Borussia Dortmund

Watzke will den BVB in der "Breite und Spitze" weiter verbessern

Die Restrukturierung beim BVB ist noch lange nicht abgeschlossen, Hans-Joachim Watzke hat konkrete Pläne für die zweite Phase der Kader-Optimierung. "Ein paar Transfers" werde es geben.

Watzke weiß, was er den Fans schuldig ist als einer von zwei Hauptgästen bei "Brinkhoff?s Ballgeflüster", das diesmal unweit des Florianturms mitten in der Stadt stattfindet. Nachdem man im Sommer den Umbruch mit weitreichenden und gravierenden Kader-Korrekturen eingeleitet hat, sieht Watzke den BVB auf einem sehr guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel.

Watzke sieht "erhebliches Verbesserungspotenzial"

"Ich sehe noch erhebliches Verbesserungspotenzial", erklärte der 59-Jährige vor den gut 200 geladenen Anhängern. In der "Breite und Spitze" wolle man die Mannschaft noch weiter stärken, "wir werden mit Sicherheit was machen, wenn auch vielleicht nicht in dem Umfang wie im vergangenen Sommer."

Watzke ist locker drauf und gut gelaunt. Das 0:0 vom Montag hat er abgehakt, auch wenn er Mario Götze, der der zweite Gast von Moderator Norbert Dickel ist an diesem Abend, noch mit auf dem Weg gibt, dass er es gern gesehen hätte, "wenn Ihr Euch mehr gewehrt hättet."

Watzke: "Man muss sich nicht alles gefallen lassen"

Weniger der Kampf gegen die wackeren Nürnberger ist damit gemeint als vielmehr die Tatsache, dass Schiedsrichter Harm Osmers den Stör-Aktionen der Nürnberger Fans machtlos gegenüber gestanden habe und dann vor der Ausführung einer BVB-Ecke auch noch zur Pause gepfiffen habe - eine Art Kapitulation, wie Watzke findet. "Wir sind halt eine liebe Truppe. Aber man muss sich nicht alles gefallen lassen."

Die momentane Durststrecke? "Normal", findet Watzke, "guckt euch das Durchschnittsalter an. Wir hatten zuletzt sechs Spieler im U23-Alter auf dem Rasen." Sorgen mache er sich deshalb nicht. "Die Mannschaft ist charakterfest, hat Moral, aber man muss klar sagen, dass uns noch die Reife fehlt." Und Watzke kennt auch das Rezept, um die Talsohle hinter sich zu lassen: "Arsch zusammenkneifen, Leverkusen schlagen. Das hilft!" Dafür gibt es viel Applaus.

Götze berichtet von einem ganz speziellen Moment

Mario Götze kommt in diesen kurzweiligen 60 Minuten oft ein wenig zu kurz, Watzke dominiert die Szenerie. Applaus bekommt der 26-jährige Götze, als er von der Wichtigkeit der Augsburg-Partie für seinen persönlichen Saisonverlauf spricht. "Ich hatte es in den ersten Wochen nicht so leicht. Augsburg war die Wende!" Emotional sei es gewesen, mit seinem sechs Jahre jüngeren Bruder gemeinsam auf dem Rasen zu stehen, und dann natürlich sein Tor. "Ein ganz spezieller Moment."

Watzke dämpft anschließend ein wenig die Erwartungen. "Der BVB-Fan darf träumen, wir müssen es richtig einordnen", sagt er. "Rückschläge waren einprogrammiert, aber ich sehe uns auf einem guten Weg Richtung Champions League. Schon jetzt ist klar, dass wir eine Top-Saison spielen."

Watzkes Geburtstagswunsch bleibt unausgesprochen

Die Krönung könnte im Mai folgen, Watzke vermeidet das Wort Meisterschaft, auch als er nach einem Wunsch für seinen 60. Geburtstag im Juni gefragt wird. "Ich habe einen, nenne ihn aber nicht, weil das dann in zwei Stunden gleich über alle Agenturen in ganz Deutschland verbreitet würde." "Ihr könnt es euch", schiebt er hinterher, "aber ja sicher denken!"

Egal, wie die Saison endet, wenn Watzke dann im Juni den runden Geburtstag feiert, dann ohne großes Tamtam. "Salbungsvolle Reden törnen mich ab, und ich entscheide auf einer Feier gern, wann ich gehe." Das sei schlecht möglich, wenn man der Gastgeber ist.

Bei Reus hat der BVB keinen Druck

Er dämpft auch die Hoffnungen, dass der BVB am Sonntag im wichtigen Spiel gegen Leverkusen wieder mit Marco Reus antreten kann. "Eine diffizile Geschichte" sei das bei Reus, "er ist unser Fixstern, aber wir dürfen die Nerven nicht verlieren."

Die Rechnung sei einfach: "Wir haben keinen Druck, wenn man weiß, das eine Spiel mehr Pause würde dafür sorgen, dass er den Rest der Saison zur Verfügung steht." Reus und Teamarzt Dr. Markus Braun müssten beide "komplett sicher sein." Einer der drei zuletzt fehlenden Eckpfeiler (Reus, Piszczek, Akanji) kehre ziemlich sicher zurück. Damit war - unschwer zu erraten - der Schweizer Abwehrchef gemeint.

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