30.000 Fans beim Weihnachtssingen

"Der größte Chor der Welt" sang mit den BVB-Stars

DORTMUND - Es war ein Weihnachtssingen der Superlative: Rund 30.000 BVB-Fans haben am dritten Advent mit der Mannschaft, Popstar Sasha und den jungen Sängern der Chorakademie festliche Lieder angestimmt. Es war fast wie immer im Dortmunder Stadion - nur schöner. Das Spektakel im großen Foto- und Video-Rückblick.

Auf dem Stadionvorplatz sieht alles aus, als würde gleich der BVB spielen. Scharen von Leuten zwängen sich in Richtung der Schleusen, die sie ins Innere des riesigen Käfers mit den gelben Beinen lassen. Sie tragen schwarzgelbe Accessoires und halten Bier oder Wurst (oder beides) in der Hand.

30.000 Menschen sind es insgesamt, die an diesem Sonntagnachmittag, dem dritten Advent, eine Woche vor Heiligabend ins Stadion gekommen sind, aber nicht, um ein Spiel zu sehen, sondern - um zusammen Weihnachtslieder zu singen.

"Heute gibt es den ganzen Spielkladderadatsch nicht", sagt Maike Wildeboer, 28 Jahre alt, und lacht. Sie steht auf der Südtribüne, in der behandschuhten Hand das knallgelbe Programmheft mit den Texten von "Alle Jahre wieder", "Jingle Bells", "O Tannenbaum" und noch 17 weiteren Liedern. "Ich bin gerne im Stadion, aber ich mag die Gesänge viel lieber als den Fußball", sagt sie, so leise, wie es eben geht. Und guckt kurz so, als wäre dieser Satz an diesem Ort irgendwie etwas Verbotenes.

Tatsächlich stehen in dem "größten Chor der Welt", wie Norbert Dickel das Sing-Treffen nennt, vor allem BVB-Fans. Solche, die, wie Stefan Gies (39), die lilafarbenen und dunkelgelben Scheinwerfer-Spots im Stadion und die abertausenden Handylichter der Besucher weihnachtlich finden. Es sei die "Familie BVB", wie BVB-Präsident Reinhard Rauball sie nennt, die an diesem Nachmittag "harmonisch zusammen" finde.

Unterstützt von vier Ensembles der Chorakademie und den Vorsängern Jo Marie Dominiak und Sasha, begleitet vom Streichquartett "La Finesse" vom Hansa-Theater und der Band "Filou". Zusammen ist das ein radiohaft gebügelter Sound: Arrangements mit Weichzeichner und in angenehmer Tonlage, in der wirklich jeder ohne große Anstrengung (sogar mit Bier und Wurst im Magen) mitsingen kann. Es ist friedlich, und es wird gar nicht gegrölt.

Chorleiter Zeljo Davutovic dirigiert seine Chöre mit spartanischer Geste im Sitzen, das können die Kinder und Jugendlichen ja eigentlich alleine. Im Gespräch mit Dickel soll er dann erklären, "was eine Chorakademie eigentlich ist" und "wie man Kinder zum Singen" bekomme. "Jeder singt gern", sagt Davutovic knapp. "Da muss man gar nicht viel machen."

Ein kurzer Blick ins Rund bestätigt das. Sogar Lieder mit christlich-religiösem Text wie "Stille Nacht, heilige Nacht" und "O du Fröhliche" singen die Besucher teilweise kräftig mit. Und als es schon dunkel ist, spannt sich das langgezogene "Gloria in excelsis Deo" aus "Engel auf den Feldern singen" wie eine klingende Kuppel über den Stadiondom. Das ist echt ein bisschen schön. Und der Fußball - fehlt gar nicht.

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