Champions League

Atletico Madrid zeigt dem BVB beim 0:2 die Grenzen auf

Die stolze BVB-Erfolgsserie ist gerissen. Ein ganz starkes Atletico Madrid bezwingt Dortmund mit 2:0 und versperrt den Schwarzgelben damit vorerst den Weg ins Achtelfinale der Königsklasse.

Giftig, laufstark, temporeich - Atletico Madrid war vom Anpfiff an anzumerken, dass es dieses 0:4 in Dortmund mächtig wütend gemacht hatte. Die in ihrem Stolz verletzten Madrilenen wollten die Schmach unbedingt tilgen und übten sofort ordentlich Druck aus auf den BVB. Schnell war klar, dass es im Estadio Metropolitano ein echter Härtestet für die Elf von Lucien Favre werden würde. "Sie haben sehr gut verteidigt und waren nach vorne immer gefährlich", sagte der BVB-Trainer, der die Niederlage aber auch nicht zu hoch hängen wollte. "Es ist nur ein Spiel, das kann passieren." Der spät eingewechselt Mario Götze meinte: "Wir wussten, dass Atleico hier in diesem Stadion eine andere Hausnummer ist."

Extrem viel Laufarbeit

Der BVB musste extrem viel Laufarbeit leisten, schon in der Anfangsphase einige brenzlige Situationen meistern - und Nehmerqualitäten beweisen. Denn Atletico ging mitunter sehr ruppig zu Werke, um den Gast zu beeindrucken. In den ersten 30 Minuten bewahrte die Borussia aber kühlen Kopf und wusste sich vor allem über die eigene linke Angriffsseite mit Achraf Hakimi und Jadon Sancho mehrfach vom Atletico-Pressing zu befreien.

Doch gerade, als der BVB ein wenig Kontrolle und Beruhigung in die Partie gebracht hatte, schlugen die Gastgeber eiskalt zu. Saul leitete das Tor mit einem Ballgewinn selbst ein, bekam den Ball von Filipe Luis von der linken Seite perfekt zurück, und Sauls satten Schuss aus zehn Metern lenkte BVB-Verteidiger Manuel Akanji zum 0:1 ins eigene Netz (33.). Die weiße Weste des BVB, der in den ersten drei Gruppenspielen dieser Champions-League-Saison ohne Gegentreffer geblieben war, hatte nach 303 Minuten ihren ersten hässlichen Fleck bekommen.

Dortmund wirkt geschockt

Und Atletico drückte weiter, suchte das schnelle 2:0, der BVB offenbarte in dieser Phase zu viele Lücken, kam plötzlich nicht mehr in die Zweikämpfe, wirkte geschockt. Atletico spürte das und erspielte sich nun Chancen im Minutentakt. Roman Bürki rettete mehrfach, vor allem die rechte Abwehrseite der Borussia bot Madrid zu viel Platz. Saul vergab das mögliche 2:0 (41.), es brannte bei jedem Angriff in der BVB-Defensive.

Offensiv gab es keine Entlastung mehr, Angel Correa und Antoine Griezmann dagegen drehten für Atletico, das ohne seine angeschlagenen Stars Diego Costa, Diego Godin und Koke auskommen musste, richtig auf - nach vorne getrieben in Orkanlautstärke von ihren enthusiastischen Fans. Der BVB leistete sich zu viele Abspielfehler und durfte froh sein, nur mit einem 0:1 in die Kabine geschickt zu werden.

Die Stabilität fehlt

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte den Borussen die nötige Stabilität und Durchschlagskraft, Atletico blieb giftig und gefährlich. Lucien Favre reagierte, brachte für den enttäuschenden Christian Pulisic den Portugiesen Raphael Guerreiro (59.). Dennoch bemühte der BVB zunächst sein Glück: Correa tunnelte Bürki, nur knapp strich der Ball am Dortmunder Tor vorbei (61.).

War das der Weckruf für die bis dato behäbig wirkende Borussia? Zumindest erarbeitete sie sich zwei Minuten später die erste eigene Torchance: Paco Alcacer flankte auf Guerreiro, dessen Kopfball aus kurzer Distanz strich aber über die Querlatte. Die 3500 BVB-Fans im Stadion schöpften Hoffnung. Dann bekam Götze den Auftrag, das lahmende Dortmunder Offensivspiel neu zu beleben, um doch noch den Ausgleich zu erzwingen und somit das Achtelfinal-Ticket zu lösen. Alcacer, der in Minute 73 den Platz für Götze räumen musste, war im Estadio Metropolitano nahezu komplett abgemeldet.

Griezmann macht den Sack zu

Atletico ließ jedoch weiterhin nur wenig Raum, erlaubte sich zudem kaum Patzer, blieb konzentriert. Und machte zehn Minuten vor Schluss den Sack zu: Antoine Griezmann behauptete nach einem Zuspiel von Gelson Martins den Ball im Laufduell gegen Achraf Hakimi und schob an Roman Bürki vorbei zum 2:0 ein. Aus der Traum vom Coup in Madrid, das Ende der Serie von 15 ungeschlagenen Pflichtspielen - aber im Kampf um den Gruppensieg zumindest den direkten Vergleich gegen Atletico gewonnen. Jetzt muss die Borussia den Achtelfinal-Einzug am 28. November zuhause gegen Brügge klarmachen, vorher aber wartet am Samstag der Knaller gegen die Bayern.

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