Batshuayi rettet den BVB

3:2 gegen Frankfurt - Dortmund landet einen Big Point

DORTMUND - Doppel-Torschütze Michy Batshuayi schenkt dem BVB nach vier sieglosen Spielen wieder einen Dreier. In einem rassigen Duell um die internationalen Startplätze erkämpfen sich die Schwarzgelben gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt beim 3:2 (1:0) einen Big Point in der Nachspielzeit.

Antreiber und Anführer, Hoffnungsträger und Identifikationsfigur bis 2023 - mit seiner Vertragsverlängerung am Freitag hatte Marco Reus nicht nur für sich, sondern auch für seine Mannschaft das Zeichen zum Aufbruch gegeben. Nach vier sieglosen Spielen stand der wankelmütige BVB im Kampf um die Startplätze in der Champions League gegen den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt unter Druck. Drei Tage nach dem desolaten, fast trostlosen 1:2 gegen RB Salzburg musste eine Kehrtwende her. Die Schwarzgelben lieferten zu Beginn.

Vier Änderungen in der Startelf

Mit vier Änderungen, (Piszczek, Akanji, Pulisic und Philipp für Weigl, Sokratis, Götze und Batshuayi) schickte Trainer Peter Stöger seine Elf aufs Feld, und mit einer grundveränderten Herangehensweise. Mit mehr Tempo und Spielfreude, dafür weniger langen Bällen und von Angst bestimmtem Sicherheitsspiel. Das trug Früchte.

Bei Ballbesitz mit Reus als hängender Spitze neben Andre Schürrle und angetrieben von Mahmoud Dahoud rollte der BVB in der Anfangsphase ein ums andere Mal mit Zug auf das Frankfurter Tor zu. Chancen ergaben sich gegen die ungewohnt löchrige Frankfurter Fünferkette mehrere. Erst verpasste Reus mit seiner Volleyabnahme das Gehäuse (7.), dann köpfte Schürrle nach blitzsauberem Konter über Maximilian Philipp und dem wieder erstarkten Christian Pulisic aus fünf Metern knapp daneben (10.).

Russ trifft ins eigene Tor

Beim nächsten Hochgeschwindigkeitsangriff, den diesmal Dahoud einleitete, konnte der unglückliche Marco Russ (hatte nach drei Minuten bereits Gelb gesehen) die druckvolle Eingabe von Pulisic vor dem einschussbereiten Reus nur ins eigene Tor klären - 1:0 (12.).

Nach 22 Minuten hatte der BVB sechs Torschüsse zu verzeichnen, gegen Salzburg waren es noch zwei Versuche aufs Tor nach 90 Minuten gewesen. An der Seitenlinie spendete Stöger mehrfach Szenenapplaus. Frankfurt zweimal ausgekontert, klar überlegen, so hatte sich der Trainer die Reaktion seiner Mannschaft vorgestellt. Im Mittelpunkt auch immer wieder Reus, der einheizte und anpeitschte, dirigierte und korrigierte.

Dahoud bleibt in der Kabine

In der Folge aber befreiten sich die Gäste, weil die Dortmunder einige Verschnaufpausen einlegen mussten nach dem Highspeed-Start. Die Abwehrreihe bewahrte gegen diese Angriffsbemühungen zwar überwiegend den Überblick, doch neben der nachlassenden Intensität trübten noch zwei weitere Aspekte das positive Zwischenfazit. Zum einen, dass die Führung nicht höher ausfiel, und zum anderen, dass der mit Gelb verwarnte und danach mehrfach ermahnte Aktivposten Dahoud in der Pause in der Kabine bleiben musste. Für ihn kam Julian Weigl in die Partie.

Mit kurzen Sprints an der Seitenlinie machten sich die Schwarzgelben für den Wiederanpfiff bereit, den besseren Start erwischte die Eintracht. Als Kevin-Prince Boateng es frech mit einem Absatzkick versuchte, war BVB-Keeper Roman Bürki hellwach (48.). Mit vielen Ungenauigkeiten, die sich einschlichen (Weigl, Schürrle, Pulisic), machte der BVB den Gegner unnötigerweise weiter stark.

Eintracht mit Übergewicht

Stöger reagierte vor 81.360 Zuschauern (ausverkauft) mit einem offensiven Wechsel. Für den meist glücklosen Philipp sollte Mittelstürmer Michy Batshuayi in der Offensive die Bälle behaupten und für Entlastung sowie Torgefahr sorgen (62.). Die Hoheit über den Ballbesitz hatten inzwischen die Gäste übernommen.

Bis in die Schlussphase blieb die Partie so offen wie umkämpft. Den Borussen gelang es nicht, den Ball in Ruhe aus den hinteren Reihen herauszuspielen, vor allem Weigl offenbarte große Unsicherheiten. Nach einem weiteren katastrophalen Fehlpass aus unbedrängter Position entsprang ein Freistoß für die Gäste. Der eingewechselte Ante Jovic, der Marcel Schmelzer leicht aus dem Spiel nahm, köpfte zum verdienten Ausgleich ein (75.). Und fast im direkten Gegenzug antwortete Dortmund: Pulisic spielte doppelten Doppelpass mit Batshuayi, und der Belgier ließ sich aus elf Metern per Flachschuss die Chance nicht nehmen (77.).

Erst lange Gesichter, dann grenzenloser Jubel

Das Stadion stand Kopf, das Spitzenspiel begeisterte mit Rasse und Leidenschaft. Die Entscheidung hatte Batshuayi auf dem Fuß (84.), suchte aber zu eigensinnig selbst den Abschluss. Frankfurt bestrafte das in der Nachspielzeit, als nach einem Angriff über die rechte Seite Danny Blum ungehindert zum 2:2 einschieben durfte (90.).

Lange Gesichter auf den Rängen, aber noch nicht beim kickenden Personal in Schwarzgelb: Beim letzten Angriff landete der Ball im Strafraum bei Batshuayi, der drehte sich und pfefferte den Ball mit links in den Winkel - das Dortmunder Stadion mutierte zum Tollhaus. Ein Tor, das nicht nur diesem Spiel eine andere Richtung gegeben haben dürfte. Als Tabellendritter hat der BVB nun gute Karten im Kampf um die Qualifikation für die Königsklasse.

Erst Salzburg, dann Hannover

Am Donnerstag (21.05 Uhr) kämpft der BVB nach dem 1:2 im Hinspiel um den Einzug ins Viertelfinale der Europa League, am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) kommt Hannover 96 ins Dortmunder Stadion.

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