Dortmunder Pflichtaufgabe

Duell der Gegensätze: BVB und Hannover trennen Welten

Tabellenführer Borussia Dortmund trifft heute (15.30 Uhr, Signal Iduna Park) auf ein konfuses Hannover 96. Beide Klubs trennen nicht nur 34 Punkte, sondern auch Gefühlswelten.

Marco Reus und Maximilian Philipp scheiterten mit ihren Abschlüssen an der Querlatte. Auch 96-Torwart Michael Esser entpuppte sich als Chancenfresser. Nach 90 ansonsten mauen Minuten stand das einzige torlose Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund in dieser Saison. Anfang September war das, da steckte der neue BVB noch in der Findungsphase und Hannover gab noch nicht das jämmerliche Bild ab wie in diesen Tagen. Vor dem Wiedersehen heute trennen die Bundesliga-Rivalen nicht nur 16 Tabellenplätze, 34 Punkte und 46 (!) Treffer in der Tordifferenz, sondern auch Gefühlswelten.

Leine los in Hannover

96-Trainer Andre Breitenreiter konnte am Donnerstag nicht umhin, seine Emotionen offen auszusprechen, es passte zum derzeit unprofessionellen Gesamtbild seines Klubs. "Ich bin enttäuscht. Ich hätte mir gewünscht, dass man offen mit mir drüber spricht." Ein Gespräch habe aber nicht stattgefunden über seine persönliche Perspektive, die von Klubchef Martin Kind und Manager Horst Heldt losgetretene Nachfolge-Diskussion und überhaupt darüber, wie Hannover dem Abstiegsstrudel entkommen soll. "Schade", meinte Breitenreiter, der am Sonntag bereits entlassen schien, lakonisch. "Dies hat auch Einfluss auf die Mannschaft. Sie braucht eine klare Führung." Leine los in Hannover.

Eine klare Führung gehört zu den Schlüsselfaktoren für Borussia Dortmund in dieser Saison. Kaum anzunehmen, dass sich die Mannschaft in ihrer Leistungsbereitschaft von Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, Nieselregen und einem Gegner, der den eigenen Sechzehner am liebsten wie ein Iglu abdichten will, aus dem Fokus bringen lässt. Falls doch, mahnt Sportdirektor Michael Zorc: "Ich kann nur davor warnen, dass die drei Punkte gedanklich schon eingesackt sind. Wir brauchen die gleiche Konzentration, wie wir sie in Leipzig auch hatten."

Die Offensive steht im Fokus

Es braucht schon penible Erbsenzählerei, um Schönheitsfehler im Dortmunder Erfolgsritt zu finden. Man könnte anmerken, dass nur in zwei der letzten 14 Spiele mehr als zwei Treffer gelangen, oder dass nur bei zwei Siegen (2:0 in Monaco und gegen Freiburg) mehr als ein schmaler Treffer den Unterschied zwischen Sieg und Remis ausmachte. Der BVB fährt knappe Ergebnisse ein, entschiedet die Spiele aber konstant für sich.

Vielleicht kann sich die Offensive gegen Hannover wieder warmschießen. Kapitän Reus kehrt nach überstandener Bänderdehnung für den leicht angeschlagenen Maximilian Philipp zurück in die Startelf, ansonsten gibt es wenig Anlass für Änderungen. Auch Julian Weigl erhält nach zwei "überragenden Leistungen" (Zorc) in der Innenverteidigung weiter das Vertrauen von Trainer Lucien Favre bei dem Versuch, die Gefühlswelten zwischen Dortmund und Hannover auch in nüchterne Zahlen zu kleiden.

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