Fünf sieglose Pflichtspiele

Kehl mahnt beim BVB zur Sachlichkeit - Reus-Einsatz gegen Leverkusen ungewiss

Sebastian Kehl mahnt in der Bewertung der fünf sieglosen Pflichtspiele in Serie zur Sachlichkeit und setzt auf die BVB-Wende gegen Leverkusen. Ob Marco Reus dabei ist, steht in den Sternen.

Wie fällt Ihr Fazit nach diesem 0:0 aus?

Es war ein ganz anderes Spiel als in der Hinrunde. Sie haben es uns sehr schwer gemacht, sie standen extrem tief und kompakt. Wir haben sie über eine gewisse Zeit lang gut bespielt. Immer dann, wenn wir schnell verlagert haben, wenn wir über die Außen gespielt haben, haben wir uns Chancen herausgespielt. Allerdings sind wir nicht richtig gefährlich geworden. Dann hätte es einen Elfmeter geben müssen. So kommt alles zusammen und führt dann dazu, dass man auch gegen den Tabellenletzten nur mit einem Punkt nach Hause fährt.

Wie groß ist die Enttäuschung?

Natürlich wollten wir hier gewinnen, das ist auch unser Anspruch. Das verhehlen wir nicht. Wir haben das Tottenham-Spiel gut verarbeitet, haben gut analysiert und hatten auch wieder eine positive Stimmung. Bei aller Kritik, die jetzt auch kommen wird, sollten wir nicht vergessen, wo wir herkommen und das alles realistisch einordnen. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, wir hatten einen extrem positiven Lauf. Dass es innerhalb einer Saison dann mal einen Knick gibt, dass es nicht so rund läuft, davon können auch wir uns nicht frei machen.

Warum gab es nach der Pause nicht mehr die klaren Chancen, die der BVB in der ersten Hälfte noch hatte?

Es wird schwer, wenn man nicht mehr so die Außen hält, wenn man nicht mehr so konsequent über die Flügel spielt. Nürnberg hat dann zwei Busse vor dem Tor geparkt und sehr emotional verteidigt. Uns hat dieser eine Moment gefehlt, um sie zu knacken. Eine Szene wie die von Paco Alcacer wäre in der Hinserie vielleicht reingegangen. So müssen wir mit diesem Ergebnis leben. Aber nochmal: Wir bewahren die Ruhe und gehen unseren Weg.

Einige Spieler wie Axel Witsel oder Jadon Sancho haben sehr viele Spiele in den Beinen. Haben Sie das Gefühl, dass bei diesen beiden gerade hinten raus der Tank leer ist?

Nein, das Gefühl habe ich nicht. Jadon war immer wieder gefährlich. Wir hatten genug Zeit von Tottenham bis hierher und haben auch jetzt wieder genügend Zeit bis Leverkusen am Sonntag.

Dennoch: Witsel hat 31 Pflichtspiele in den Beinen, Sancho auch schon 30 ?

Wir haben hart dafür gearbeitet, in dieser Verfassung zu sein. Hätte der Trainer Witsel heute rauslassen sollen? Ich sah die Notwendigkeit vor dem Spiel nicht, der Trainer auch nicht. Sie haben auch nicht angezeigt, dass sie müde sind. Wir mussten verletzungsbedingt ohnehin genug wechseln. Wir werden genug Zeit haben, um ausreichend zu regenerieren.

Wie groß ist die Hoffnung, dass Marco Reus bis zum Leverkusen-Spiel am Sonntag zurückkehrt?

Wir hoffen, dass einige zurückkehren. Ob das bis Sonntag klappt, da müssen wir die kommenden Tage allerdings abwarten. Alle arbeiten mit Hochdruck daran. Dass wir den Ausfall eines Marco Reus nicht über längere Zeit kompensieren können, haben wir immer betont. Es wird auf jeden Fall eine knappe Geschichte.

Kommt Leverkusen zur falschen Zeit?

Das werde ich am Sonntagabend beantworten können. Wir spielen zu Hause, da haben wir in der Regel gegen Leverkusen immer gut ausgesehen. Aber wir wissen natürlich, dass da ein starker Gegner kommt. Sie kommen mit breiter Brust, Peter Bosz kennt das Stadion. Wir werden uns akribisch vorbereiten.

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