Fußball-Regionalliga

Balerdi trifft erstmals: BVB II gewinnt nach durchwachsener Leistung gegen Herkenrath

Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge siegt Dortmunds U23 am Ende klar gegen den Tabellenletzten TV Herkenrath. Überzeugend allerdings spielt das von Alen Terzic trainierte Team dabei nicht.

Vor dem Bundesliga-Gipfel der Dortmunder Profi-Belegschaft bei Bayern München fanden sich 333 Zuschauer in der Roten Erde ein. Sie sahen einen letztlich deutlichen und verdienten 3:0 (0:0)-Erfolg der U23 des BVB gegen das Liga-Schlusslicht TV Herkenrath. Zuvorderst in der ersten Hälfte allerdings blieb Dortmund offensiv wie defensiv vieles schuldig.

Das Personal:

Im Vergleich zum montäglichen 0:2 bei der U21 des 1. FC Köln nahm Trainer Alen Terzic vier Umstellungen vor: Haymenn Bah-Traore, mit Knie-Problemen zuvor fraglich für den Spieltagskader, saß auf der Bank, ebenso wie Jano Baxmann und Dominik Wanner. Sergio Gomez, der aus dem Profi-Kader oftmals in der Regionalliga eingesetzte Spanier, fehlte diesmal völlig. Für diese vier BVB-Akteure rotierten Herbert Bockhorn, Kapitän Massimo Ornatelli, Denzeil Boadu und Gianluca Rizzo herein. Ebenfalls dabei: Leonardo Balderdi, der im Winter von den Boca Juniors für 15,5 Millionen Euro nach Dortmund wechselte. Wie in Köln wurde er zentral in letzter Verteidigungslinie aufgeboten.

Die Aufstellung:

Oelschlägel - Kilian (55. Bah-Traore), Konate, Balerdi, Schwermann - Ornatelli (64. Baxmann) - Bockhorn, Boadu, Duman, Boyamba (85. Wanner) - Rizzo

Die Tore:

1:0 (66., Eigentor): Ein Geschenk für den BVB. Völlig harmlos flog der Ball in Herkenraths Strafraum, im eigentlichen Gefahrenbereich hielt sich weit und breit kein Dortmunder auf. TVH-Rechtsverteidiger Begir Vatovci wollte die Situation vollends bereinigen und seinem Torhüter in die Arme köpfen. Andreas Kath jedoch, der Schlussmann, hatte sich weiter vor dem Tor positioniert als von ihm erwartet. Die versuchte Kopfball-Rückgabe von Vatovci flog in hohem Bogen über ihn hinweg zur Führung für die Borussia.

2:0 (71.): Das erste Pflichtspieltor von Leonardo Balerdi für den BVB. Der Argentinier erhöhte nach einem Eckball per Fuß - unhaltbar für Herkenraths Torwart Andreas Kath.

3:0 (77.): In der ersten Halbzeit war Herbert Bockhorn noch mit einem Distanzschuss gescheitert, sein zweiter Versuch saß: Halbrechts positioniert, nahm er Maß und traf per Flachschuss ins linke Eck.

Die Analyse:

In der ersten Halbzeit hatte Dortmunds U23 erhebliche Schwierigkeiten, zielbringende Lösungen im Spiel nach vorn zu finden. Der BVB, mit mehr Ballbesitz ausgestattet, bewegte sich zumeist in der Hälfte Herkenraths, fand allerdings keine größeren Lücken in der dichten 4-1-4-1-Anordnung des Tabellenletzten. Bis auf einen Linksschuss von Herbert Bockhorn, der es von außerhalb des Strafraums zu unplatziert versuchte (19.), und einen geblockten Schuss von Denzeil Boadu (35.) blieben die Borussen offensiv zu fragmentarisch. Terzics Forderung, eigene Angriffe "sauberer und zwingender zu Ende spielen", erfüllten seine Auserwählten erst in der zweiten Hälfte.

Die besseren Chancen hatte zunächst sogar der Gast, der sich überaus engagiert präsentierte. Herkenrath verteidigte konzentriert - und versuchte, mit zügig vorgetragenen Kontern zum Erfolg zu kommen. Schon nach drei Minuten hatte BVB-Torwart Eric Oelschlägel mit einem Schuss von Hajdar Shala Probleme. Was aber wohl eher dem ramponierten Rasen in der Roten Erde geschuldet war als der Güte des Torschusses. Deutlich gefährlicher war da schon der Kopfball vom ehemaligen BVB-II-Spieler Armin Pjetrovic, der an den rechten Pfosten dockte (29.).

Nach dem Seitenwechsel griff der BVB forscher an, wurde zielstrebiger. Taylan Dumans Rechtsschuss strich knapp am linken Pfosten vorbei (48.); Joseph Boyamba verpasste mit seinem Linksschuss die andere Torseite (53.); und Gianluca Rizzos Versuch, völlig frei am Elfmeterpunkt entsandt, wurde im letzten Moment noch weggegrätscht (57.). Als Herkenrath den BVB mit dem Führungstreffer zunächst beschenkte und Dortmund per Eigenleistung kurz darauf zum 2:0 erhöhte, war das Spiel gelaufen. Durchweg überzeugend spielten die Borussen keineswegs. Der erste Sieg nach zuvor zwei Niederlagen in Folge ging aber verdient.

Spieler des Spiels: Herbert Bockhorn. Diesmal rechts vorne im 4-1-4-1 respektive 4-3-3 aufgeboten, blieb der 24-Jährige zunächst ebenso wie seine Kollegen ohne die nötige Zielstrebigkeit. Mit seinem Tempo indes belebte Bockhorn das Spiel der Borussia in der zweiten Halbzeit - und traf letztlich zum 3:0-Endstand.

Kommentar von Trainer Alen Terzic: Es war sehr unbequem und schwierig, gegen Herkenrath zu spielen. Die Räume waren sehr eng. Und gegen diesen konterstarken Gegner wurde es dann auch mal gefährlich für uns. Wie das 1:0 entstanden ist, muss uns heute mal egal sein. Das hat einiges gelöst. In den letzten zwanzig, dreißig Minuten haben wir es dann besser durchkombiniert, wurden ingesamt besser.

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