+
Kathi ist begeistert von den vielen Sehenswürdigkeiten in der Eifel, wie dem wachsenden Wasserfall – und der traumhaften Natur.

Kurztrip in die Vulkaneifel

So nah – und doch eine ganz andere Welt

  • vonKathi Lenger
    schließen

Einfach abschalten und eine neue Gegend kennenlernen – das war Kathis Intention. Und die Vulkaneifel erwies sich hier als Volltreffer.

Die Eifel befindet sich im hohen Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Ein Fortsatz liegt in Belgien und Luxemburg. Für unseren spontanen Trip entschieden wir uns für den kleinen Ort Hillesheim, ein süßes Städtchen mit einer historischen Stadtmauer. Knapp zwei Stunden Autofahrt lagen hinter uns, als wir in der schönen Vulkaneifel angekamen. 

Der erste Eindruck: landschaftlich schön, einfach herrlich. Da waren wir also nun. Vor unserem Trip haben wir natürlich noch recherchiert, welche Orte wir uns in diesen drei Tagen einmal genauer anschauen wollen. Wer schon einmal dort war, der weiß, dass die Eifel mit einer Fläche von über 5300 km² nicht gerade klein ist. Es war uns also bewusst, dass wir in diesen Tagen nur einen Bruchteil der schönen Landschaften und Sehenswürdigkeiten anschauen konnten. 

Unser erster Punkt war der wachsende Wasserfall Dreimühlen, der durch seine Einmaligkeit im Jahre 1938 zum Naturdenkmal erklärt wurde. Dieser Wasserfall ist aus Kalkablagerungen dreier karbonathaltiger Quellzuflüsse des Ahbachs entstanden. Beim Bau der Eisenbahnlinie im Jahre 1912 zwischen Dümpelfeld/Ahr und Jünkerath wurden die drei Quellflüsse zusammengefasst und umgeleitet. An der Stelle, an der der künstliche Bach die Stufe passiert, wächst seither ein Vorsprung, über den das Wasser ins Tal fällt und wenige Meter weiter in den Ahbach fließt.

Eindrucksvoller Nationalpark mit spannender Geschichte

Seit dem Bau der Bahnlinie, die mittlerweile stillgelegt wurde, wuchs der Wasserfall so über zwölf Meter – und er wächst immer weiter. Genau aus diesem Grund wird er auch als „wachsender“ Wasserfall bezeichnet. Ein kurzer und ein langer Wanderweg führen zum Wasserfall. Ein faszinierendes Naturwunder, toll anzuschauen.

Weiter ging es in den Nationalpark Eifel, zur ehemaligen Ordensburg Vogelsang. Ein historischer Platz, der für Gänsehaut sorgt. Denn dieser Ort ist ein Beispiel für den nationalistischen Größenwahn. Im Jahre 1933 forderte Adolf Hitler den Bau neuer Schulen für die Nazi-Elite. Hier sollten zukünftige Führer des Deutschen Reiches herangezogen werden, konzipiert für ca. 500 Schüler. Geplant waren ein Haus des Wissens, ein Hotel mit 200 Betten sowie eine Wohnsiedlung für die Bediensteten. Der erste Bauabschnitt dauerte zwei Jahre. Im Jahre 1936 wurden insgesamt drei Ordensburgen (Vogelsang, Sonthofen und Crössinsee) an Hitler übergeben. Doch mit Beginn des Zweiten Weltkrieges stoppte der Ausbau, und die Briten beschlagnahmten die Ordensburg. Sie nutzen sie als Kaserne und Truppenübungsplatz.

 Ab 1950 übernahmen dann die Belgier das Grundstück und errichteten weitere Gebäude. Zeitgeschichte trifft auf großartige Landschaft. Heute ist Vogelsang ein Ausstellungs-, Kultur- und Bildungszentrum, ein außerschulischer Lernort und ein außergewöhnlicher Tagungs- und Veranstaltungsort mit dem original erhaltenen Kinosaal aus den 1950er-Jahren. Hier gibt es nicht nur Zeitgeschichte zu entdecken, man hat auch einen tollen Blick auf die großartige Landschaft. Wirklich empfehlenswert! (Kathi Lenger)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Bemerkenswert, wozu der Kanal-Schlamm aus Waltrop jetzt genutzt wird
Bemerkenswert, wozu der Kanal-Schlamm aus Waltrop jetzt genutzt wird
"Ein ruhender Diamant"   Hochkarätiger Verstärkung  für den 1. FFC Recklinghausen 2003
"Ein ruhender Diamant"   Hochkarätiger Verstärkung  für den 1. FFC Recklinghausen 2003
Siedler in Marl sauer über Ekel-Gestank - was Müllsortierer Alba dazu sagt
Siedler in Marl sauer über Ekel-Gestank - was Müllsortierer Alba dazu sagt
Video
Recklinghausen: Einzelhändlerin kämpft gegen den Leerstand | cityInfo.TV
Recklinghausen: Einzelhändlerin kämpft gegen den Leerstand | cityInfo.TV
Nach bewaffnetem Kiosk-Überfall: Polizei fahndet nach zwei Männern
Nach bewaffnetem Kiosk-Überfall: Polizei fahndet nach zwei Männern

Kommentare