BVB-Rückkehr nach Dortmund

Kranke Spieler werden isoliert - Schmelzer tadelt "Auba"

MARBELLA - Der BVB kehrt nach sieben Tagen Marbella zurück nach Dortmund. Auf dem Rückflug muss improvisiert werden. Unterdessen übt Kapitän Marcel Schmelzer Kritik an Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang.

Im Mannschafts-Airbus der Borussia wurden die letzten Reihen für die Kranken reserviert. Möglichst weit weg vom Rest des Kaders traten neun Spieler, Torwartrainer Matthias Kleinsteiber und Pressesprecher Sascha Fligge, allesamt geplagt von einem Magen-Darm-Virus, die Heimreise nach Deutschland an. Das erinnerte an die Rückreise vom Champions-League-Spiel bei Juventus Turin vor einigen Jahren, als drei Spieler mit Infekten ebenfalls vom Rest des Teams getrennt wurden.

"Unterm Strich bin ich zufrieden"

Borussia Dortmunds Trainingslager endete am Dienstag vorzeitig, ohne dass die Mannschaft wie eigentlich vorgesehen, am Vormittag noch eine letzte Einheit im Estadio Municipal des FC Amarbella absolviert hätte. Trainer Peter Stöger hatte das schon am Montagmittag entschieden, als wolkenbruchartiger Regen dem Rasen arg zusetzte und auch absehbar war, dass knapp die Hälfte seines Kaders aus Krankheits-, Verletzungs- oder Rehagründen ohnehin nicht würden trainieren können.

Den sportlichen Wert der sieben Tage an der Costa del Sol mochte Stöger trotz des holprigen Abschlusses nicht kleinreden. "Ich glaube trotzdem, dass die paar Tage für uns hier wichtig waren, auch um uns näher kennenzulernen", meinte Stöger nach dem 3:2-Erfolg im zweiten Test gegen Zulte Waregrem. "Es ist wie fast immer im Spitzensport. Es läuft nie alles ganz rund. Unterm Strich bin ich mit dem Trainingslager zufrieden."

"Darf für uns kein Thema sein"

Misstöne gab es am Ende aber dennoch. Kapitän Marcel Schmelzer machte in einem Interview mit "Sky Sport News HD" aus seinem Unmut über die erneuten Extravaganzen von Pierre-Emerick Aubameyang keinen Hehl. Schmelzer bezog sich auf die eigenmächtige Handlung Aubameyangs, der nach seiner verspäteten Ankunft im Trainingslager auch seinen Vater und seinen Bruder im Dortmunder Teamhotel "Grand Melia Don Pepe" einquartiert hatte - und damit gegen bekannte Richtlinien verstieß. Denn für Familienangehörige ist das Teamhotel eigentlich eine Tabuzone.

Schmelzer ging nicht zum ersten Mal auf Distanz zum Stürmer aus Gabun. "Wir als Mannschaft haben oft darüber gesprochen", meinte der derzeit verletzte BVB-Kapitän. "Ich glaube, auch Auba weiß, dass es für uns kein Thema sein darf."

Am Flughafen Malaga relativierte Schmelzer vor dem Heimflug seine Aussagen. Diese seien missverständlich dargestellt worden. Er habe die Frage zwar zu Aubameyang gestellt bekommen, habe aber generell erklären wollen, dass es wichtig sei, immer wieder mal aufkommende Probleme sofort anzusprechen, bevor sie groß werden könnten. Mit Aubameyang sei dies auch persönlich geklärt worden.

Stöger bleibt gelassen

Stöger mochte hingegen die Aubameyang-Thematik nicht überdramatisieren. "Ich habe die Familie von Aubameyang die ganze Zeit nicht gesehen. Ich könnte noch nicht einmal sagen, dass sie wirklich im Hotel waren und habe es nur gelesen", meinte er. "Ich habe andere Jungs gesehen, die haben sich mit Leuten irgendwo im Café getroffen. Für mich ist das kein so großes Thema. Mich hat es nicht gestört."

Zumindest in einem Punkt aber lag Stöger daneben, wie die späteren Aussagen Schmelzers zeigen. Stöger meinte nämlich: "Es war kein Thema bei der Mannschaft."

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