Borussia Dortmund

Watzkes Kampfansage an die Bayern - nächster Entwicklungsschritt mit dem BVB

Der BVB sagt dem FC Bayern den Kampf an. "Wir wollen versuchen, auch in der kommenden Saison um den Meistertitel zu spielen", erklärte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Dienstag.

In einer Medienrunde sprach Watzke über die abgelaufene Saison und den nächsten Entwicklungsschritt der Borussia. Mit den 76 erreichten Punkten hätten Team und Trainer die Erwartungen übererfüllt, "wir waren bis auf zwei Punkte dran. Was sollen wir denn jetzt sonst als Ziel ausgeben?"

Hans-Joachim Watzke über?

? die Enttäuschung am Samstag: Die war natürlich da, weil ich glaube, dass da mehr drin war. Wir haben die Saison am Montag mit dem Beirat und dem Aufsichtsrat analysiert, am Dienstag erfolgt jetzt noch die Analyse mit dem Trainer. Was wir da besprechen, wird aber komplett intern bleiben.

? die Neu-Formulierung von Saisonzielen: Wir werden in die neue Saison gehen mit der klaren Maßgabe zu versuchen, erneut um die Deutsche Meisterschaft zu spielen. Weil wir glauben, dass wir das nicht nur unseren Fans schuldig sind, sondern weil wir glauben, dass wir da auch eine Verpflichtung haben. Nach wie vor trennen uns und die Bayern Welten, aber wenn wir das nicht versuchen?

Wir hatten 2016 schon eine ähnliche Situation, haben damals aber am Saisonende in Hummels, Mkhitaryan und Gündogan drei Leistungsträger verloren. Von daher war eine so offensive Formulierung neuer Ziele damals nicht angebracht. Jetzt verlieren wir von den Top-Leistungsträgern nur Christian Pulisic. Und wir waren bis auf zwei Punkte dran. Was sollen wir denn sonst sagen?

... den Grund, warum man in dieser Saison das Ziel Meisterschaft nicht eher ausgegeben hat: Nachher weiß man immer alles besser. Wir diskutieren so etwas laufend, uns erschien das im Winter mit einer Mannschaft mit so vielen jungen Spielern noch etwas zu fragil. Im Nachhinein, sage ich heute, hätte man es nach dem Sieg in Leipzig vielleicht schon so formulieren sollen.

? die abgelaufene Saison: Ich habe gelesen, wir wären krass abgestürzt in der Rückrunde. Da empfehle ich eine tiefergehende Analyse. Wir haben 34 Punkte geholt, damit war die Rückrunde schwächer. Aber 34 mal 2 wären auch 68, und damit wären wir auch Zweiter geworden. 76 Punkte sind deutlich mehr als wir erwartet hatten, damit hat auch der Trainer deutlich mehr geliefert, als wir erwartet hatten.

? entscheidende Punktverluste: Für mich war nicht das Derby entscheidend. Es gibt immer Spiele, wo es nicht läuft. Entscheidend waren für mich zwei exemplarische Beispiele. Gegen Hoffenheim machen wir Mitte der zweiten Hälfte das 3:0, genau so war es in Bremen, die wir in der ersten Hälfte an die Wand gespielt haben. Da gibt es keine Diskussionen, diese beiden Spiele musst du gewinnen. Und wenn du Deutscher Meister werden willst, muss man das auch erwarten können. Dafür fehlte uns dann vielleicht ein bisschen die Titelreife.

? die Entwicklung des BVB: Ich bin Samstagnacht an den Schildern vorbeigefahren, die die Wegeführung des geplanten Korsos erklärt haben. So ein Korso musst du ja mit der Stadt drei Wochen im Voraus planen. Da ist mir bewusst geworden, dass wir 2011, 2012 jeweils einen Korso hatten, 2013 war er auch geplant, hat aber nicht stattgefunden, 2014 und 2015 fiel er auch aus. 2016 haben wir das Elfmeterschießen im Pokalfinale verloren, er fiel auch aus. 2017 fand der Korso statt. 2018 war also das einzige Jahr bislang in diesem Jahrzehnt, wo wir nicht am Ende der Saison die Möglichkeiten hatten, noch einen Titel zu gewinnen. Da kommt man dann schnell zu der Erkenntnis, dass keine andere Mannschaft als wir die klare zweite Kraft in Deutschland ist.

? die Ansätze zu weiteren Verbesserungen: Wir müssen den nächst en Entwicklungsschritt machen, das ist das Wichtigste. Natürlich musst du den ein oder anderen ordentlichen Transfer machen. Aber es wird oft übersehen, dass du das Entscheidende selbst entwickeln musst. Im Gegensatz zu früheren Zeiten haben wir jetzt aber nicht mehr so die Zeit, Dinge zu entwickeln. Als wir 2008 mit Subotic und Hummels in der Innenverteidigung gespielt haben, haben die auch ein paar richtig dicke Böcke geschossen. Das hat man über die Jahre nur vergessen. Aber wir hatten die Zeit, wir haben das durchgezogen. Genauso ist es jetzt. Wir haben junge Spieler, die müssen sich entwickeln.

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