Champions League

Der BVB verzweifelt beim trostlosen 0:0 gegen Brügge am belgischen Beton

Ein glanzloses 0:0 gegen den FC Brügge genügt Borussia Dortmund zum Überwintern in der Champions League. Destruktive Belgier machen dem BVB das Leben schwer.

Die frühe Ansetzung der Parallel-Partie zwischen Atletico Madrid und AS Monaco schaffte sowohl für die Borussia als auch die Gäste aus Brügge Klarheit schon vor dem Anpfiff. Nach dem 2:0 der Spanier war klar, dass die Entscheidung über den Gruppensieg auf den letzten Spieltag vertagt wird - und dem BVB ein Remis reichen würde zum sicheren Einzug in die K.o.-Phase. Brügge, nur mit geringen Hoffnungen, Dortmund noch abfangen zu können, reichte ein Remis zum Überwintern in der Europa League - und so traten die Belgier über die gesamten 90 Minuten der Partie auch auf.

Gegen den Ball verschob Brügge die erste Anlaufwelle weit hinter die eigene Mittellinie. Erst gut 25 Meter im eigenen Territorium attackierten die Belgier aus einem kompakten 4-4-2 heraus. Die Borussia musste Räume und Lücken in der Abwehrkette der Gäste mit der Lupe suchen. Das führte zu einem Geduldsspiel, das mit jeder Minute weniger ansehnlich war.

75 Prozent Ballbesitz

Chancen gab es bis zur Pause für den dominanten BVB (75 Prozent Ballbesitz, 94 Prozent Passquote) nur magere zwei: Als Manuel Akanji scharf in die Spitze spielte und Marco Reus abprallen ließ, kam Christian Pulisic völlig frei aus fünf Metern zum Abschluss - sein Ball kam allerdings direkt auf Keeper Ethan Horvath (10.). Und eine Kopfballabwehr von Dan-Axel Zagadou fand den Laufweg von Reus, der Benoit Poulain abschütteln konnte, den Schuss aber am kurzen Pfosten vorbei schob (32.).

Chancen für die Belgier, die den Dortmunder Strafraum offenbar zur Tabuzone erklärt hatten, gab es gegen den auf fünf Positionen veränderten BVB nicht - Roman Bürki kam auf magere sieben Aktionen, halten musste er nicht einen Ball und drohte auch nach der Pause im eigenen Strafraum festzufrieren.

Tempo und Ideen fehlen

Weil dem BVB Tempo und Ideen fehlten, entwickelte sich ein unansehnliches Ringen. Trainer Lucien Favre hatte mit Raphael Guerreiro und Christian Pulisic beide offensive Außenpositionen neu besetzt und auch Paco Alcacer in die Startelf beordert - nicht nur das Trio blieb ohne Durchschlagskraft.

Der zweite Durchgang begann mit einem Linksschuss aus der Distanz von Alcacer (46.) und einer endlich einmal gelungenen Direkt-Kombination, an deren Ende eine Reus-Flanke noch abgeblockt wurde. Doch das sollte sich als kurzes Strohfeuer entpuppen. Dortmund bekam auch weiterhin kein Tempo in die eigenen Aktionen, das machte es Brügge leicht, die eigenen Reihen immer wieder zu schließen.

Viele einfache Fehler

Die 66.990 Fans hielten tapfer durch, eine BVB-Chance sahen sie erst wieder nach 70 Minuten, als sich Reus außen durchtankte und scharf vors Tor flankte. Einen Abnehmer gab es dort allerdings nicht. Jetzt erst mischten sich erste Pfiffe als Zeichen des Unmuts in den Dauersingsang der Ultras auf der Süd, der nicht weniger ermüdend war als das Gekicke auf dem Rasen. Zahlreiche einfache Fehler hatten sich zudem ins Spiel der Schwarzgelben geschlichen, deren Aufbau damit weiter nicht in Schwung kam und von großer Ratlosigkeit geprägt war.

Favre reagierte sehr spät, brachte dann nach 72 Minuten endlich Jadon Sancho für den enttäuschenden Guerreiro. Das war die Hoffnung auf mehr Tempo über außen, zunächst aber meldete sich Brügge tatsächlich mit einer Offensivaktion: Der Schuss von Emmanuel Bonaventure verfehlte den Kasten von Bürki knapp (74.). Alcacer, der auch nach der Pause ein Schattendasein führte, drosch einen Rückpass von Sancho deutlich über das Tor (86.).

Geringe Chancen auf den Gruppensieg

Die letzten Minuten verrannen ereignislos, besser wurde es auch mit Sancho nicht mehr. Das Publikum quittierte eine der schwächsten Heim-Leistungen dieser Saison mit einer Mischung aus trotzigem Beifall und einigen Pfiffen. Über den nun feststehenden Achtelfinal-Einzug mochte zumindest keine rechte Freude aufkommen. Die Chancen, als Gruppensieger in die K.o.-Runde einzuziehen, sind durch das Remis deutlich gesunken.

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