „mindzone“ des Landescaritasverbandes Bayern arbeitet. Die Sozialpädagogin ist abends in Kneipen und Clubs unterwegs, um junge Erwachsene für einen verantwortungsvollen Umgang mit Suchtmitteln zu sensibilisieren. 

Der Rausch tritt ganz plötzlich auf 

Es gibt Alarmsignale, sagt sie: „Auffällig ist, dass der Rausch bei K.o.-Tropfen schneller und stärker eintritt.“ Wenn eine Person also plötzlich deutlich betrunkener wirkt, ohne dass sie viel mehr getrunken hat, könne das ein Anzeichen sein. „Von K.o.-Tropfen benötigt man lediglich ein paar Tropfen und diese wirken bereits innerhalb weniger Minuten“, erklärt Jäkel. Wie sie wirken, hänge von der Dosis, der Person selbst und auch dem Umfeld ab: So könnten die Tropfen enthemmend oder euphorisch wirken, aber bei höherer Dosierung auch die motorischen Fähigkeiten einschränken oder Halluzinationen hervorrufen. So oder so: Wichtig sei, die betreffende Person nun auf keinen Fall allein zu lassen. 

Noch wichtiger ist es aber, sich selbst und auch Personen aus seinem Umfeld dazu zu animieren, auf das eigene Getränk aufzupassen, damit es erst gar nicht zu einer solchen Situation kommt. Denn die Gefahr ist – wie anfangs beschrieben – da. 

In den Club mit Armband

Der Tipp „Pass gut auf dein Getränk auf“ war der 25-jährigen Kim Eisenmann aus Waldbronn in Baden-Württemberg nach einem Vorfall mit K.o.-Tropfen in ihrem Bekanntenkreis jedoch nicht mehr genug. Das Armband, das sie deswegen gemeinsam mit ihrem Team entwickelte, gibt es heute sogar in Drogerie-Märkten zu kaufen. Man tupft etwas von seinem Getränk auf das Armband und bekommt dann angezeigt, ob es „sauber“ ist oder die betäubende Substanz GHB enthält, eine der geläufigsten bei K.o.-Tropfen. Auch wenn es Kritiker gibt, die sagen, dass nicht nur diese Substanz für Verbrechen genutzt werde, sondern auch viele andere, wirken die Armbänder präventiv, indem sie potenzielle Täter abschrecken können, erklärt Arwen Jäkel dazu. 

Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, rät sie, beim Ausgehen beieinander zu bleiben und ein Auge aufeinander zu haben. „Und es gilt die allgemeine Empfehlung, sein Getränk nicht unbeaufsichtigt zu lassen.“ (Suria Reiche)

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