Fußball-Bundesliga

Der Jäger wird gejagt! BVB muss sich in Leipzig beweisen

Borussia Dortmund muss sich mit einer neuen Rolle zurechtfinden. Alle wollen den Herbstmeister besiegen. RB Leipzig macht heute Abend (18.30 Uhr) den Anfang.

Als "Mahner" mochte sich Michael Zorc am Donnerstag nicht verstanden wissen. Schließlich gab Borussia Dortmunds Kader in der Hinrunde keinen Anlass, an Einstellung und Berufsauffassung erinnern zu müssen. Nur ein Beleg war das 2:1 gegen Gladbach, mit dem der BVB nach der einzigen Bundesliga-Niederlage bislang in Düsseldorf die Reaktion zeigte, die aufkommende Debatten um die Nervenstärke dieser Mannschaft sofort im Keim erstickten.

"Wieder in den Wettkampfmodus schalten"

Zorcs Anmerkung, der Zeitpunkt sei nun gekommen, "wieder in den Wettkampfmodus zu schalten", war gleichwohl der Hinweis darauf, dass die Position der Borussia eine ganz andere ist als in den vergangenen Jahren. Dortmund ist Tabellenführer und möchte dies möglichst lange bleiben. Der einstige Jäger findet sich ab sofort in der Rolle des Gejagten wieder. Das bedeutet körperlichen und mentalen Stress im Wochenrhythmus. Und gleich die erste Aufgabe heute in Leipzig (18.30 Uhr, Red Bull Arena) dürfte zeigen, wie Borussia Dortmund damit zurechtkommt.

Dem uneingeschränkten Lob des Trainers für "ein sehr gutes Trainingslager" zum Trotz ist in den zwei Wochen Wintervorbereitung längst nicht alles nach Plan verlaufen. Da ist die Großbaustelle Abwehr, da war der Kapitän, der sechs Tage das Bett hüten musste und dabei vier Kilogramm verlor. Und da ist der Torjäger, der körperlich immer noch nicht auf dem Stand ist, auf den ihn sein Verein eigentlich bringen wollte. Am Donnerstag beim Training, da war alles so, wie es sein sollte: Paco Alcacer sprintete, er grätschte, er lachte mit seinen Mitspielern. Alcacer wirkte fit. Dennoch dürfte er am heutigen Samstag wieder die erste Einwechseloption von der Bank sein. Die Rolle, die er auch weitgehend in der Hinrunde spielte.

Alcacer hat noch immer Nachholbedarf

Nicht, dass dieses Modell nicht erfolgreich gewesen wäre. Der 25-Jährige hat zehn seiner zwölf Bundesliga-Tore aus der Jokerrolle heraus erzielt, er hat damit oft genug genau das geliefert, was man sich als Trainer von einem Einwechselspieler erhofft. Doch natürlich möchten der Spanier und sein Klub mehr.

Knapp fünf Monate nach seiner Verpflichtung hat Alcacer immer noch Nachholbedarf - Spätfolgen der zweijährigen Karriere-Phase, in der er beim FC Barcelona nur zu überschaubaren Einsatzminuten gekommen ist. Alcacer war die hohe Belastung schlichtweg nicht mehr gewohnt. Dass er sich kurz vor Weihnachten einen Muskelfaserriss zuzog, torpedierte die Pläne, ihn gezielt an höheres Pensum zu gewöhnen. Sportdirektor Zorc sieht es als Gemeinschaftsaufgabe an, "ihn in der Rückrunde stabiler zu bekommen, damit diese Muskelverletzungen ausbleiben".

Diallo springt direkt ins kalte Wasser

Angesichts der Hiobsbotschaften, die Favre in unschöner Regelmäßigkeit aus dem Abwehrzentrum erreichen, ist das aber fast noch ein Luxusproblem. Durch die Muskelverletzung von Ömer Toprak springt Abdou Diallo, auch gerade erst wieder beschwerdefrei, in Leipzig direkt ins kalte Wasser. Und sein Nebenmann wird in Julian Weigl ein defensiver Mittelfeldspieler sein. Herbstmeister Dortmund stellt sich mit einer Not-Innenverteidigung der hochgelobten Leipziger Offensive um den umworbenen Timo Werner entgegen.

Werner hat mit elf Treffern mehr als ein Drittel aller Leipziger Tore erzielt, was Favre zu der wenig gewagten Aussage verleitete, Werner sei nicht nur ein gefährlicher Stürmer. "Er ist sogar sehr gefährlich." Vielleicht kann Borussia Dortmunds besorgten Coach diese Statistik beruhigen: Gegen den BVB ist Werner von einer unerklärlichen Ladehemmung befallen. In acht Versuchen mit Stuttgart und Leipzig hat er gegen die Borussia nicht getroffen. Weigl und Diallo sollen dafür sorgen, dass das so bleibt.

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