Eine Frau schreit während im Hintergrund eine zweite Frau vor den Schreien zusammenzuckt.
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Wenn man so richtig wütend auf jemanden ist, kann es schon mal passieren, dass einem die ein oder andere Beleidigung rausrutscht.

Politische Korrektheit

Beleidigen - aber richtig!

  • Annika Mittelbach
    vonAnnika Mittelbach
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Natürlich sollte man seine Mitmenschen nicht beschimpfen, aber wenn es mal sein muss, sollte man folgende Begriffe auf jeden Fall meiden!

Generell wurden wir zwar so erzogen, dass wir andere Menschen nicht beleidigen sollten, weil es unhöflich ist und von schlechten Manieren zeugt, aber manchmal müssen wir unserem Frust über unsere Mitmenschen einfach Luft machen und da rutscht schon mal die eine oder andere böse Formulierung raus. Damit ihr dabei aber nur unhöflich und nicht auch noch politisch inkorrekt seid, solltet Ihr Euch genau über Eure Wortwahl bewusst sein. Es gibt nämlich durchaus ein paar Beleidigungen, die schlimmer sind als andere:

„Du bist doch behindert!“
Eigentlich muss man zu so einem Ausspruch nicht mehr viel sagen, oder? Natürlich sollte es keine Beleidigung sein, wenn jemand behindert ist und es ist ein Armutszeugnis der Gesellschaft, dass diese Begrifflichkeit immer noch so stark mit einer Beleidigung assoziiert ist.

„Du Spasti!“
Auch Spasti ist keine „schöne“ Beleidigung! Der Begriff stammt von dem medizinischen Ausdruck einer Spastik ab, also einer Gehirn- oder Rückenmarkschädigung. Diese führt bei Betroffenen oft dazu, dass sie weniger Bewegungskontrolle haben und an Muskelschwäche leiden. Dass man für so ein gesundheitliches Leiden nichts kann und es daneben ist, dieses zu verharmlosen, indem man Leute Spastis nennt, die keine Spastiken haben und stattdessen damit ein seltsames Verhalten beleidigen wollen, ist wohl ganz eindeutig.

Krankheit und Sexualität sind als Beleidigung tabu

„Du Affe!“
Ja, auch wenn der Affe erst mal harmlos wirkt und gerne im Auto für alle Teilnehmer am Straßenverkehr gebraucht wird – außer für einen selbst natürlich – ist auch Affe keine schöne Beleidigung. Der Ausdruck als Beleidigung lässt sich nämlich auf die Kolonialzeit zurückführen, in der farbige Menschen dadurch mit Tieren auf eine Stufe gesetzt werden sollten. Uncool!

„Du Mongo!“
Auch die Beleidigung „Mongo“ hat ihren Ursprung in der Geschichte. Er stammt von dem Begriff „Mongolismus“ ab, der früher bis in die 1960er Jahre noch für Menschen mit Trisomie 21 verwendet wurde. Ähnlich wie bei „Spasti“ sollte man deswegen darauf verzichten, Menschen als „Mongos“ zu bezeichnen und damit unsensibel und respektlos mit der Krankheit umzugehen.

„Das ist doch schwul!“
Ähnlich wie behindert wird auch schwul leider heutzutage noch viel zu oft als negativer Begriff verstanden und gerne dazu benutzt, um andere Menschen, die sich anders als die Norm verhalten, zu beleidigen. Dabei ist „schwul“ nichts Negatives und sollte auch nicht so gebraucht werden. Wenn Euch einer so nennt, reagiert lieber mit Stolz als verletzt – auch wenn Euer Gegenüber es anders gemeint hat. Das ärgert ihn oder sie dann sogar noch mehr.

Es gibt immer viel, was man nicht darf und wenig, was dann noch bleibt. Die hier genannten Beleidigungen sind auch nur ein Bruchteil der Worte, die man lieber aus seinem Wortschatz als Beleidigung streichen sollte. Wenn Ihr jemanden politisch korrekt beleidigen möchtet, könnt Ihr aber immer noch „Arsch“, „Scheiße“, „Arschgeige“ oder auch „Vollpfosten“ sagen. Ein bisschen bleibt also noch, um seinem Frust Luft zu machen – zum Glück, sonst würden wir irgendwann platzen!

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