BVB-Personalkarussell

Wer kommt, wer geht, wer zögert? Anderlecht will Isak - Julian Brandt im BVB-Blickfeld

Für Borussia Dortmund steht das Saison-Finale unmittelbar bevor. Doch hinter den Kulissen mach man sich längst Gedanken über den Kader für die kommende Spielzeit. Wir geben einen Überblick.

Viele lose Enden hat Kaderplaner Michael Zorc derzeit noch in der Hand. Mit dem Saisonende aber wird Borussia Dortmunds Sportdirektor die Kader-Optimierung forcieren. Wir geben einen Überblick.

Balerdi soll ab Sommer in den Fokus rücken

Seinen ersten Neuzugang für die kommende Saison präsentierte der BVB bereits im Januar. Da verpflichtete die Borussia Leonardo Balerdi (20) als Vorgriff auf die neue Spielzeit. Den Transfer des blutjungen Innenverteidigers der Boca Juniors ließ sich Borussia Dortmund stolze 15,5 Millionen Euro kosten. Ab dem Sommer soll der Argentinier, der bislang nur in der U23 zum Einsatz kam, vollwertiges Mitglied der Profimannschaft werden.

Seine Verpflichtung aber war nur der Beginn der zweiten Phase der Kader-Neustrukturierung. Wenn die aktuelle Saison endet, wird der BVB erneut tief in die Tasche greifen, um den Kader zu optimieren - auf der Gegenseite allerdings kann Zorc auch mit der ein oder anderen Einnahme rechnen. Zusätzlich zu den 64 Millionen Euro, die der Klub für Christian Pulisic einstreicht.

Mit Schulz kommt die Wunschlösung für hinten links

Circa 25 Millionen Euro kostet den BVB die Verpflichtung von Nico Schulz (25, TSG Hoffenheim), der einen Vierjahresvertrag erhalten soll und die linke Defensivseite stärken wird. Mit dem deutschen Nationalspieler erhält der BVB seine Wunschlösung für die Seite, die Einigung wird wohl Anfang kommender Woche verkündet.

Einig ist sich die Borussia bekanntlich auch mit Thorgan Hazard (26, Borussia Mönchengladbach), dessen Zusage zu einem Wechsel vom Niederrhein an den Borsigplatz steht. Zum Streitfall könnte die Ablöse werden: Dortmund beharrt auf einer Summe unterhalb von 30 Mio. Euro, Gladbach möchte einen Transfererlös oberhalb von 40 Mio. erzielen.

Julian Brandt will in die Champions League

Die Dortmunder Planungen wären damit freilich längst nicht abgeschlossen. Im Leverkusener Julian Brandt ist ein weiterer deutscher Nationalspieler ins Blickfeld gerückt. Brandt kann die Werkself aufgrund einer Ausstiegsklausel am Saisonende für (günstige) 25 Millionen Euro verlassen. Eine Entscheidung, ob er die Option ziehen wird, hat der 23-Jährige für die Woche nach Saisonende angekündigt. Sie wird maßgeblich davon beeinflusst, ob Bayer noch die Champions League erreicht.

Hier kommt es zu einem kuriosen "Interessenskonflikt": Damit Leverkusen die Champions League verpasst (und Brandt erwägen könnte, den Verein zu verlassen, dürfte Gladbach sein Heimspiel gegen den BVB nicht verlieren. Alles andere als ein Dortmunder Dreier am Samstag aber würde dem BVB die Meisterchance kosten?

Philipp, Weigl und Co. werden ihre Zukunft überdenken

Aufgrund der zu erwartenden noch größeren Konkurrenzsituation im Dortmunder Kader werden einige Spieler aus dem aktuellen Kader ihre Perspektiven überdenken. Der VfB Stuttgart hat sein Interesse an einer Verpflichtung von Maximilian Philipp bereits erneuert - Voraussetzung für einen Wechsel aber wäre der Klassenerhalt der Schwaben.

Julian Weigl stand bei Thomas Tuchel ganz oben auf dem Wunschzettel, ein Abgang im Sommer ist nicht unwahrscheinlich. Schlechte sportliche Perspektiven besitzen Ömer Toprak und Mahmoud Dahoud. Sergio Gomez, der jüngste Profi im Kader, braucht Spielpraxis. Leihe oder Verkauf wahrscheinlich.

Alexander Isak schwankt noch - Interesse von Anderlecht

Gleich sieben Spieler hat Borussia Dortmund aktuell gerade an andere Vereine verliehen - mit zumeist schlechten Perspektiven auf eine Weiterbeschäftigung in Dortmund. Am ehesten hätte die noch Alexander Isak nach seinem herausragend guten Halbjahr bei Willem II in der niederländischen Eredivisie.

Der 19-Jährige schwankt noch, ob seine Chancen auf Spielzeit in Dortmund ausreichend groß sind - seine 13 Tore (plus fünf Assists) in nur 15 Spielen für Willem II aber haben auch das Interesse anderer Vereine geweckt. Nach Informationen dieser Redaktion soll der belgische Erstligist RSC Anderlecht seine Fühler nach Isak ausgestreckt haben und bereit sein, rund neun Millionen Euro Ablöse zu zahlen.

Leihspieler könnten zu Problemfällen werden

Schwieriger wird es für die Zorc, die anderen Leihspieler bei neuen Klubs unterzubringen. André Schürrle ist mit Fulham aus der Premier League abgestiegen, Felix Passlack hat bei Aufsteiger Norwich keine Rolle gespielt, Jeremy Toljan hat nach ordentlichem Start bei Celtic Glasgow seinen Stammplatz mittlerweile verloren. Shinji Kagawa dürfte für Besiktas Istanbul nicht finanzierbar sein. Ein Sonderfall ist Sebastian Rode, der wegen eines Knorpelschadens noch mehrere Monate verletzt ausfallen wird. Eine Lösung mit Eintracht Frankfurt wird angestrebt.

Dzenis Burnic als siebter verliehener Spieler hat sich bei Zweitligist Dynamo Dresden einen Stammplatz erkämpft. Der in Hamm geborene Sechser hat in einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger erklärt, er könne sich eine Zukunft in Dresden vorstellen.

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