DFB-Pokal: 2. RundeBVB-Einzelkritik

BVB siegt 5:0 - Aubameyang-Ersatz Alexander Isak glänzt

MagdeburgDORTMUND - Borussia Dortmund zieht ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga setzt sich gegen Drittligist 1. FC Magdeburg souverän mit 5:0 (1:0) durch. Ersatz-Mittelstürmer Alexander Isak glänzt mit einem Tor und einer Vorlage.Nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg gelingt dem BVB im DFB-Pokal die Trendwende. Beim 5:0 (1:0) in Magdeburg macht insbesondere Aubameyang-Vertreter Alexander Isak auf sich aufmerksam. Die Dortmunder Spieler in der Einzelkritik.

Für den ersten Knalleffekt des DFB-Pokalabends sorgten die Magdeburger Fans mit einer eindrucksvollen Choreografie samt Feuerwerk auf und oberhalb der Tribüne. Die erste Zündung schaltete jedoch der BVB, der die frühe Führung auf dem Fuß hatte. Nach einem überlegten Querpass von Marc Bartra traf erst Maximilian Philipp aus fünf Metern nur den Pfosten, im Nachschuss scheiterte der 18-jährige Alexander Isak bei seinem Startelf-Debüt (3.).

Bemühungen verpuffen

Danach verpufften die Dortmunder Bemühungen. Magdeburg stemmte sich in echter Außenseiter-Manier ins Spiel. Mehr als einen Schuss von Philipp Türpitz, den Roman Bürki im Nachfassen unter Kontrolle bekam, brachten die Platzherren zwar nicht zustande (23.). Aber sie erlaubten dem BVB bis auf eine gute Gelegenheit für Andrey Yarmolenko (22.) auch wenig. Die Dortmunder leisteten sich im Pass- und Positionsspiel ein paar Ungenauigkeiten zu viel. Das bremste die gewünschte Dynamik.

Trainer Peter Bosz spornte seine Mannen bereits nach einer Viertelstunde lautstark an, die Gastgeber bekamen von den blau-weißen Fans unter den 23.102 Zuschauern die volle Dröhnung auf die Ohren. Mit Leidenschaft versuchte der Drittligist, den Zwei-Klassen-Unterschied möglichst lange auszugleichen.

Dahoud wird geröntgt

Das gelang nur bis kurz vor der Pause. Mit seiner ersten Ballberührung sorgte dann Gonzalo Castro, der kurz zuvor am für den angeschlagenen Mahmoud Dahoud in die Partie gekommen war, für das erlösende und vorerst beruhigende 1:0. Nach Yarmolenkos Flanke legte Isak im Strafraum mit dem Kopf geschickt ab, dann zappelte der Ball im Netz (42.). Dahoud wurde nach einem Schlag in den Nacken umgehend geröntgt.

Kaum hatte sich Magdeburg nach Wiederanpfiff einmal in Mannschaftsstärke nach vorne getraut, konterte der BVB sehenswert. Zwei Steilpässe über Yarmolenko und Philipp, da tauchte Isak frei vor Magdeburgs Schlussmann Alexander Brunst auf und schob den Ball ganz überlegt und sicher ins hintere Toreck (47.). Für seinen Jubel sah der Schwede Gelb. Eine härtere Strafe könnte den Pyrotechnik zündelnden BVB-Fans drohen, die im DFB-Pokal unter Bewährung stehen.

Guerreiro feiert Comeback

Nach einer Stunde machte dann der gebürtige Magdeburger Marcel Schmelzer ("Ein sehr schöner Moment, in der Heimat zu spielen") Platz für Raphael Guerreiro, der sein Comeback nach Mittelfußbruch und dreimonatiger Pause feierte. Beide ließen mit ihren Mannschaftskollegen in der diesmal souveränen Defensive, in der auch Dan-Axel Zagadou überzeugte, nichts anbrennen. In der Schlussphase kehrte auch André Schürrle auf den Rasen zurück.

