2:1-Sieg gegen Bremen

Der BVB ist in der Hinrunde das Maß aller Dinge

Der BVB feiert das 2:1 gegen Bremen und die Herbstmeisterschaft. Die Schwarzgelben sind in der Hinrunde das Maß aller Dinge, dabei spielen sie auch gegen Werder nicht einmal an ihrem Limit.

24.500 Fans auf der größten Stehplatztribüne der Welt hüpften - und alle Spieler hüpften mit. Schon seit einigen Wochen singen sie das Lied vom Deutschen Meister BVB Borussia, noch ist es dahin allerdings ein langer Weg. Doch wer am Ende der Hinrunde ganz oben stehen wird, der steht dort auch nicht zufällig.

Die letzten Reserven mobilisieren

15 Spiele, darunter zwölf Siege und nicht eine Niederlage - der BVB geht mit einer beeindruckenden Bilanz in die letzten beiden Spiele des Jahres. In Düsseldorf am Dienstag und am Freitag kommender Woche gegen Gladbach wird es darum gehen, die letzten Kraftreserven zu mobilisieren. Die Serie soll über die Winterpause halten, das wäre ein Zeichen vor allem an die nun wieder erstarkten Bayern, die Woche für Woche versuchen, den BVB unter Druck zu setzen.

Borussia Dortmund kreierte auch gegen Bremen etliche sehenswerte Spielzüge, wie die Mannschaft generell nach einer leicht stockenden Saisonanfangsphase zusammen immer besser funktionierte und fast immer sehenswert agierte. Die Tore gegen Bremen waren wunderschön herausgespielt, weitere Treffer hätten fallen können, ja fallen müssen. "Wir haben es uns selbst schwer gemacht", haderte Lucien Favre, aber er jammerte mal wieder auf hohem Niveau.

Alcacers elfter Saisontreffer

Es hat einige Spiele gegeben, in denen die Gegner nahe dran waren, in denen man das Gefühl hatte, dass diese Dortmunder Elf nicht unverwundbar ist. Dass es bislang dennoch keiner Mannschaft gelang, die Borussia in die Knie zu zwingen, das sagt viel aus über Moral und Mentalität, aber auch über Klasse und Selbstvertrauen.

Nach Paco Alcacers elftem Saisontreffer (20.) und dem nicht minder schön herausgespielten 2:0 von Marco Reus (27.) schien Dortmund früh auf der Siegerstraße. Doch Bremen, das von Trainer Florian Kohfeldt mit der Maßgabe ins Rennen geschickt worden war, sich in Dortmund nicht zu verstecken, wollte sich nicht so einfach ergeben.

"Haben es defensiv nicht so gut gemacht"

Nach den beiden zu leicht hergegebenen Treffern weckte Kruses 1:2 (35.) die Bremer Lebensgeister und zeigte auch auf, wo diese Dortmunder Mannschaft noch Schwächen hat: Bei allem Talent, das Spieler wie Hakimi oder Diallo unbestritten haben, machen sie immer mal wieder Phasen durch, in denen ihrem Spiel die Klarheit fehlt, in denen ihnen vielleicht auch noch ein Tick Erfahrung fehlt. "Wir haben es defensiv nicht so gut gemacht", gestand Favre, der BVB hätte Bremen zu viel Platz zum Spielen gelassen, "sie waren ein wirklich guter Gegner heute."

Ein schon mehrfach aufgetretenes Problem in dieser Hinrunde: Die Borussia hält ihre Gegner durch eigene Verspieltheit, fehlende Zielstrebigkeit beim Ausnutzen guter Chancen und fehlende Konsequenz, nach einer Führung auf die endgültige Entscheidung zu gehen, oftmals unnötig "am Leben". Auch Bremen durfte bis zum Schluss auf das 2:2 hoffen - denn zuvor vergab der BVB in Serie beste Gelegenheiten. "Acht klare Chancen" hatte Favre gezählt, an der Seitenlinie litt der Perfektionist Höllenqualen.

Nächstes Etappenziel erreicht

Beispielhaft dafür stand ganz am Ende das vermeintliche 3:1 vom eingewechselten Mario Götze in der letzten Minute der Nachspielzeit - als Bremens Schlussmann Jiri Pavlenka bei der vermeintlich letzten Aktion des Spiels mit nach vorne gestürmt war und der BVB nach der abgewehrten Ecke beim Konter eine 5:1-Überzahl hatte, spielte Favres Elf diesen so schlecht aus, dass Torschütze Götze beim Querpass auch noch im Abseits stand.

Nach der souveränen Qualifikation für das Achtelfinale in der Champions League ist das nächste Etappenziel erreicht. Die immensen Kraftanstrengungen der vergangenen Wochen waren allerdings in der Schlussphase, als Dortmund viel laufen musste, um das 2:1 über die Zeit zu bringen, unübersehbar. Zum Hüpfen mit den Fans aber reichte die Kraft noch.

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