Fußball-Regionalliga

Umkämpft, aber chancenarm: BVB II spielt 0:0 in Essen

Bei Rot-Weiss Essen spielt Dortmunds U23 vor 5500 Zuschauern Remis, obwohl sich das Team redlich bemüht und mehr Spielkontrolle besitzt. Aber es fehlt die offensive Durchschlagskraft.

Die 5500 Zuschauer an der Essener Hafenstraße sahen ein enges Regionalliga-Duell. Der BVB mühte sich redlich und besaß mehr Spielkontrolle. Am Ende aber mussten die Borussen noch einmal um das 0:0 bangen.

Das Personal: Kurzfristig musste Fußballlehrer Alen Terzic seine Startformation umbauen: Leonardo Balerdi, Innenverteidiger aus dem Profi-Aufgebot, war eigentlich zum dritten Mal in Folge für die U23 eingeplant. Dem Dortmunder Elite-Kader sollte er allerdings auf Abruf bereitstehen - und konnte deswegen nicht für die Regionalliga berücksichtigt werden.

Für den 20 Jahre alten Argentinier rückte Marco Rente in die erste BVB-II-Elf, ebenso wie Philipp Hanke, Haymenn Bah-Traore, Sergio Gomez und Jano Baxmann. Dafür rotierten Luca Kilian, Herbert Bockhorn (krank), Massimo Ornatelli (Muskelfaseriss) und Gianluca Rizzo heraus.

Die Aufstellung: Oelschlägel - Bah-Traore (89. Kilian), Konaté, Rente, Hanke - Schwermann, Boadu, Duman (80. Ametov) - Baxmann (63. Wanner), Gomez, Boyamba - Trainer: Terzic.

Die Analyse:

Für das Gastspiel bei Rot-Weiss Essen hatte Terzic seiner Mannschaft radikalste Flexibilität verordnet. Dortmunds Offensive bewegten sich äußerst variabel: Die Flanken besetzten zunächst Joseph Boyamba (links) und Jano Baxmann (rechts), blieben allerdings nicht starr auf dieser Position. Situativ wechselten sie die Seite - oder orientierten sich ins Angriffszentrum. Dort, wo sich Gomez eingeordnet hatte und von dem leicht dahinter aufgebotenen Taylan Duman mit gelegentlichen Vorstößen unterstützt wurde. Auf einen originären Stürmer wie ihn Rizzo verkörpert, verzichtete Trainer Terzic.

Viele Positionswechsel, flexibles Angriffsspiel

Diese vielen Positionswechsel und das flexible Angriffsspiel zeitigten dezente Erfolge. Zwar kombinierten die Dortmunder technisch fein. Die totale Dringlichkeit, gefährlich in den Essener Strafraum einzudringen, fehlte allerdings. Aus den BVB-Bemühungen resultierten vor der Pause drei Halbchancen: Nach einem Duman-Eckball köpfte Mory Konaté freistehend deutlich übers Essener Tor (14.). Eine Boyamba-Flanke verpasste erst Duman, dann wurde Gomez' Abschluss geblockt (26.). Und ein Distanzschuss von Hanke war deutlich zu unplatziert (36.).

Schienen die Essener zu Anfang mit dem schwarz-gelben Verwirrspiel beschäftigt, besserten sie sich gegen Ende der ersten Hälfte - und besaßen die vielversprechenderen Einschussmöglichkeiten: Erst lenkte Eric Oelschlägel einen Freistoß von Lukas Scepanik zur Ecke (38.). Dann wurde Benjamin Baier zentral vor dem Tor freigespielt. Sein Torschuss geriet nur ungefährlich, da Bah-Traore noch gerade rechtzeitig störend herbeigeeilt war (42.). Ohne diese unmittelbare Gegenwehr köpfte Scepanik kurz vor dem Seitenwechsel über das BVB-Tor (44.)

Nicht mehr so hektisch

Nach Wiederanpfiff verflachte das Spiel wieder, war nicht mehr so hektisch wie zuvor. Dortmunds U23 besaß nun erneut die Spielkontrolle und hielt RWE weitgehend vom eigenen Gefahrenbereich fern. Ausgenommen des Rechtsschusses von Duman, der nur unwesentlich zu hoch angesetzt das Essener Tornetz touchierte (53.), stürmte der BVB jedoch weiterhin nicht konsequent genug oder ließ die letzte Präzision vermissen.

So entwickelte sich ein umkämpftes, aber chancenarmes Duell zweier Mannschaften, die auch nach dieser sportlichen Auseinandersetzung mit 43 Zählern punktgleich im Tabellen-Mittelfeld verbleiben. Da nämlich Jonas Erwig-Drüppel in der 90. Minute an Oelschlägel scheiterte und Robin Urban den Nachschuss zu hoch ansetzte, blieb es beim 0:0.

Spieler des Spiels: Mory Konaté. Vom ehemaligen BVB-II-Trainer Jan Siewert als Sechser oder Innenverteidiger eingeplant, positioniert ihn Terzic zuvorderst im hintersten Zentralbereich. Mit Erfolg. Gegen RWE, in seinem 15. Liga-Einsatz für Dortmunds U23, verteidigte und agierte der 25-Jährige aufmerksam, souverän und technisch versiert.

Kommentar von BVB-II-Trainer Alen Terzic: "Diesen Punkt haben wir uns auf jeden Fall verdient. Es wäre sehr schade gewesen, wenn wir nach der letzten Aktion des Spiels als Verlierer vom Platz gegangen wären. Wir wussten, dass es hier auswärts nicht einfach wird, gerade für so eine junge Mannschaft. Trotzdem war es wichtig, mit viel Mut zu spielen. Leider hat uns am Ende wieder der letzte, vorletzte Pass oder der Abschluss gefehlt. Essen haben wir bis auf wenige Ausnahmen gut kontrollieren können."

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