Champions League

Gruppensieg! BVB hofft auf lösbare Achtelfinal-Aufgabe

Am letzten Gruppenspieltag der Champions League zieht der BVB durch ein 2:0 bei AS Monaco noch an Atletico vorbei und trifft im Achtelfinale nun auf einen Gruppenzweiten.

Schon die extravagante Architektur des 33 Jahre alten "Stade Louis II" verhindert eine magische Champions-League-Stimmung. Eine rote Laufbahn sorgt für reichlich Abstand der Fans zu ihren Akteuren auf dem Rasen, dazu kam am Dienstagabend im Fürstentum ein ausgeprägtes Desinteresse der Einheimischen, die wohl Besseres zu tun hatten, als ihre in der Liga siechende und in der Königsklasse schon ausgeschiedene Elf zu unterstützen.

Minuskulisse im Stade Louis II

Für Stimmung sorgten vor der Minuskulisse von 8731 Zuschauern allein die 1500 angereisten Dortmund-Fans, die dann auch nach 15 Minuten schon Grund zum Jubeln hatten. Da erzielte der von Trainer Lucien Favre auf gleich neun (!) Positionen veränderte BVB das 1:0. Raphael Guerreiro machte sein schon drittes Tor in der Champions League, vollendete dabei aber nur eine perfekte Hereingabe von Maximilian Philipp, der mit einem guten Ball in die Schnittstelle von Christian Pulisic bedient worden war.

Favre hatte Wechsel angekündigt, er hatte ein halbes Dutzend angeschlagener Spieler gleich zu Hause gelassen. Mehr Rotation ging allerdings kaum. Nur Abdou Diallo bei seiner Heimkehr und Achraf Hakimi blieben aus der siegreichen Derbyelf vom Samstag übrig, Favre schenkte sogar Marwin Hitz im Alter von 31 Jahren sein Debüt in der Königsklasse.

Gastgeber ohne Ordnung und Sicherheit

Favres Plan, hoch belastete Kräfte zu schonen und anderen wie den zuletzt kaum auffälligen Weigl, Dahoud oder Philipp Praxisminuten zu schenken, ging in einer der ruhigen Stimmung angepassten ersten Hälfte auf. Der BVB kontrollierte die Partie, ohne übermäßig zu glänzen. Das war gegen einen Gegner ohne Ordnung und Sicherheit im eigenen Spiel freilich auch gar nicht nötig.

Nach Guerreiros Führungstreffer hatten Maximilian Philipp und Ömer Toprak per Kopf im Sekundenabstand weitere Chancen (17.). Marcel Schmelzer, der auf links nach langer Verletzungspause ein ordentliches Comeback feierte, scheiterte mit einem Lupfer-Versuch nach schöner Vorabeit per Hacke des auffälligen Guerreiro. Der Ex-Wolfsburger Diego Benaglio war zur Stelle (38.).

Diallo springt der Ball an die Hand

Monaco kam nur zu einer Chance: Radamel Falcao schoss aus 16 Metern knapp am Dortmunder Tor vorbei, Mahmoud Dahoud hatte den Ball sehr leichtfertig verloren (42.). Bei einem Handspiel von Abdou Diallo hätte sich der BVB über einen Elfmeterpfiff nicht beklagen können (27.).

Da es im Parallelspiel zwischen Brügge und Atletico zur Pause 0:0 stand, ging die Borussia als Tabellenerster in die letzten 45 internationalen Minuten dieses Jahres. Doch die Führung geriet in Gefahr, als der Pole Kamil Glik per Kopf das Tor von Hitz nur knapp verfehlte (47.). Monaco riskierte nun ein bisschen mehr, versuchte vor allem über den rechts offensiv aufgebotenen Ex-Leverkusener Benjamin Henrichs das Spiel anzuschieben. Der war allerdings bei Schmelzer in guten Händen, der später über sein Comeback meinte: "Nach zwei Monaten Pause war es sehr anstrengend, aber ein schönes Gefühl."

Überschaubares Niveau

Wie schon mehrfach in den vergangenen Spielen ging der BVB nicht konsequent genug auf die Vorentscheidung. Erst Schmelzer prüfte aus 25 Metern mit einem Aufsetzer Benaglio mal wieder (63.). Philipp musste nur die halbe Distanz überbrücken, drosch den Ball nach Hakimis Hereingabe aber weit übers Tor (65.).

Monaco hatte seine Bemühungen da schon wieder eingestellt. Das Niveau blieb überschaubar, erst das zweite Tor von Guerreiro - sein zweiter Doppelpack in dieser Gruppenphase (88.) - machte endgültig den Deckel drauf, Das 2:0 reichte zum Gruppensieg, da es in Brügge auch im zweiten Durchgang keine Tore gab.

Auslosung am Montag in Nyon

"Wenn wir das ganze Spiel betrachten, war der Sieg verdient. Und mit dem Gruppensieg ist es noch schöner. Wir haben ein bisschen darauf spekuliert, dass Atletico nicht gewinnt", sagte Ersatz-Kapitän Mario Götze. Ob der BVB damit einem dicken Brocken aus dem Weg geht, wird Dortmund nach der Auslosung am kommenden Montag wissen.

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