250. Bundesliga-Spiel

Schmelzer und das lange Warten aufs besondere BVB-Jubiläum

Fast vier Monate musste Marcel Schmelzer auf diesen Moment warten. Gegen Düsseldorf absolvierte der BVB-Routinier endlich sein 250. Bundesliga-Spiel - die Fans feiern ihn.

Als er sich an jenem 13. Februar beim Achtelfinal-Hinspiel des BVB in der Champions League bei den Tottenham Hotspur zur Einwechslung bereit machte, da war für Marcel Schmelzer schon absehbar, dass es schwer werden würde mit weiteren Spielzeiten für ihn. Der Reus-Vorgänger als Kapitän der Borussia hatte sich mit einer sehr ordentlichen Vorbereitung im Rücken zunächst einen Stammplatz erkämpft, dann aber verletzte er sich - und Trainer Lucien Favre favorisierte fortan andere Optionen. Auch, als ihm aus Verletzungsgründen die Alternativen ausgingen.

Spezielle Konstellation

Bis zu seinem Kurzeinsatz am Samstag, der aufgrund der speziellen Konstellation für den 31-Jährigen zu einem weiteren emotionalen Moment in seiner langen BVB-Karriere wurde, benötigte Schmelzer viel Geduld. 1171 Pflichtspielminuten genau genommen, wartete er auf eine weitere Bewährungschance. Fast drei Monate, in denen er die Spiele nur von der Seitenlinie aus verfolgte.

In der Bundesliga absolvierte er seinen 249. Einsatz am 19. Spieltag gegen Hannover 96. Seither wartete er. Nun, im letzten Heimspiel der Saison, hatte das Warten auf das besondere Jubiläum endlich ein Ende. 250 Einsätze in der Bundesliga, alle für die Borussia - der Dortmunder Zittersieg über die Fortuna war für ihn persönlich ein ganz besonderer.

Applaus für Schmelzer und Pulisic

Das will was heißen, denn Schmelzer ist zweimal Deutscher Meister mit dem BVB geworden, er holte zwei Mal den DFB-Pokal, er stand im Finale der Champions League und stieg im BVB-Trikot auch zum Nationalspieler auf. Den großen Applaus, der bei seiner Einwechslung aufbrandete, teilte er sich mit Christian Pulisic, der nach seinem letzten BVB-Heimspiel die speziellen Ovationen ebenso verdient hatte.

Für Schmelzer waren es ungewohnte Sympathie-Bekundungen, denn während seiner Kapitänszeit rieben sich die Fans an seiner Person, er wurde zunehmend kritischer gesehen. Die Diskussionen bewegten sich dabei nicht selten auch außerhalb der faktischen Auseinandersetzung mit seinen Leistungen.

Keine Abwanderungsgedanken

Doch scheinbar hat sich auch in den Fankreisen die Erkenntnis durchgesetzt, welche Verdienste Schmelzer um den BVB erworben hat. Er kam als 15-Jähriger aus Magdeburg, er beerbte keinen geringeren als Fan-Ikone Dede, er bildete mit Kevin Großkreutz ein Gespann, dass die linke Außenbahn über Jahre zuverlässig beackerte. Also gab es warmen Applaus, und später, als sich die Mannschaft vor der Süd bedankte, Sprechchöre extra nur für ihn.

Seine Situation wird der Kurzeinsatz nicht verändern, dennoch trägt sich Marcel Schmelzer nicht mit Abwanderungsgedanken. Er will in Dortmund bleiben, bis er wahrscheinlich am Ende der Laufzeit seines Vertrages 2021 auch seine Karriere beenden wird. Bei dem Verein, bei dem alles begann. Und das ist selten geworden im Profizirkus.

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