Dem BVB droht das Horrorszenario

"Zum Schämen" - Auftritt gegen Mainz macht sprachlos

DORTMUND - Borussia Dortmunds Auftritt im letzten Saison-Heimspiel gegen Mainz macht sprachlos. Das Verhältnis zwischen Fans und Mannschaft ist extrem angespannt. Und nun droht gegen Hoffenheim das Horrorszenario. Dirk Krampe kommentiert.

Michael Zorc ist bekannt dafür, scharfzüngige Analysen liefern zu können. Oft genug in dieser Saison hat er nach ähnlichen Spielen seiner Borussia in klaren Worten die Mängel aufgezeigt, das gelang ihm selbst im Zustand größter Ernüchterung in den Minuten nach dem Abpfiff. Doch nach dem 1:2 gegen Mainz hatte es auch dem Dortmunder Sportdirektor die Sprache verschlagen. Ein Satz nur gab es von ihm, doch der reichte eigentlich auch aus: "Das war eine Leistung zum Schämen!", giftete Zorc.

Krass unterschiedliche Gesichter

Borussia Dortmunds Auftritt im letzten Heimspiel machte viele sprachlos. Zum Pfeifen hatten die meisten aber noch Kraft genug, es gab zum wiederholten Male einen gellenden Beweis des großen Unmuts von den Rängen für die Mannschaft, als diese sich nach dem Abpfiff in Richtung Südtribüne begab. Das Verhältnis ist extrem angespannt, diese eine Saison hat ausgereicht, um Fans und Mannschaft zu spalten.

Erst zwei Wochen ist es her, dass sich Marco Reus (als Kapitän) nach dem 4:0 gegen Leverkusen, einem furios herausgespielten Sieg, vor die Medienvertreter stellte und die öffentliche Diskussion um die fehlende Mentalität in diesem Kader als fehlgeleitet und absurd anprangerte. Nach dem 1:2 gegen Mainz muss man konstatieren, dass gerade die krass unterschiedlichen Gesichter, die diese Mannschaft binnen Wochenfrist immer wieder zeigt, diese These im Gegenteil eher stützen.

Dann stimmt etwas Gravierendes nicht

Wenn eine Mannschaft nur dann gut spielt, wenn sie Lust und Laune hat, wenn der Gegner nicht allzu große Gegenwehr leistet und nicht so unverschämt ist, den eigenen Strafraum zu verriegeln, wenn eine Mannschaft beim geringsten Widerstand die eigene Gegenwehr einstellt, dann stimmt etwas Gravierendes nicht.

Nun ist also das eingetreten, was als Horrorszenario allen im Hinterkopf steckte. Der BVB hat sein Endspiel in Hoffenheim, verliert er dort, könnte die Saison sogar mit dem krachenden Absturz in die Europa League zu Ende gehen. Das zu befürchten, dazu muss man kein ausgewiesener Skeptiker sein.

Absturz mit spürbaren Folgen

Es wäre ein Absturz mit deutlich spürbaren Folgen. Nicht nur wegen der finanziellen Einbußen, die man auf 30 bis 40 Millionen Euro beziffern müsste. Beim geplanten Umbruch könnte man mit der Perspektive Europa League den ein oder anderen Neuzugang sicher auch nur schwerlich von Dortmund überzeugen.

Peter Stögers Mission droht also ein bitteres Ende. Das wäre schade für den Österreicher, der im Dezember eine Herkulesaufgabe übernommen hat. Die Mannschaft hat es schon nicht geschafft, Roman Weidenfeller einen würdigen Abschied vor dem Heimpublikum zu verschaffen. Sie sollte nun zumindest alles dafür tun, um ihrem Trainer einen würdigen Abschied ermöglichen. Dass Stöger in Dortmund eine Chance über das Saisonende hinaus hat, mag niemand mehr glauben.

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