Champions League

Sebastian Kehl: Ich habe einige Dinge gesehen, wo wir ansetzen können

Vor der Partie gegen Tottenham verriet Sebastian Kehl am Montag im Signal Iduna Park, wie die Stimmung beim BVB ist und wie die Aufarbeitung des 3:3 gegen Hoffenheim vonstatten ging.

Ans Wembley-Stadion hat Sebastian Kehl "naturgemäß keine guten Erinnerungen", schließlich gehörte er als Kapitän der Mannschaft an, die dort 2013 das Finale der Champions League gegen die Bayern verlor. Wie die Stimmung vor der Reise nach London ist, verriet Kehl am Montag im Signal Iduna Park bei einer Veranstaltung des Streamingdienstes "DAZN", der die Partie am Mittwoch live und exklusiv überträgt.

Das 3:3 gegen Hoffenheim hat die Stimmung getrübt. Ist die Partie aufgearbeitet?

Das passiert nach Samstags-Spielen direkt am Sonntag. Wir zeigen den Spielern dann die Dinge, die wir verbessern müssen. Aber es ist auch wichtig, Szenen zu zeigen, in denen wir gut waren.

Wie ist die Analyse ausgefallen?

Die drei Gegentore dürfen natürlich nicht passieren. Aber wir haben auch 74 gute Minuten gespielt. Machen wir das 4:0, und die Chance war ja da, ist die Betrachtung eine andere. Wir sind trotz des 3:3 in guter Form und können auch bei Tottenham gewinnen.

Welche Bedeutung hatte das Fehlen von Trainer Lucien Favre?

Es wäre nicht anders abgelaufen, wenn er an der Linie gestanden hätte. Wir standen mit ihm in permanentem Austausch. Lucien ist aber auf dem Weg der Besserung. Er wird mitfliegen.

Das 3:3 war ein Wirkungstreffer. Kann man in so kurzer Zeit eine solche Enttäuschung einfach abhaken?

Das ist ja das Gute an Englischen Wochen. Du hast zwar keine Zeit, Erfolge lange zu feiern, aber du kannst dich auch nicht über schlechtere Resultate lange ärgern.

Marco Reus wird ausfallen. Wie schwer wiegt dieser Verlust?

Wir hätten ihn natürlich gern dabei gehabt, keine Frage. Er ist unser Kapitän und hat viel Erfahrung. Und wenn er auf dem Feld ist, erzeugt das natürlich auch beim Gegner Respekt. Lucien Favre wird sich etwas einfallen lassen, wir sind ja gerade im Offensiv-Bereich extrem gut aufgestellt. Da sind verschiedene Varianten denkbar.

Sie haben am Sonntag auch das Spiel von Tottenham gegen Leicester geschaut. Welche Erkenntnisse gibt es?

Wir dürfen Tottenham möglichst wenig Umschaltmomente gestatten, da sind sie sehr gefährlich. Dass Son gegen den BVB gerne trifft, wissen wir auch. Eriksens Weitschüsse sind extrem gefährlich. Aber ich habe auch einige Dinge gesehen, wo wir ansetzen können, wo sie vielleicht nicht so gut sind.

Welche wären das?

Das werden wir im Detail natürlich zunächst unseren Spielern zeigen. Aber ich sehe zum Beispiel Chancen, hinter Tottenhams letzte Linie zu kommen.

Der BVB kennt Wembley vom Finale in der Champions League 2013, Tottenham scheint sich in diesem Ausweichstadion nicht allzu wohl zu fühlen. Faktoren, die dieses Spiel beeinflussen könnten?

Ich habe keine guten Erinnerungen an dieses Stadion, allerdings ist das auch schon eine ganze Weile her. Einige unserer jungen Spieler waren 2013 ja fast noch gar nicht geboren (lacht). Von daher sind sie nicht negativ beeinflusst.

Können Sie uns auf den aktuellen Personalstand bringen?

Lukasz Piszczek hat ein bisschen mit seiner Ferse zu kämpfen, er ist für uns natürlich ein eminent wichtiger Spieler. Allgemein entspannt sich die Verletztensituation, darüber sind wir natürlich froh. Dan-Axel Zagadou könnte eine Option sein, Manuel Akanji hat auch schon wieder Teile des Teamtrainings absolviert. Er braucht nach seiner langen Pause allerdings Zeit.

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