Der BVB-Kommentar

Weiterarbeiten mit Peter Bosz ist eigentlich unmöglich

DORTMUND - Der nächste Nackenschlag für die gebeutelte Borussia hat noch einmal eine besondere Qualität. 4:4 nach 4:0, ausgerechnet im Revierderby, das darf selbst einer so stark verunsicherten Mannschaft wie dem BVB nicht passieren. Dirk Krampe kommentiert.

Ein Spiel, das lange nach einer Demütigung für den FC Schalke 04 aussah, das bis zur Pause geeignet zu sein schien, richtigen Rückenwind für eine verunsicherte Mannschaft zu geben, entwickelte sich über eine verstörende zweite Hälfte zu einem Fiasko für Schwarzgelb.

Geballte Enttäuschung

Gedemütigt mussten sich am Ende nicht die Schalker, sondern alle Borussen fühlen - nicht erst, als sie vor ihren Fans die geballte Enttäuschung in Form von gellenden Pfiffen und etlichen gefüllten Bierbechern zu spüren bekamen, die in ihre Richtung flogen. Das war nicht nur Liebesentzug, da war auch jede Menge Wut dabei.

Diese 97 Minuten werden so oder so nachwirken. Sie machen - nüchtern betrachtet - ein Weiterarbeiten mit Peter Bosz eigentlich unmöglich. Wenn Sportdirektor Michael Zorc nach dem Abpfiff davon sprach, "fassungslos" zu sein und darum bat, sich nicht weiter äußern zu müssen, "weil wir die Dinge erst einmal einordnen müssen", dann kann man das eigentlich nur in eine Richtung interpretieren.

Überraschende Umstellung auf Dreierkette

Bosz hatte überrascht mit der Umstellung auf eine Dreierkette. Ein System, in dem sich die Borussia durchaus wohl fühlte vor der Pause. Doch es gelang Boszwiederum nicht, korrigierend einzugreifen, als er merken musste, wie seiner Mannschaft das Spiel binnen Minuten aus der Hand glitt.

Dortmunder Spiele laufen schon seit einigen Wochen nach immer gleichem Muster ab. Bis zur Pause ist das meistens sogar in Ordnung, am Samstag war es herausragend gut, weil alles klappte, weil endlich auch einmal das Spielglück auf BVB-Seite war und beinahe jeder Schuss ein Treffer war.

Eklatante körperliche Probleme

Nach der Pause aber traten die eklatanten körperlichen Probleme immer deutlicher zu Tage. Dortmund kann nicht mehr gegenhalten, die Ordnung geht verloren, ein Aufbäumen ist kaum mehr erkennbar.

Für die körperliche Verfassung der Mannschaft ist schlussendlich der Trainer verantwortlich. Und wer Bosz nach dem Spiel erlebt hat, schwer geschockt, ratlos, desillusioniert und deutlich angeschlagen, der kann sich kaum vorstellen, dass mit ihm eine nachhaltige Wende möglich sein kann.

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