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Anna am Skogarfoss. Der Wasserfall mit Regenbogen ist nur ein Naturspektakel von vielen in Island.

What to do...

in Island

Island, die Insel aus Feuer und Eis. Und Island, die Insel mit malerischen Wasserfällen, beeindruckenden Gletschern, Elfen, Feen und Walen, mit den kleinen, so starken Islandpferden, einer Straße, auf der mehr Schafe als Autos unterwegs sind, den zahlreichen Vulkanen, dem wilden Atlantik und den heißen Hot Pots. Und Island mit den weiten… aber nein, ich beginne noch mal in einer vernünftigen Reihenfolge. Was Euch nicht entgangen sein sollte: Wer Island besucht hat, kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus – falls Ihr hinwollt, ich habe Tipps…

Insgesamt habe ich einen Monat auf Island verbracht und finde, der Hype, der momentan um diese Insel gemacht wird, ist berechtigt. Ich werde zurückkommen.

Leider steht Island bislang nicht auf Ryanairs Liste, weshalb man nicht allzu günstig dorthin fliegen kann. Im Vergleich zu den Fährpreisen sind die Flugpreise allerdings sehr human (ca. 170 € für einen Weg). Island hat zwei Flughäfen, ich empfehle Keflavik, da dieser nur ca. eine halbe Stunde von Reykjavik entfernt ist und man sich das Hauptstädtchen nicht entgehen lassen sollte.

Für das Sightseeing in Reykjavik reicht es jedoch aus, ein bis zwei Tage einzuplanen. Die Hallgrímskirkja, die Hallgrimskirche, ist ein architektonisches Muss und außerdem arbeitet man auf dem Weg dorthin eine der Haupteinkaufsstraßen ab. Skólavörðustígur und Laugavegur sind die Namen der Straßen, nach denen Ihr Ausschau halten müsst. Auf ersterer liegt sehr zentral ein Hostel mit Dachterrasse (Hlemmur Square), in dem ich ein paar Nächte geschlafen habe und das ich sehr empfehlen kann.

In Reykjavik gibt es viele gemütliche Läden, in denen die klassischen Islandpullis verkauft werden, eine Investition, die sich bei mir längst bezahlt gemacht hat. Herrlich warm und voll isländischer Gemütlichkeit! Wer vor dem happigen Preis zurückschreckt, sollte aber zumindest an den isländischen Wollsocken nicht vorbeigehen. Wenn Ihr Richtung Hafen lauft, macht unbedingt Stopp an Reykjaviks „Elphi“ – der Konzerthalle Harpa. Sogar das Rathaus von Reykjavik ist einen Besuch wert, es wurde einfach in den See Tjörnin hineingebaut.

Ein Mietwagen lohnt sich für alle über 21 Jahren

Allen, die über 21 Jahre alt sind, empfehle ich, ein Auto zu mieten. Die anderen sollten Reykjavik als Basis erst einmal nicht verlassen und von dort aus sternförmige Ausflüge machen. Der „Golden Circle“, eine bekannte Route mit beeindruckenden Naturspektakeln, ist ein Muss, landschaftlich sehr beeindruckend, leider aber sehr überlaufen. Mit dem eigenen Auto würde ich es früh am Morgen oder später abends versuchen, damit der Gullfoss (foss = Wasserfall) nicht hinter all den Menschen verschwindet und man den Geysir Strokkur auch aus der Nähe betrachten kann.

Weiter im Süden lohnen sich der Skógafoss, der Seljalandsfoss (hier kann man sogar hinter den Wasserfall gehen) und der Gletscher Sólheimajökull. Auch der schwarze Lavastrand von Reynisfjara ist einen Besuch wert, hier sollte man die Warnhinweise vor den Wellen und Strömungen aber auf jeden Fall ernst nehmen. Ausgehend vom Hafen Reykjaviks werden weiterhin Whale-Whatching-Touren angeboten. Wer keine Wale sieht, sieht zumindest meistens Delfine. All diese Orte sind wahnsinnige Naturspektakel, trotzdem sollte man sich, wenn man Island besser kennenlernen möchte, auch in Gebiete begeben, die nicht mehr an Reykjaviks Rockzipfel hängen.

Ich habe drei Wochen lang auf einem Hof auf der Halbinsel Snaefellsnes gearbeitet. Dort draußen glauben die Älteren fest an Fabelwesen und sogar einige Straßen machen Kurven um die Hügel, in denen Elfen wohnen. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, solltet Ihr wirklich mit Einheimischen reden. Die zweistündige Autofahrt mit einem 70-jährigen Isländer war – kulturell gesehen – eine meiner bereicherndsten Erfahrungen.

Jeder, der minimale Vorerfahrungen hat, sollte einen Ritt auf einem Islandpferd wagen und sich im bequemen Tölt durch die Lavafelder oder am Strand entlang tragen lassen (tolle Reittouren werden zum Beispiel auf Lysuhóll angeboten). Wer Glück hat und gutes Wetter erwischt (keine Sorge, es wechselt ungefähr alle fünf Minuten), der kann auf Snaefellsnes den traumhaften Blick auf den Stratovulkan Snaefellsjökull – bekannt aus „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ – genießen.

Wer gerne in der Natur spaziert, sollte den Klippenweg zwischen Arnarstapi und Hellnar wandern, am besten in Richtung Hellnar, denn in dem Café an der Klippe in Hellnar gibt es köstlichen Kuchen. Damit kann man sich, bei schönstem Blick, nach der Wanderung stärken.

Einen Besuch wert ist auch Ytri Tunga, ein Strand mit wunderschönen kleinen Muscheln, an dem sich die Robben tummeln. Fans von Seeigeln und Jakobsmuscheln sollten die Papageientaucherfahrt, die von Stykkishólmur aus startet, nicht verpassen. Hier kann jede Menge Frisches aus dem Meer direkt an Bord probiert werden.

Wer einfach nur in der Natur entspannen möchte, fragt einen der Einheimischen nach der natürlichen heißen Quelle in den Lavafeldern zwischen Snaefellsnesi und Borganes. Was gibt es Cooleres, als mit Blick auf die Berge im heißen Wasser zu entspannen? In diesem Hot Pot bin ich gewesen. Auf einer Karte im Internet sind allerdings noch viele weitere natürliche heiße Quellen eingezeichnet.

Ein heißes Bad nehmen – mit Blick auf Wale

Wie wäre es zum Beispiel mit einem heißen Bad am nördlichsten Punkt der Westfjorde mit Blick auf den Atlantik und womöglich auf Wale und Polarlichter? Generell kann man auf Island fast überall das Auto am Straßenrand abstellen, ein paar hundert Meter laufen und einen Fluss, einen Wasserfall oder eine Höhle entdecken.

Noch eine Bemerkung zum Schluss: Neben all meiner Begeisterung muss ich noch anmerken, dass man mit der richtigen Einstellung nach Island fahren muss, um die Insel lieben zu lernen. Es ist nicht warm, Reykjavik ist nicht Barcelona und die Küche steht nicht auf einem Niveau mit der italienischen. Ich sage das nicht, weil ich selbst nicht von dem Zauber Islands überzeugt bin, aber fragt Euch selbst, ob Ihr der Typ für diese karge Weite seid. Es kann passieren, dass der nächste Supermarkt 80 km entfernt ist und Ihr viel Tiefkühlkost essen müsst – aber kleiner Trost: Fisch und Zimtschnecken sind fast überall super…

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