Fragen und Antworten

Die Affäre Aubameyang: Wie geht es jetzt weiter?

DORMTUND - Pierre-Emerick Aubameyangs Ankunft beim Training am Montag kündigte sein röhrender Aston Martin aus weiter Entfernung an. Um 13.52 Uhr traf der am Sonntag noch suspendierte Torjäger am Trainingsgelände von Borussia Dortmund ein. Pünktlich. Auch wenn ein Streik, wie ihn im Sommer Aubameyangs ehemaliger Mannschaftskollege Ousmane Dembélé durchgezogen hatte, damit vom Tisch ist, bleiben viele Fragen offen in der Dauer-Affäre Aubameyang. Hier kommen einige Antworten.

Wie geht es weiter?

Aubameyang trainiert mit seinen Mannschaftskollegen. Die Suspendierung galt nur für das Wolfsburg-Spiel. Trainer Peter Stöger ("Ich bin nicht nachtragend") kündigte bereits an, den nicht zu zähmenden Torjäger wieder einzugliedern. "Ich glaube, dass er einsichtig ist und es verstanden hat. Er ist in der Planung für das nächste Wochenende dabei", sagte Stöger. Für das Bundesliga-Spiel am Freitag bei Hertha BSC ist Aubameyang für ihn also wieder eine Option.Was will Aubameyang?

Offensichtlich weg. Und Kasse machen. Anders ist seine gezielte jüngste Eskapade nicht zu deuten. Er und sein Vater und Berater nutzten sogar die an sich harmlose Aussage eines Journalisten, der das fortwährende Theater als "Affenzirkus" bezeichnete, um sich in den sozialen Netzwerken als Opfer rassistischer Beleidigungen darzustellen. Abwegig. Aber vielleicht hilfreich, um einen Abschied zu forcieren. "Ich glaube, dass der kleine Affe und seine Familie von hier verschwinden sollten, weil es unerträglich wird", schrieb Aubameyang senior. Der Clan scheint nochmal ein großes Geschäft mit dem Tor und Torjäger machen zu wollen. Zu welchem Preis auch immer.Welche Klubs kämen für Aubameyang infrage?

Im Grunde jeder Klub, der genug zahlt. An den BVB, und an ihn. Loses Interesse gibt es beim FC Arsenal, wo sich Kaderplaner und Ex-BVB-Scout Sven Mislintat für eine Verpflichtung ausgesprochen haben soll. Arsenal droht Alexis Sanchez an Manchester United zu verlieren und bräuchte Ersatz. Trainer Arsène Wenger hätte nach Informationen dieser Zeitung lieber Anthony Martial oder Henrikh Mkhitaryan von United im Tausch. In London steht allerdings Wenger selbst vor dem Aus am Saisonende.

Auch in der sportlich irrelevanten chinesischen Liga gibt es Interesse und Geld, unter anderem beim vom ehemaligen Bundesliga-Coach Roger Schmidt betreuten Pekinger Klub Beijing Guoan. Die Rede ist von einer 60-Millionen-Offerte. An den BVB ist bis gestern niemand herangetreten.Was will der BVB?

Seine Saisonziele erreichen und sich für die Champions League qualifizieren - dabei wäre Aubameyang hilfreich, das hat nicht zuletzt das Spiel gegen Wolfsburg gezeigt, als Knipser-Qualitäten schmerzlich vermisst wurden. Aber der BVB will auch Ruhe in den Kader bekommen - da stört Aubameyang, und zwar massiv und in immer kürzeren Abständen massiv. "Das Wichtigste ist die Zukunft des Klubs. Die werden wir nicht gefährden", sagte Sportdirektor Michael Zorc und unterstrich: "So kann es nicht weitergehen."Welche Spieler könnte der BVB als Alternativen verpflichten?

Ein adäquater Ersatz im Winter ist nicht leicht zu finden. Ein Kandidat, zu dem der Klub bereits im vergangenen Sommer Kontakt aufgenommen haben soll, ist der Franzose Olivier Giroud (31) vom FC Arsenal. Option zwei wäre Anthony Modeste (29), der mit Stöger erfolgreich beim 1. FC Köln zusammengearbeitet hat. Modeste ist bei seinem chinesischen Klub Tianjin Quanjian unglücklich. Der globale Transfermarkt ist ein Dorf mit skurrilem Geschacher.

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