Eine Frau in rot-schwarz-kariertem Karo-Hemd läuft durch den Wald.
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Auch aus alten Schätzen lassen sich tolle Outfits zusammenstellen.

Scenarios Grüne Woche

Thrifting oder Fast Fashion?

Es muss nicht immer die neueste Kleidung aus dem Onlineshop sein. Bella weiß, dass man auch in Second-Hand-Shops coole Teile finden kann.

Von Bella Nauen,

Die Fashionindustrie trägt bekanntermaßen einen großen Teil zur Umweltverschmutzung bei – 10% der globalen CO2-Ausstöße fallen auf die Textilproduktion zurück. Denn „Fast Fashion“, also billig und schnell produzierte Klamotten, ist über die Jahre zum Vorreiter der Industrie geworden, da die Trends sich ständig ändern und die Händler ihr Bestes geben, um ihre Ware stets auf dem Laufenden zu halten.

Doch diesem Prinzip wird seit einiger Zeit etwas entgegengesetzt, nämlich das sogenannte „Thrifting“, also der Kauf von bereits geliebten Klamotten. Gerade bei meiner Generation, der berüchtigten Gen Z, fällt mir immer mehr auf, dass viele bewusster auf ihre Umwelt achten und auf den Kauf von Second-Hand-Ware zurückgreifen. Und dabei ist Thrifting nicht nur umweltschonender, da keine neuen Rohstoffe für die Produktion benötigt werden, sondern bietet eine ganze Bandbreite an neuen Möglichkeiten.

Beliebte 90s Mode gibts im Secondhand-Shop zuhauf

Denn in Second-Hand-Läden lassen sich die unterschiedlichsten Artikel finden, welche man in heutigen Modeläden in der Form nur noch selten zu Gesicht bekommt. Die lockere Mode der 90s ist momentan voll im Trend und passend dazu sind die meisten Thrift Shops hauptsächlich mit Teilen aus diesem Jahrzehnt gefüllt. Von getönten Sonnenbrillen bis hin zu übergroßen Blazern – viele dieser ikonischen Teile kann man in bereits geliebter Form kaufen und sie stecken zudem voller Nostalgie vergangener Tage.

Das einzige Problem, das sich mir manchmal beim Kauf von Second-Hand-Ware stellt: Teilweise benötigt man ein bestimmtes Teil, zum Beispiel ein schwarzes Top oder eine passende Jeans – und gerade bei einer Größe von 1.82m muss der Zufall mitspielen, dass ich eine Hose finde, welche lang genug für mich ist. Hingegen finde ich in Geschäften, die Fast Fashion anbieten, diese meistens mit Leichtigkeit und muss nicht allzu lange suchen. Deswegen verlangen Thrift Shops immer nach einer gewissen Portion Glück, damit man auch wirklich die Artikel findet, die man denn gerade sucht.

Experimentierfreude wird entfacht

Doch selbst hieraus lässt sich ein Vorteil für den Kauf von Second-Hand-Mode schöpfen: Die Chance, mit dem eigenen Stil zu experimentieren und auch mal etwas Neues auszuprobieren, entsteht und lädt dazu ein, aus der eigenen Komfortzone zu steigen. Ein Kleid, das man normalerweise linksliegen gelassen hätte, könnte in einem ganz neuen Licht erstrahlen. Ein Pulli, den man in den Massen von Klamotten in Fast-Fashion-Läden sonst nie wahrgenommen hätte, könnte zum neuen Lieblingsartikel werden.

Wo findet man also nun am Besten die berüchtigte Secondhand-Mode? Die bekanntesten Möglichkeiten sind Vintage-Läden, welche vermehrt auch in Innenstädten öffnen oder Flohmärkte. Aber auch online gibt es Apps, welche sich auf den Verkauf und Tausch von Mode spezialisiert haben: auf Vinted (früher Kleiderkreisel bzw. Mamikreisel) können Nutzer Kleider, Shirts, Hosen und Co. an Interessenten verkaufen. Kleiderbörsen sind eine weitere Idee, um neue Lieblingsartikel zu finden. Diese kann man auch mit Spaß und Leichtigkeit mit seinen Freunden veranstalten und alte Klamotten so untereinander tauschen.

Thrifting ist also ein wirklich guter Weg, um die Natur ein bisschen mehr zu schützen, ohne dass Ihr dabei auf den Kauf „neuer“ Klamotten verzichten müsst.

Nicht nur Eure Kleidung könnt Ihr auf nachhaltigem Weg einkaufen. Auch bei Lebensmitteln nimmt ein nachhaltiges Konzept immer mehr an Fahrt auf: Unverpackt-Läden. Jugendredakteurin Kristina stellt Euch die Idee dahinter vor.

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