DFB-Pokal

Favre gibt Pflichtspiel-Debüt - Personaldebatten bleiben

Dortmund - Lucien Favre gibt heute Abend (20.45 Uhr) in Fürth sein Pflichtspiel-Debüt für Borussia Dortmund. Die Personaldebatten gehen indes weiter.

Bis zu 174 Personen finden Platz im schwarzgelb lackierten Mannschaftsairbus von Borussia Dortmund. Als der Flieger am Sonntagabend zum ersten Pflichtspiel der Saison (heute, 20.45 Uhr, ARD und Sky) Richtung Franken abhob, lag es also nicht an der begrenzten Sitzplatz-Kapazität, dass einige BVB-Spieler zuhause bleiben mussten. Unter anderem für Shinji Kagawa und Nuri Sahin fand der neue Trainer Lucien Favre keine Planstelle im 18er-Kader, auch Dan-Axel Zagadou flog nicht mit. Die ersten Härtefälle nach dem "Neustart" der Borussia.

"Eine gute Vorbereitung"

Er habe seit dem 7. Juli "eine gute Vorbereitung" erlebt, sagt Favre. Immer wieder aber betont der Schweizer, dass er noch viel mehr Zeit benötigt, um die Spieler besser kennenzulernen und seine Vorstellungen vom Fußball zu vermitteln. Doch nach sieben Wochen steht nun der erste Ernstfall an. Das Los Greuther Fürth sei "kein Geschenk", wie der Trainer anerkennend formuliert. Und der Gegner habe den Vorteil, nach zwei Ligaspielen im Wettbewerbsmodus zu stecken. An der Tatsache, dass verlieren verboten ist in der ersten Runde des Cup-Wettbewerbs, führt allerdings kein Weg vorbei.

Mit aller Akribie haben Favre und sein Trainerteam folgerichtig den Zweitligisten beobachtet, der mit vier Punkten aus zwei Spielen gestartet ist. "Sie können mehrere Systeme spielen, körperlich sind sie da, bei Standards und Kontern sind sie gefährlich", listet Favre Erkenntnisse auf. Er muss seine Elf außerdem auf voll motivierte "Kleeblätter" aus Fürth einstellen.

Ausverkaufter Ronhof

"Es macht einfach Spaß, sich mit den Besten zu messen", sagte deren Trainer Damir Buric zum Duell mit dem großen BVB. Der 54-Jährige will seiner Elf einbläuen, "mutig zu sein und mit viel Leidenschaft und Willen in das Spiel reinzugehen". Seine Elf solle "alles raushauen" und den Heimvorteil im mit 15.500 Zuschauern ausverkauften Ronhof nutzen.

Das klingt nach einem Pokalfight, den der BVB erst einmal annehmen muss, um im zweiten Schritt seine fußballerische Überlegenheit auszuspielen. Personell ist vor allem im Mittelfeld, wo Favre bis zu elf Optionen zur Auswahl hat für drei Positionen, das Gedränge besonders groß. Sebastian Rode und Nuri Sahin scheinen außen vor zu sein, Julian Weigl ist noch nicht einsatzfähig - zum Auftakt dürfte das Trio Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud und Mario Götze in der Gunst des Trainers am höchsten stehen. Bei Axel Witsel, dessen Spielgenehmigung am Wochenende eingetroffen ist, "ein sehr kluger Spieler", wie Favre betont, werde es mit einem Einsatz von Beginn an "etwas eng".

Interesse an Origi

In der Offensive zeichnet sich nach der Fußverletzung des jungen Dänen Jacob Bruun Larsen keine Überraschung ab. Die Varianten sind hier endlich, solange der BVB keinen neuen Stürmer verpflichtet. Beim FC Liverpool hinterlegt ist nach Informationen dieser Redaktion das Dortmunder Interesse an Divock Origi (23). Der belgische Stürmer, vorige Saison an den VfL Wolfsburg ausgeliehen (7 Tore in 36 Einsätzen), soll bei den "Reds" ausgemustert werden, wo er in der Hackordnung nur Stürmer Nummer vier hinter Roberto Firmino, Daniel Sturridge und Dominic Solanke ist.

Ein Schnäppchen von der Resterampe der Premier League wird Origi deswegen nicht, Sportdirektor Michael Zorc müsste mit seinem Kumpel Jürgen Klopp hart verhandeln. 30 Millionen Euro Ablöse werden in England aufgerufen, und wer glaube, dort fielen die Preise nach dem Ende der Wechsel in Richtung Insel, sehe sich getäuscht, sagt Klopp: "Wir befinden uns nicht in einer finanziellen Notsituation." Der BVB wiederum sieht sich sportlich nicht unter Druck, einen Stürmer zu verpflichten. Platz im Flieger gäbe es jedenfalls.

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