Da hatten die Schwarzgelben soeben den Einzug ins Achtelfinale perfekt gemacht. Nach einem Handspiel von Steffen Schäfer versenkte Yarmolenko den fälligen Strafstoß sicher unten links im Tor zum 3:0 (74.). Fünf Minuten später erhöhte Marc Bartra auf 4:0. Mit dem 5:0 sorgte Shinji Kagawa (90.) für ein angemessenes Resultat eines Fußballspiels, das der BVB letztlich komplett im Griff hatte. Die nächste Pokalrunde ist für die Woche vor Weihnachten terminiert.

Roman Bürki: Hätte über eine lange Hose nachdenken können. Im ersten Durchgang musste er lediglich beim Distanzschuss von Philip Türpitz zugreifen (24.). Fror auch im zweiten Durchgang. Note: 3,0

Marc Bartra: Dortmunds neuer Rechtsverteidiger interpretiert seine Rolle offensiv - mit viel Power und gutem Willen, aber auch einigen unsauberen Aktionen. Defensiv ohne Probleme. Und in der Schlussphase auch noch treffsicher (79.). Note: 2,5

Sokratis: Nach seiner kurzen Zwangspause wieder am Start. Dabei alles wie immer: Robust im Zweikampf, ein kleiner Wackler und natürlich die Gelbe Karte wegen Trikotziehens. Note: 3,0

Dan-Axel Zagadou: Eine Premiere! Erstmals durfte der junge Franzose von Beginn an auf seiner Stammposition in der Innenverteidigung ran. Ein gefälliger Auftritt mit Übersicht und gutem Stellungsspiel. Note: 3,0

Marcel Schmelzer: Das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub gönnte ihm Peter Bosz natürlich. Ein solider Auftritt des Kapitäns mit einigen kleinen Schönheitsfehlern. Machte in der 63. Minute Platz für Comebacker Raphael Guerreiro. Note: 3,5

Mahmoud Dahoud: Nach auskurierter Grippe zurück in der Startelf - allerdings nur für 38 Minuten. Dann rammte ihn Richard Weil von hinten um. Mit brummendem Kopf ging es direkt in die Kabine. Zuvor nur auffällig durch einen Distanzschuss, der knapp am FCM-Tor vorbeiging (23.). Note: 4,0

Nuri Sahin: Hatte im ersten Durchgang Probleme, das Spiel zu ordnen. Spätestens nach dem zweiten Treffer kurz nach der Pause wurde es leichter für den türkischen Nationalspieler. Note: 3,5

Shinji Kagawa: Auffälligster Dortmunder Mittelfeldspieler in der MDCC-Arena. Präzise Pässe in die Schnittstelle - setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Note: 3,0

Andrey Yarmolenko: Startete in der 23. Minute mit einem feinen Tänzchen - scheiterte jedoch aus spitzem Winkel. Dass er sich danach vor die Stirn schlug, war unnötig, denn der Ukrainer überzeugte als Mannschaftsspieler. Bereitete den Führungstreffer durch eine präzise Flanke vor. Beim 3:0 vom Punkt eiskalt (74.). Note: 2,0

Alexander Isak: Pierre-Emerick Aubameyang nicht im Kader - ein bisschen Sorgen hatten sich die Dortmunder Fans im Vorfeld ja schon gemacht. Völlig unnötig. Schon in der dritten Minute schnupperte der Schwede bei seinem ersten Startelfeinsatz für den BVB am Torerfolg. Dann flutschte es: Erst vollendete Castro seine gefühlvolle Kopfballvorlage zur Führung, dann traf der 18-Jährige abgezockt zum 2:0 (47.). Runde Geschichte! Note: 2,0

Maximilian Philipp: Brachte in der dritten Minute das Kunststück fertig, den Ball aus wenigen Metern an den Pfosten anstatt ins leere Tor zu schießen. Danach mit einigen guten Ansätzen, aber zunächst glücklos. Schöne Vorarbeit zum 2:0. Note: 3,5

Gonzalo Castro: Solche Geschichten schreibt nur? ach, lassen wir das. Erzielte nach seiner Einwechslung mit dem ersten Ballkontakt den Dortmunder Führungstreffer (41.). Brachte danach viel Ruhe ins Spiel. Note: 2,5

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