Der BVB-Kommentar

Sportlicher Offenbarungseid! Bosz ist nicht zu halten

DORTMUND - Alles andere als die Verkündung der Trennung von Peter Bosz spätestens am Sonntagvormittag wäre nach diesem sportlichen Offenbarungseid der Borussia gegen Bremen eine große Überraschung. Dirk Krampe kommentiert.

Wenn die Saisonziele in Gefahr gerieten, hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor nicht allzu langer Zeit erklärt, sei das die "rote Linie, die nicht überschritten werden darf." Mit dem Absturz auf Rang sieben ist dieser Fall nun auch offen ersichtlich eingetreten. Der Trend ist freilich schon viel länger besorgniserregend.

Zustand der Mannschaft ist desaströs

Nicht nur deshalb muss Borussia Dortmund handeln. Der interne Plan, sich in die (kurze) Winterpause zu retten, hat sich mit durch das 1:2 gegen Bremen überholt. Der Zustand der Mannschaft ist desaströs.

Physisch wie psychisch war sie der Drucksituation im Spiel gegen Bremen von der ersten Minute an nicht gewachsen. In einer Partie, die auch von den Spielern selbst als Endspiel, als letzten Zeitpunkt, um endlich eine Trendwende herbeizuführen, bezeichnet worden war, gab Borussia Dortmund im eigenen Stadion bis zur Pause nur einen Torschuss ab. Den man als solchen eigentlich nicht einmal bezeichnen durfte.

Bartra überfordert

Die Angst vor dem Fehler war unverkennbar deutlich größer als der Glaube an die eigenen Fähigkeiten. In so einer Phase braucht es einen deutlichen Input von außen, und spätestens da kommt der Trainer ins Spiel. Seine personellen Überlegungen fruchteten nicht. Warum Nuri Sahin aus der Startelf fiel, mochte Bosz nach der Partie nicht erklären. Warum Marc Bartra trotz offenkundiger Überforderung im Team verblieb, war ebenso rätselhaft.

Es ehrte Bosz, dass er die von Marcel Schmelzer an die Mannschaft delegierte Verantwortung für die Misere zurück zu sich holte. Bosz hat zwar nicht selbst zu nachlässig verteidigt vor dem 0:1 und 1:2, er war es auch nicht, der frei vor dem Tor beim Stand von 1:2 einen eigenen Mitspieler angeschossen hat. Doch trägt er sehr wohl die Verantwortung für die Entwicklung des BVB-Spiels hin zu dieser vertrackten Situation.

Die Stimmung kippt

Man wolle "den Bock mit Peter Bosz umstoßen", hatte Watzke vor dem Abflug nach Madrid am vergangenen Dienstag erklärt. Diese Überzeugung dürfte mit jeder Minute mehr und mehr geschrumpft sein.

Mit Bosz weiterzumachen, und sei es nur bis nach dem Pokalspiel in München, lässt sich dem erbosten Anhang kaum mehr vermitteln. So feindselig wie nach dem Abpfiff hat man die Situation vor der Südtribüne selten zuvor erlebt. Die Verbundenheit zwischen Fans und Mannschaft ist eins der höchsten Güter - auch bei Borussia Dortmund. Doch die Stimmung kippt. Die gellenden Pfiffe waren ein nicht zu überhörendes Alarmsignal.

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