An afrikanischer Uni

BVB-Sieg gegen Arsenal lässt Kenianer tanzen

DORTMUND - Der Auftritt von Borussia Dortmund gegen den FC Arsenal sorgte nicht nur in Dortmund und Umgebung für Freudensprünge. Auch nahe Nairobi, der Hauptstand von Kenia, stellte der 2:0-Sieg des BVB das Public-Viewing vor eine Belastungsprobe.

Es ist die 45. Minute, Ciro Immobile tankt sich durch die Defensive von Arsenal London und krönt seinen Solo-Lauf mit dem 1:0 für den BVB – und 6500 Kilometer vom Dortmunder Stadion entfernt steht ein karger Versammlungsraum Kopf, Menschen tanzen, liegen sich in den Armen. Hier, auf dem Campus der Universität JKUAT in Juja, das liegt nahe der kenianischen Hauptstadt Nairobi, bricht sich schwarzgelbe Begeisterung Bahn. Und mittendrin der Dortmunder Markus Schulte-Uebbing.

"Emotionaler als Europäer"

"Die Afrikaner sind ja sowieso etwas emotionaler als die Europäer, da brechen erst recht beim Fußball alle Dämme", sagt Schulte-Uebbing, der gerade an der Universität die landwirtschaftliche Entwicklungshilfe unterstützt. So erlebte er hautnah mit, wie auch der zweite BVB-Treffer durch Pierre-Emerick Aubameyang den Hörsaal vor eine erneute Belastungsprobe stellte. "Viele Studenten können sich hier keinen Fernseher leisten, da meckert dann auch keiner über den kleinen Fernseher oder die Qualität“, erzählt Schulte-Uebbing, „aber teilweise ist das Trikot trotzdem Pflicht." Für Europäer ist es kaum vorstellbar, die Spiele in der Königsklasse des Fußballs vor einem alten und kleinen Röhrenfernseher zu verbringen, an dem das Antennenkabel nur provisorisch befestigt ist.

Besondere und einmalige Atmosphäre

Das alles stört die Kenianer überhaupt nicht. Gerade weil alle zu den Fußballspielen zusammenkommen, ist die Atmosphäre hier etwas ganz Besonderes und Einmaliges. "Wenn die hier feiern, dann aber auch richtig", erzählt Schulte-Uebbing, "nicht nur Tore, auch jede Chance der Mannschaft oder jede Parade des Torhüters wird hier zelebriert." Auch eine Campus-Konferenz der Spiele wird geboten, "denn in jedem Wohnheim wird ein anderes Spiel übertragen", beschreibt der Fußball-Fan. Warum so viele mit Borussia Dortmund mitfiebern, konnte auch Schulte-Uebbing nicht komplett aufklären, "viele sind fasziniert von der Spielphilosophie, vom Gegenpressing und Tempo. Vor allem das Champions-League-Finale 2013 ist vielen in Erinnerung geblieben."

Regelmäßige Stromausfälle

Kurios ist, dass die Bundesliga hier am Wochenende nur als Zusammenfassung gezeigt wird, "da schauen alle immer die Premier League", berichtet Schulte-Uebbing. "Am Dienstagabend lief aber alles wie am Schnürchen mit der Live-Übertragung", erzählt der Dortmunder. Denn unter der Woche kommt es regelmäßig zu Stromausfällen, die auch gut und gerne bis zu einer Stunde dauern können.

Aber gegen Arsenal blieb der Fernseher bunt, und der afrikanische Jubel kannte dank Aubameyang und Immobile keine Grenzen.

Rubriklistenbild: © Foto: Privat

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