BVB-Einzelkritik

Bürki rettet sein Team - Guerreiro sucht nach seiner Form

MÜNCHEN - 45 Minuten lang drohte Borussia Dortmund beim FC Bayern der Untergang. In der Defensive war der BVB komplett überfordert. Trotz einer klaren Leistungssteigerung gelang dann nicht mehr als das 1:2. Die Schwarzgelben in der Einzelkritik.

Roman Bürki: Im Minutentakt flogen ihm zu Beginn die Bälle um die Ohren. Gegen Robert Lewandowski (8.) und Franck Ribery (11.) rettete er noch, gegen Jerome Boatengs Kopfball war er dann machtlos (13.) wie auch gegen Thomas Müllers Lupfer (40.). Einen Abspielfehler machte er selber wett (46.), ehe er gegen Müller die nächste Glanzparade zeigte (50.). Ohne ihn wäre die Partie früh entschieden gewesen. Note: 2,0

Jeremy Toljan: In der Anfangsphase spielten ihn Ribery und David Alaba bei jedem Angriff schwindelig. In den Zweikämpfen hoffnungslos unterlegen. Als die Bayern deutlich nachließen, sorgte er dann für sanfte Belebung auf dem Flügel. Note: 5,0

Marc Bartra: Erstmals beorderte ihn Stöger in die Startelf. Nicht nur bei Arturo Vidals Latten-Kopfball orientierungslos (3.). Er konnte weder Toljan außen helfen noch innen verdichten. Nach einer halben Stunde ohne Verletzung ausgewechselt. Note: 5,0

Sokratis: Als zentraler Mann in der Abwehrkette sofort vollbeschäftigt, ohne für Stabilität zu sorgen. Hielt mit einer ordentlichen Zweikampfquote dagegen und Lewandowski in Schach. Note: 4,0

Ömer Toprak: Gedanklich und im Antritt viel zu langsam gegen die beweglichen Bayern. Beispielhaft passiv, als Lewandowski mit Müller vorm 2:0 Doppelpass spielte (40.), später besser. Note: 4,5

Marcel Schmelzer: Bekam die Seite nicht dicht. Auch, weil ihm Unterstützung fehlte. Als Müller ihn stehen ließ, schaute er nur noch aus der Ferne zu (40.). Biss sich in die Partie rein. Note: 4,0

Shinji Kagawa: Zunächst komplett in der Verteidigung eingespannt, dort war er aber keine große Hilfe. Im Spiel nach vorne blieb er lange blass. Nach der Pause besser. Erst verzog er freistehend aus zehn Metern, als der Anschlusstreffer fast Pflicht gewesen wäre (55.), dann mit einer sehenswerten Vorarbeit für Yarmolenkos Anschlusstreffer (77.). Note: 3,5

Julian Weigl: Von allen Seiten flitzten die Münchner an ihm vorbei. Er ist halt mehr Stratege als Staubsauger vor der Abwehr, dementsprechend überfordert gegen den rot-weißen Angriffswirbel. Das besserte sich, als er endlich aktiver wurde. Note: 4,0

Raphael Guerreiro: Der Portugiese kommt seit seiner Verletzungspause nicht in Form und blieb auch in München den Nachweis seiner Klasse schuldig. Seine dringend benötigte Winterpause begann nach 54 Minuten. Note: 5,0

Andrey Yarmolenko: Er hält den Ball zu oft so lange, bis nur noch der Rückpass möglich ist. Frei vor dem Tor verschenkte er die Chance zum möglichen 1:1 (33.). Da hätte er dem Spiel eine Wende geben können. Holte seinen Treffer dann per Kopfball nach (77.). Note: 4,0

Christian Pulisic: In vorderster Front aufgeboten. Bei hohen Bällen gegen Niklas Süle und Boateng bot der kleine Dribbler keine Anspielstation, nur wenn er mit Ball am Fuß Tempo aufnehmen konnte, brachte er die Bayern in Bewegung, wie vorm Pass auf Yarmolenko (33.) und bei einigen Spurts. Note: 3,5

Mahmoud Dahoud: Stöger brachte ihn nach 34 Minuten für Bartra und stellte dann auf Viererkette um. Mit ihm als weiterer Aufbaustation im Mittelfeld kam der BVB besser zurecht und drängte noch auf den Ausgleich. Note: 3,0

Andre Schürrle: Sein achter Teilzeiteinsatz in dieser Saison begann diesmal nach 54 Minuten. Durchaus präsent, wenn auch ohne Glück beim Distanzschuss (86.). Note: 3,5

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