Borussia Dortmund

BVB gegen Gladbach - beide Teams vorm Spitzenspiel in Personalnot

Der BVB empfängt Gladbach. Das Borussen-Duell ist das Spiel Erster gegen Zweiter - das Beste, das die Bundesliga zu bieten hat. Schade nur, dass nicht das beste Personal zur Verfügung steht.

Noch einmal spielen, dann ist Weihnachten. Borussia Dortmund gegen Borussia Mönchengladbach (Freitag, 20.30 Uhr, live im ZDF), das ist ein Jahresabschluss, der es kribbeln lässt - Erster gegen Zweiter. Früher hat man solche Duelle Sechs-Punkte-Spiele genannt, die es natürlich eigentlich nicht gibt. Aber irgendwie ja doch. Schließlich hat die Borussia aus Westfalen sechs Punkte Vorsprung auf die Borussia vom Niederrhein. Bei einem Sieg wären es neun Punkte Abstand in der Tabelle, bei einer Niederlage nur noch drei.

Aus neun mach drei?

Aus neun mach drei, innerhalb von nur drei Tagen? Das ist das Drohszenario für den BVB nach der Niederlage in Düsseldorf vom vergangenen Dienstag. Es gibt durchaus Statistiken, die aus Dortmunder Sicht Mut machen, dass es nicht so kommt. Der BVB hat noch kein Heimspiel unter Favre verloren, zwei Spiele hintereinander auch noch nicht und Borussia Mönchengladbach ist in der jüngsten Vergangenheit eine Art Lieblingsgegner (sechs Siege in Folge).

Doch es gibt auch Grund zur Sorge. Das liegt vor allem daran, dass bei Borussia Dortmund die Spieler fehlen, die am besten wissen, wie man Gegentore verhindert. Manuel Akanji (Muskelfaserriss), Abdou Diallo (Zerrung), Dan-Axel Zagadou (Stauchung im Fuß): Die erste Wahl im BVB-Abwehrzentrum muss in diesem Jahr um den Weihnachtsbaum humpeln statt tanzen.

Favre steht gegen seinen Ex-Klub vor Problemen

BVB-Trainer Lucien Favre, der auf den Klub trifft, den er von 2011 bis 2015 trainierte und von einem Abstiegsplatz in die Champions League führte, hat gleich zwei Probleme zu lösen. Zum Einen hat er in Ömer Toprak nur noch einen gesunden und gelernten Innenverteidiger übrig, zum anderen kommt in Borussia Mönchengladbach die zweitbeste Offensive der Bundesliga in den Signal Iduna Park. Unglückliches Timing wäre geprahlt.

Der Schweizer sagt: "Wir wissen noch nicht, wie wir es in der Abwehr lösen." Vermutlich rückt Lukasz Piszczek, für gewöhnlich als Rechtsverteidiger unterwegs, in die Mitte. Und Favre sagt weiter: "Gladbach ist eine sehr effiziente Mannschaft. Es geht viel in die Tiefe und sehr schnell nach vorne. Und sie sind sehr gut organisiert."

Auch Gladbach fehlen etliche Spieler

Vielleicht hilft es da ja ein bisschen, dass die andere Borussia auch ziemlich genau weiß, wie unschön sich Verletzungssorgen anfühlen. Kapitän Lars Stindl (Sprunggelenkprobleme) droht auszufallen, gleiches gilt für Jonas Hofmann, ehemals BVB (Hüftprobleme), und Weltmeister Christoph Kramer (Sprunggelenk). Raffael (Schlüsselbeinbruch) fällt sicher aus. Und in der Abwehr sieht es bei den Fohlen ähnlich düster aus wie beim BVB. Matthias Ginter fehlt gegen seinen Ex-Klub wegen seines Kiefer- und Augenhöhlenbruchs, Publikumsliebling Tony Jantschke wegen muskulärer Probleme und Mamadou Doucouré wegen eines Muskelbündelrisses.

"Wir werden am Freitag entscheiden, wer dabei sein kann", sagt Gladbachs Trainer Dieter Hecking. "Es macht keinen Sinn, Spieler, die nicht bei 100 Prozent sind, in so einem Spiel einzusetzen."

3:3 steht es schon vor dem Spiel

Bei den verletzten Innenverteidigern steht es also vor dem Anpfiff schon 3:3. Den beiden Torfabriken der Liga (42 Tore BVB, 35 Gladbach) winkt eine lustige Weihnachtsfeier. Denn Dortmund und Gladbach haben in dieser Saison nicht nur die meisten Tore erzielt, sie weisen auch die beste Chancenverwertung auf. Beim BVB ist jeder fünfte Schuss ein Treffer (Ligaspitze), bei den Fohlen sitzt jeder siebte Torabschluss. Klingt alles so, als könnte es am Freitagabend häufig klingeln im Signal Iduna Park. "Kling, Törchen, klingelingeling." Passt ja irgendwie in die Zeit.

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