Bittere Derby-Niederlage

Favre hakt den Titel ab - BVB-Trainer bezeichnet Elfmeterpfiff als Skandal

Das 2:4 ist die wohl bitterste Derby-Niederlage des BVB in der Bundesliga-Geschichte. Nach der vierten Dortmunder Saison-Niederlage ist der Titelkampf entschieden - glaubt Lucien Favre.

"Der Titel ist gespielt, das ist sehr schwer für mich zu akzeptieren." Den Handelfmeter gegen den BVB sah der Schweizer als Knackpunkt des Spiels, das sorgte für einen selten erlebten emotionalen Ausbruch des Schweizers.

"Eine Schande"

Favre bezeichnete den Pfiff als "absoluten Skandal", der Fußball mache sich "lächerlich", die Regelhüter, die diese Auslegung zu verantworten hätten, "können nicht mehr in den Spiegel schauen." Es sei "eine Schande." Selten zuvor hatte man den 61-Jährigen so emotional erlebt. "Ziel des Gegners ist doch nur noch, dem Gegenspieler im Strafraum irgendwie an die Hand zu schießen." Favres Aufregung konnte auch Huub Stevens nachvollziehen. "Wir hatten eine ähnliche Geschichte vor einigen Wochen. Man sieht mittlerweile Verteidiger, die mit den Händen hinter dem Rücken verteidigen. Das ist doch kein verteidigen."

Bei "Sky" sprach auch Ex-Schiedsrichter Markus Merk sein großes Unverständnis über den Pfiff von Felix Zwayer aus. "Ich sehe eine fußballtypische Bewegung. Es gab keine Chance für Julian Weigl, den Ball zu sehen. Wir diskutieren viel über die Präzisierung des Handspiels. Es gibt zwei Fälle: Ist die Hand über Kopfhöhe, dann ist es eine unnatürliche Bewegung. Hat er bewusst die Körperfläche verbreitet, ist es Elfmeter. Beides trifft aber auf Weigl nicht zu."

Taktische Umstellung war Makulatur

Favre fiel es schwer, die aus seiner Sicht spielentscheidende Situation nicht ausschließlich als vorentscheidend in dieser Partie auszumachen. Dass seine Mannschaft sich von aggressiven Schalkern den Zahn ziehen und einschüchtern ließ, verschwieg er allerdings. Dass sie fußballerisch nur in wenigen Szenen in der Lage war, Schalkes Deckung auszuhebeln, ebenso. Taktisch reagierte Favre auf den Rückstand erst nach der Pause. Die Umstellung war Makulatur, als sich seine Mannschaft binnen weniger Minuten zwei Rote Karten einhandelte.

Auch Felix Zwayer äußerte sich zu der umstrittenen Szene. "Der Arm war auf Schulterhöhe ausgestreckt. Da war die Entscheidung für mich relativ leicht zu treffen. Es ist nach aktueller Auslegung ein Strafstoß", sagte Zwayer, fügte dann noch einen Satz an, der sein persönliches Dilemma ganz gut zusammenfasste: "Wenn Experten mit dieser Regel nicht einverstanden sind, ist das deren gutes Recht. Wir setzen sie um. Wir sind dann die ärmsten Schweine."

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