Borussia Dortmund

BVB verspielt immer mehr Vorsprung auf die Bayern - Götze: "Das war zu wenig"

Das 0:0 in Nürnberg bestätigt den negativen Trend beim BVB, der Vorsprung an der Spitze ist nach dem dritten Bundesliga-Remis in Serie weiter geschrumpft. Und jetzt kommt Leverkusen.

Axel Witsel versuchte alles, aber er blieb dabei ähnlich in Ansätzen stecken wie zuvor die Mannschaft der Borussia beim Versuch, das Nürnberger Bollwerk zu knacken. Es war während des Spiels und auch danach schwierig für den Denker und Lenker im Dortmunder Mittelfeld. Wie soll man auch ein 0:0 des Tabellenführers beim arg limitierten Letzten schlüssig erklären?

Witsel griff dem vor, was er nach Spielen ansonsten gern über seine sozialen Kanäle verbreitet. Das variiert je nach Ausgang, und am Montagabend und frustrierenden 90 Minuten für den BVB lautete seine Kernbotschaft so: "Wir sind enttäuscht über den Ausgang, wir müssen nun versuchen, gegen Leverkusen in die Spur zurückzufinden."

Das klang reichlich lahm, und auch einige andere im BVB-Dunstkreis verharrten ungeachtet der Ergebnisse zumindest in der Öffentlichkeit beharrlich im Normalmodus. Sebastian Kehl bat um eine sachliche Bewertung und mahnte, "nicht zu vergessen, wo wir herkommen!" Den von neun auf drei Punkte geschmolzenen Vorsprung auf die Bayern im Titelrennen meinte er damit eher nicht. Und Trainer Lucien Favre lachte die Frage nach einer Krise einfach weg. "Wir haben nicht schlecht gespielt", behauptete er, "wir haben nur das 1:0 nicht gemacht. Das gehört mal dazu!"

Dem BVB fehlen Power und Entschlossenheit

Man kann davon ausgehen, dass seine Analysen der Mannschaft gegenüber wesentlich mehr ins Detail gehen. Denn Favres Satz enthielt allenfalls die halbe Wahrheit. Es war in der Tat schwer gegen diese maximal defensiv ausgerichtete Nürnberger Mannschaft, "die dann nach der Pause zwei Busse vor dem Tor geparkt hatte", wie Kehl bildhaft umschrieb. Doch gerade in der Phase nach gut einer Stunde, in der man meinte, der BVB habe den Gegner müde gespielt, ihn sich zurechtgelegt und könnte nun die entscheidenden Stiche setzen, fehlten dem Gast Power und Entschlossenheit.

So oft hatte der BVB in dieser Saison in der Endphase schon den entscheidenden Punch gesetzt. Zum wiederholten Male in den vergangenen Wochen aber war Borussia Dortmund jetzt nicht in der Lage, noch einmal zuzulegen. Vielleicht war die Angst größer, einen entscheidenden Fehler zu machen. Vielleicht aber war auch einfach nicht genügend Reserve im Tank?

Götze und Bürki werden deutlicher

Andere wurden wesentlich deutlicher in ihren Augen. Mario Götze zum Beispiel, der sein wohl bestes Saisonspiel machte und gleich sechs Torschüsse auf den Kasten von Christian Mathenia brachte, gab zu: "Dieses Spiel müssen wir einfach gewinnen. Das war definitiv zu wenig!"

Roman Bürki, nur bei einem Kopfball des Nürnbergers Hanno Behrens gefordert, sprach von seiner Frustration, "da von hinten zuzuschauen. Wir haben Chancen, aber nichts Zwingendes. Uns fehlt einfach die Durchschlagskraft und der Körper!" Dies bestätigte auch die Statistik: Dortmund hatte elf Ecken, schlug mehr als ein Dutzend Flanken, doch Nürnberg verteidigte das recht mühelos. Bürki bemerkte richtig: "Wir sind oft unterlegen."

Nach fünf sieglosen Pflichtspielen in Serie ist die erste Krise in dieser Saison da. Dass sie mit dem Fehlen des Kapitäns zusammenfällt, ist kein Zufall, kann aber nicht als alleiniger Erklärungsansatz gelten. Der Mannschaft, so scheint es, fehlt derzeit auch der berühmte "Plan B", um innerhalb des Spiels reagieren zu können, wenn es so kompliziert ist wie am Montag. Favre gibt auch mit seinen Personalentscheidungen einige Rätsel auf. Dass viele junge Spieler unerfahren im Umgang mit dieser Situation sind, kommt hinzu.

Reus droht auch gegen Leverkusen auszufallen

Marco Reus hat diese Erfahrung, aber er könnte auch noch das wichtige Spiel am Sonntag gegen Leverkusen verpassen. Kehl dämpfte die Hoffnungen auf eine rechtzeitige Genesung des an allen Ecken und Enden fehlenden Kapitäns, als er erklärte: "Wir arbeiten mit Hochdruck, aber es wird knapp."

Die Hoffnung ist da, dass es gegen die Werkself ein ganz anderes Spiel wird, weil Bayer gern hoch presst und offensiv spielt. Favre meinte in Bezug auf die für den weiteren Verlauf so eminent wichtige Partie: "Wir sollten einiges verbessern!" Da hatte er Recht.

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