"19.09 Uhr - der schwarzgelbe Talk"

Martin Kree über seine BVB-Zeit, spezielle Trainer und die linke Klebe

Martin Kree hat einige der besten Jahre von Borussia Dortmund miterlebt. Ohne groß im Vordergrund zu stehen. Bei "1909 - der schwarzgelbe Talk" erinnert er sich an die Zeit beim BVB.

Martin Kree über ...

? seine Zeit beim BVB: Ich hatte ein Alleinstellungsmerkmal zu der Zeit: Ich war der einzige Nicht-Nationalspieler. Als ich 1994 zur Borussia gekommen bin, sind wir direkt Deutscher Meister geworden - das war eine überragende Zeit. Ich hatte das Glück, mit vielen Weltklasse-Spielern zu spielen, auch wenn ich selber nie sagen konnte, dass ich auch einer bin. Und ich hatte das Glück, dass ich weitergehen konnte, als die anderen Autogramme geben musste.

? den Schatten der Topstars: Da gibt es ein schönes Beispiel: Im Halbfinale der Champions League 1997 trafen wir auf Manchester United. Im Hinspiel habe ich einmal den Ball auf der Linie geklärt. Im Rückspiel in England ist Jürgen Kohler das auch gelungen. Jürgen Kohler wurde daraufhin zum Fußballgott, und was im Hinspiel passiert ist, das weiß kein Mensch mehr. Bei ihm fanden das alle toll, mich haben sie gefragt, ob das Zufall war.

? spezielle Trainer: Jeder hatte seine Eigenheiten. Das merkt man spätestens, wie die Trainer mit Erfolg oder Misserfolg umgehen. Es gab auch mit Hitzfeld Situationen, die nicht nur positiv waren. Aber er war der prägende Trainer, mit ihm hatte ich die größten Erfolge. Er hatte eine besondere Art, die Mannschaft zu führen. Taktisch hat er ganz viel vorausgeahnt, er konnte die Spiele lesen. Er war der Beste.

? seinen Ex-Kollegen Matthias Sammer: Da haben wir gerade die Champions League gewonnen, die anderen haben gut gefeiert, und da sitzen im Saal Ottmar Hitzfeld und Matthias Sammer mit elf Gläsern und haben womöglich überlegt, was man noch hätte besser machen können. Matthias hat als Spieler schon wie ein Trainer gedacht, und auch mal Anweisungen von Hitzfeld ignoriert. Er war als Spieler, als Trainer und als Sportdirektor erfolgreich. Es ist gut, dass er Borussia jetzt wieder hilft. Vielleicht wird er jetzt als Berater auch noch Deutscher Meister.

? die linke Klebe: Da wurde damals bei allen Vereinen getestet, wer den härtesten Schuss hat. Ich habe gewonnen, Jupp Tenhagen hatte den härtesten Schuss unter allen Trainern, und Thorsten Legat kam knapp hinter mir. Da waren wir mit dem VfL Bochum einmal spitze in der Bundesliga. In der echten Tabelle klappte das nie.

? seine Karriere in der Software-Branche: Wir saßen damals viel im Flieger oder im Bus, und da habe ich Bücher über IT gelesen. Als nach 14 Jahren im Profifußball und mit Mitte 30 der neue Trainer nicht mehr auf mich gesetzt hat, da wollte ich nichts mehr mit Fußball zu tun haben. Diese Aussortierung ging mir nahe. Und dann habe ich gedacht, ich mache ganz was anders. Jetzt habe ich seit 15 Jahren meine Firma, und das ist im Grunde ein Trainerjob. Leute aussuchen, manche auch mal wegschicken, alle motivieren und strategisch vorausdenken. Aber der Fußball hat eine phänomenale Sogkraft, dem kannst du dich kaum entziehen.

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