1:0 beim VfL Wolfsburg

Delaney und Akanji beißen sich bei BVB-Arbeitssieg durch

Warm spielen für Atletico: Lucien Favre setzt beim 1:0 in Wolfsburg auf drei zuletzt verletzt fehlende Spieler und rotiert kräftig zurück. Den Arbeitssieg nimmt der BVB gern mit.

Als sein Arbeitstag in der 77. Minute beendet ist, notiert die Statistik für Paco Alcacer 17 Ballkontakte, einen Torschuss und zwölf Zweikämpfe, von denen er freilich nur drei für sich entscheiden konnte. Es gab Szenen, in denen Alcacer seine Stärken andeutete, wie zum Beispiel beim Ballgewinn deutlich hinter der Mittellinie und dem sofortigen Steilpass auf Marco Reus.

Akanji muss auf die Zähne beißen

Gutes Auge, schnelle Auffassungsgabe. Doch es war unterm Strich ein schwieriges Spiel für den Spanier nach einer Zwangspause von drei Partien. Alcacer hatte in jedem seiner bisherigen Einsätze getroffen, in Wolfsburg ging er erstmals leer aus. Eine wertvolle Einheit, um Wettkampfhärte für die kommenden Aufgaben in Madrid und gegen die Bayern zurückzuerlangen, war die Partie in der Volkswagen Arena allemal.

Das galt auch für Manuel Akanji, dessen Rückkehr ins Team nach überstandenen Hüftproblemen eigentlich erst für das Bayern-Spiel anvisiert worden war, der nach einer kurzen Trainingswoche aber grünes Licht gab und von seinem Trainer gleich wieder in die Startelf beordert wurde. Dieses Vertrauen "ehre ihn", meinte der Schweizer nach harten 90 Minuten, vor allem in der Schlussphase musste Akanji auf die Zähne beißen.

Unfreiwillige Torvorlage

Neben dem erneut sehr starken Dan-Axel Zagadou fiel der Abwehrchef ein wenig ab. Er steigerte aber seine Zweikampfquote nach der Pause von durchwachsenen 33 auf immerhin 50 Prozent. Auch das spricht dafür, dass er mit jeder Minute Sicherheit gewann. 62 Ballkontakte notierte er zudem.

Dritter Comeback-Spieler nach einer veritablen Zwangspause war Thomas Delaney. "In der Schlussphase musste ich kämpfen", gestand der Däne, der zwei Torschüsse abgab - und die eher unfreiwillige Vorlage zum entscheidenden Tor beisteuerte. Eigentlich, gestand er verschmitzt, habe er aufs Tor köpfen wollen. Marco Reus bedankte sich mit dem entscheidenden 1:0, sein sechstes Saisontor in der Bundesliga.

"Wir sind uns nicht unähnlich"

Das Duo Axel Witsel/Delaney erledigte seine Aufgabe im defensiven Mittelfeld über weite Strecken sehr solide. "Wir sind uns nicht unähnlich", meinte Delaney, "aber es funktioniert dennoch schon sehr gut." Witsel bringe die Ruhe am Ball mit, das gute Auge und die Technik, "das ergänzt sich zu mir sehr gut." Delaney gewann 13 seiner 23 Zweikämpfe, darauf lässt sich aufbauen. Nach seiner Zehenverletzung hatte der Däne "noch ein bisschen Schmerzen, aber das gehört dazu."

Den Sieg auch auf diese Art und Weise erzielt zu haben, nicht mit der besten spielerischen Leistung, aber harter Arbeit, das stellte nicht nur Delaney zufrieden. "Hier zu gewinnen, ist nie leicht", meinte Sebastian Kehl. "Sie agieren mit ihrer Körpergröße, guten Standards. Da haben wir heute gut gearbeitet, auch wenn wir es uns leichter hätten machen können."

Besonders motivierte Bayern

Kehl sprach damit das nachlässige Ausspielen eigener Kontergelegenheiten an. Nach großer Effizienz im Ausspielen der eigenen Chancen in der Anfangsphase der Saison machte sich der BVB in Wolfsburg wie schon im Spiel gegen die Hertha das Leben am Ende selber schwer. "Ein 1:1", meinte auch Favre, "stand immer im Raum. Es war gefährlich, weil wir es nicht geschafft haben, das zweite Tor zu machen."

Vier Punkte Vorsprung hat der BVB nun auf die Bayern, "das nehmen wir gern mit", meinte Delaney, "aber das sagt noch nicht viel aus." Sebastian Kehl ahnte schon, "dass der Punktverlust der Bayern sie für das Spiel bei uns besonders motivieren wird." Mehr mochten die meisten nicht über den kommenden Samstag reden. "Wenn ich es richtig im Kopf habe", meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, "haben wir vorher ja noch ein anderes Spiel." Auf das Duell mit Atletico freut sich der BVB besonders. "Wir haben sie mit 4:0 geschlagen", meinte Delaney. "Man kann sich vorstellen, dass sie das nicht auf sich sitzen lassen wollen und alles daran setzen, das zu Hause zu korrigieren."

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