Bundesliga-Topspiel

Hummels erwischt gegen den BVB einen schwarzen Tag

Bei seiner Rückkehr nach Dortmund erwischt Mats Hummels einen schwarzen Samstag. Gegen den BVB spielt der 29-Jährige - gehandicapt durch eine Erkältung - ungewohnt fahrig.

Es war eine symbolische Szene für die zweiten 45 Minuten beim 3:2-Sieg des BVB gegen den FC Bayern. Mats Hummels vertändelte in der 62. Minute gegen Jadon Sancho den Ball. Der junge Engländer zog mit atemberaubender Geschwindigkeit am Ex-Dortmunder vorbei. Sicher, auch ein Mats Hummels in Topform hätte dieses Sprintduell gegen den wieselflinken 18-Jährigen kaum gewonnen. Er hätte es aber wohl durch Stellungsspiel, Ballsicherheit und faire Zweikampfhärte gar nicht erst dazu kommen lassen. Die Szene führte zu keinem Tor, da Alcacer vergab.

Mit dem Kopf "nicht ganz so da"

Dennoch spiegelte sie die zweite Hälfte des Spiels wider: Schnelle, vor Kraft strotzende Dortmunder, gegen ab Mitte des zweiten Durchgangs müde wirkende Bayern nach. Doch schon in der ersten Halbzeit - den wohl besten 45 Bayern-Minuten der Saison - war es Hummels, der Marco Reus zur ersten und einzigen richtigen Chance der Schwarzgelben einlud (10.) Er war bei eigenem Ballbesitz zu zögerlich. Der gedankenschnelle Marco Reus (RN-Note: 1,5) spitzelte ihm das Leder vom Fuß, sein Abschluss aber glich eher einer Rückgabe.

"Ich glaube, man hat bei den beiden Szenen gesehen, dass mein Kopf nicht so ganz da war", sagte Hummels selbstkritisch. Der Innenverteidiger beantwortete geduldig die Fragen der Medienvertreter, während die meisten seiner Teamkollegen mit Tunnelblick Richtung Ausgang rauschten.

Ungewohnt fahrig

Der 29-Jährige war mit einer Erkältung in das Spiel gegangen. Diese Erklärung für ein schwaches Spiel seinerseits sorgte nach dem Spiel für Verwunderung. Er hatte aber von den Ärzten grünes Licht bekommen, wie auch sein Trainer Niko Kovac bestätigte.

In seinem alten Wohnzimmer wirkte Hummels ungewohnt fahrig, gab bis zu seiner Auswechslung (65.) ein Sinnbild der bisherigen Saison der Münchner ab. In Dortmund kassierte der FCB bereits seine dritte Saison-Niederlage. Zum Vergleich: In der gesamten vergangenen Spielzeit waren es vier. Bayern München hat bereits sieben Punkte Rückstand auf den BVB.

Älteste Mannschaft der Liga

Nach dem ersten Saison-Drittel ist das nur bedingt aussagekräftig. Das Kräftemessen mit dem BVB war aber aussagekräftig genug, um den aktuellen Zustand der Münchner Mannschaft zu beschreiben. Sie bot alles auf, dominierte Halbzeit eins und ging mit einer Führung in die Pause. Doch das laufintensive Spiel verlangte der, im Schnitt ältesten Mannschaft der Liga (27,4 Jahre), alles ab.

Insgesamt war man sich in München aber einig, ein gutes Spiel abgeliefert zu haben. Präsident Uli Hoeneß erklärte am Sonntag bei "Wontorra - der Fußball-Talk", "Werbung für den Fußball" und die Bundesliga gesehen zu haben. Das Spiel habe auch gezeigt "dass unsere Mannschaft wieder in einem sehr guten Zustand ist". Auch Mats Hummels wolle darauf aufbauen, um wieder zum eigenen Spiel zu finden und aus der Situation "eine neue Stärke" zu entwickeln.

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