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Borussias Christian Pulisic (l.) grinst schelmisch nach seinem entscheidenden Treffer. Kein Wunder, es war eine Menge Dusel im Spiel..

1:0-Auftaktsieg des BVB

Pulisics Geburtstagsgeschenk

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Brügge - Geburtstagskind Christian Pulisic (20) schenkte dem BVB beim 1:0 in Brügge einen glücklichen Dreier – der erste Sieg in der Königsklasse nach 559 Tagen.

Lucien Favre wirkte zuletzt arg genervt von den bohrenden Fragen nach Mario Götze, den er in allen drei Bundesliga-Spielen zum Bankangestellten degradiert hatte. Am Dienstag also brachte der Trainer den Spielmacher von Beginn an.

Sportdirektor Michael Zorc betonte, dass das öffentlich heiß diskutierte Thema Götze intern kein großes gewesen sei, der WM-Siegtorschütze sei ein Spieler wie jeder andere. „Wir müssen keine Wunderdinge von ihm erwarten.“ Vorweg: Borussias Zehner spielte engagiert, aber glücklos. Wie fast alle Borussen.

Ebenso wie Götze rückten Julian Weigl (erster Profieinsatz seit dem 12. Mai) und die beiden Champions-League-Debütanten Marius Wolf und Jadon Sancho in die Startelf. Der 18-jährige Linksaußen hatte sich mit vier Torvorlagen bei vier Kurzeinsätzen empfohlen. Gegen die physisch robusten Belgier gelang ihm wenig. Wolf hatte zwar eine erste Chance, als er aus der Distanz das leere Tor verfehlte (1.), blieb aber blass.

„Viel Geduld“, hatte Favre mit ernster Miene gefordert. Seine Mahnung verhallte. Mit leichtfertigen Ballverlusten machten die Dortmunder die Gastgeber stark. Mit Konsequenzen. Jelle Vossen köpfte nach einem Angriff über die linke BVB-Seite vorbei (12.), Marco Reus klärte in höchster Not vor der Linie, als Lukasz Piszczek zuvor einen Zweikampf im Strafraum verlor (19.).

Der BVB geriet ins Schwimmen, Roman Bürki musste mit einer Flugeinlage den Knaller von Stefano Danjuma wegboxen, der Nachschuss von Hans Vanaken zischte am Gehäuse vorbei (23.). Es gab viel Abstimmungsbedarf. Zuvor sah noch Julian Weigl die Gelbe Karte, als er nach schlechtem Timing Wesley hart in die Beine grätschte (19.), nach einem weiteren Foul war er Rot-gefährdet (43.). Das Jan-Breydel-Stadion mit seinem ältlichen Charme und entzückender Flutlicht-Fußballatmosphäre dröhnte. 29.000 Zuschauer sahen ein intensives Aufeinandertreffen mit den besseren Gelegenheiten für Brügge.

Nur allmählich mühte sich der BVB mit längeren Pass-Stafetten zu mehr Sicherheit. Als Vanaken sich bei einem Klärungsversuch den Ball selbst an die Hand schoss, forderten die Schwarzgelben Strafstoß. Schiedsrichter Danny Makkalie aus den Niederlanden schüttelte zurecht den Kopf (30.). Gefährliche Dortmunder Szenen bis zur Pause? Abdou Diallo verpasste nach einer Ecke am hinteren Pfosten haarscharf den Ball (31.), Marcel Schmelzer konnte eine Flanke von Manuel Akanji nicht aufs Tor köpfen (45.).

Starke Gastgeber

Mehr gab es nicht, mit dem 0:0 zum Seitenwechsel war der BVB gut bedient. Vor allem offensiv blieben die Borussen weit unter ihren großen Möglichkeiten, insgesamt fehlte es an Tempo, an Ideen und an Durchsetzungsvermögen. Favre zögerte mit Auswechslungen – Kandidaten hätte es mehrere gegeben. Erst nach 61 Minuten kam Shinji Kagawa für Götze.

Den Blau-Schwarzen wiederum, angefeuert von lautstarken Fans, gab der Spielverlauf weiteren Auftrieb. Brügge holte in leidenschaftlicher Europapokal-Manier alles aus sich heraus. Mitte der zweiten Hälfte schwanden dann bei den Belgiern die Kräfte nach ihrem aufopfernden Einsatz. Dortmund kam zu mehr Ballbesitz, aber auch mit Christian Pulisic (68. für Sancho) nicht vielversprechend vor das Tor, in dem Keeper Karlo Letica kaum ernsthaft geprüft wurde.

Dem BVB fiel bis auf eine halbgare Chance für Lukasz Piszczek (79.) wenig ein, und als Manuel Akanji das Leder verbaselte, rettete erneut Bürki gegen den frei vor ihm auftauchenden Lois Openda (81.). Die Nullnummer schien abgemacht – bis Geburtstagskind Christian Pulisic einen Abpraller als Bogenlampe ins Brügger Tor löffelte (85.). Ein kurioser, glücklicher Treffer zu einem glücklichen Sieg, dem ersten in der Königsklasse seit dem 8. März 2017.

In drei Wochen kommt Atlético Madrid nach Dortmund. Die Ausgangslage ist besser als die Leistung am Dienstag.

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