Champions League

Kane zerstört den Traum! BVB scheitert gegen Tottenham am Chancenwucher

Die Hoffnung auf einen magischen Fußball-Abend lebt nur 47 Minuten lang - dann schockt Tottenhams Torjäger den BVB. Nach dem 0:1 ist das erwartete Champions-League-Aus besiegelt.

Die Enttäuschung, sie war förmlich mit den Händen zu greifen. Sie hatten alles versucht, alles investiert - und die Möglichkeiten waren durchaus da. Vor allem in der vom BVB sehr starken ersten Hälfte. Am Ende scheitete Borussia Dortmund an der eigenen Chancenverwertung und an einem englischen Stürmer, der seine einzige Tormöglichkeit eiskalt ausnutzte.

Furiose erste 45 Minuten

Wann hatte es das zuletzt gegeben, dass die Dortmunder zur Pause beim Gang in die Kabine von Applaus der eigenen Anhänger begleitet wurden. Dabei stand es 0:0, das Viertelfinale war nach dem 0:3 im Hinspiel schon in unerrreichbare Ferne gerückt.

Doch der Mut, den Kapitän Marco Reus vor der Partie eingefordert hatte, trug die Borussia durch eine furiose erste Hälfte, in der nach der Durststrecke von nur einem Sieg aus den vergangenen sieben Pflichtspielen endlich wieder viel von dem zu sehen war, was diese Mannschaft an die Tabellenspitze der Bundesliga befördert hatte. Dortmund spielte mit Herz, Leidenschaft und großem Willen, Tottenham, immerhin der Dritte der englischen Premier League, war ausschließlich mit Verteidigen beschäftigt.

70 Prozent Ballbesitz

Zu den 70 Prozent Ballbesitz bis zum Halbzeitpfiff packte der BVB diesmal auch eine gehörige Portion Zielstrebigkeit. Elf Torschüsse bis zur Pause waren ein Top-Wert, fast jeder dieser Torschüsse hatte auch die Qualität für einen möglichen Treffer.

Allein die Monster-Grätsche von Jan Vertonghen verhinderte den frühen Einschlag im Tor der Londoner, als Reus im Fünfmeterraum frei zum Schuss kam (11.). Innerhalb von 60 Sekunden kam die offensiv sehr variabel agierende Borussia zu drei glänzenden Gelegenheiten durch Julian Weigls Kopfball (33.), eine Direktabnahme von Reus (34.) und einen Schlenzer-Versuch von Mario Götze (34.).

Erstmals mit Reus, Götze und Alcacer

BVB-Trainer Lucien Favre hatte personell reagiert auf die bedenkliche Darbietung beim 1:2 in Augsburg und in Dan-Axel Zagadou und Achraf Hakimi die zwei großen Unsicherheitsfaktoren in diesem Spiel auf die Bank beordert. Julian Weigl und Marius Wolf besetzten die zwei freien Stellen. Favre reagierte auf die schwerige Ausgangslage auch mit einer taktischen Umstellung. Es gab die Startelf-Premiere des Trios Reus-Götze-Alcacer und ein 4-1-4-1 mit Axel Witsel als einzigem Sechser, der allerdings Unterstützung bekam von Götze, der sich immer wieder tief fallen ließ. Offensiv aber hatte Favre beinahe alles auf dem Feld. Dortmund drückte, machte und tat - belohnte sich aber nicht.

Denn das ersehnte Tor fiel auch nicht, als Jadon Sancho frei vor Tottenham-Schlussmann Hugo Lloris auftauchte - und die einzige Situation vor dem Tor von Roman Bürki durfte durchaus als Warnung dienen. Heung-Min Son hatte sich nach Pass von Kane in Wolfs Rücken geschlichen, mit einem gerade noch regelkonformen Schubser störte Wolf den BVB-Schreck erfolgreich am Abschluss (33.).

Hoffnung auf Sparflamme

Die Hoffnung lebte auf Sparflamme, aber nicht mehr lange. Und vielleicht war die Entstehung des 0:1 der entscheidende Unterschied zwischen beiden Teams am Dienstagabend. Als die BVB-Viererkette auf Abseits spielte und Moussa Sissoko aus der Tiefe den perfekten Ball in den Lauf von Harry Kane spielte, blieb der Torjäger der Spurs eiskalt, guckte Bürki aus und vollstreckte aus gut 16 Metern zentimetergenau - 0:1 (48.).

Bei den Schwarzgelben gingen die Köpfe sichtbar nach unten, denn der BVB benötigte nun fünf eigene Treffer zum Weiterkommen. Favre setzte alles auf eine Karte, brachte Christian Pulisic und Jacob Bruun Larsen und löste defensiv die Viererkette auf. Bei allem weiter zu erkennenden Bemühen aber gingen Esprit und Zielstrebigkeit in der Folge deutlich nach unten. Nicht einmal zum Ehrentreffer langte es. Dortmunds Europapokal-Saison ist zu Ende, die Frühjahrsbilanz bislang ernüchternd. Es wird Zeit für den Turnaround.

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