2:0 gegen Wolfsburg

Paco Alcacer knallt den BVB zurück an die Tabellenspitze

Borussia Dortmund droht gegen Wolfsburg ein 0:0. Dann knallt Paco Alcacer den BVB mit zwei Toren in der Nachspielzeit an die Tabellenspitze, weil die Bayern in Freiburg nur 1:1 spielen.

BVB-Trainer Lucien Favre hatte wie üblich vor dem Gegner gewarnt und sah sich bestätigt. Der VfL Wolfsburg hielt von Beginn an mit physisch starkem Spiel und guter Ballsicherheit dagegen. In den ersten 30 Minuten agierten die Gäste auf Augenhöhe, die Borussen kamen nicht ins Rollen. Ohne Marco Reus, der bei seiner hoch schwangeren Lebensgefährtin Scarlett Gartmann weilte, fehlten Dynamik und Überraschungsmomente. Dortmunds Pressingansätze liefen gegen die gut gestaffelten Wölfe immer wieder ins Leere. Mehr als einen Distanzschuss von Torjäger Wout Weghorst, den Roman Bürki nach feiner Flugeinlage wegfaustete, brachte der VfL offensiv aber nicht zustande (28.).

Kaum ein Durchkommen für Dortmund

Doch auch der BVB fand kaum einmal den Weg zum gegnerischen Tor. Bei der besten Gelegenheit zielte Paco Alcacer nach Vorarbeit von Raphael Guerreiro und Mario Götze arg bedrängt knapp über den Querbalken (19.). Erst nach 30 Minuten bekam Favres Elf mehr Zug und Schärfe ins Spiel, bewahrte aber noch zu wenig Geduld. Wolfsburg verdichtete den Raum vor dem eigenen Sechzehner mit vielen Beinen, da gab es kaum ein Durchkommen. Dan-Axel Zagadou hatte nach Flanke von Guerreiro noch die nächstbeste Gelegenheit, der Franzose traf den Ball jedoch nur mit der Schulter (41.).

Ganze drei Torschüsse gelangen dem BVB bis zur Pause, so wenig wie selten. Trotz guter Zweikampfwerte (58 Prozent gewonnene Duelle) und einem Übergewicht beim Ballbesitz (57 Prozent Spielanteile) blieb vieles halbgar. Auch der Schachzug, Guerreiro über rechts und Jadon Sancho über links anlaufen zu lassen, verpuffte zumindest beim Engländer komplett. Der kurzfristige Blutrausch, als nach fünf Minuten das 1:0 des SC Freiburg gegen den FC Bayern im Parallelspiel auf der Anzeigetafel eingeblendet wurde, relativierte sich durch das zähe eigene Spiel und den baldigen Ausgleich der Münchner im Breisgau.

Wolfsburg nimmt immer wieder das Tempo raus

Auch in Durchgang zwei benötigte der BVB viel Aufwand, um aus Geduld und Kontrolle dann auch Schwung und Chancen herauszuarbeiten. Borussia blieb zu bedächtig und verhalten mit der Sorge im Hinterkopf, mal wieder in Rückstand zu geraten. Sanchos Volleyschuss nach kluger Verlagerung von Thomas Delaney, den Koen Casteels mit beiden Fäusten parierte, hätte eine Initialzündung werden können (62.). Doch Wolfsburg gelang es immer wieder, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen.

Doppeltes Verletzungspech erschwerte die Bedingungen: Nach 50 Minuten musste Abdou Diallo verletzt vom Platz, und auch für seinen Ersatz Achraf Hakimi ging es nach 75 Minuten nicht weiter. Favre brachte Jacob Bruun Larsen und stellte Guerreiro nach hinten links. Zehn Minuten vor Schluss die letzte Option: Mit Mahmoud Dahoud für den blasser werdenden Mario Götze zog Favre den letzten Joker in der Hoffnung, mit dem U21-Nationalspieler mehr Kreativität ins Spiel zu bringen.

Das Stadion liegt sich in den Armen

Unter den lautstarken Fans wuchs die Zahl der Fingernägelkauer, die Verzweiflung wuchs, wie die Sekunden hinunterrannen. Von der ligaweit gefürchteten Dortmunder Schlussoffensive war nichts zu sehen. Bis zur 90. Minute. Freistoß zentral vor dem Sechzehner. Alcacer knallt den Ball wild rein. Das Stadion liegt sich in den Armen. Der BVB ist wieder die Nummer eins in der Bundesliga! Noch ein Konter. Sancho hebt den Kopf hoch, Alcacer staubt ab. Was für ein Finale! Das Stadion tobt. Die Durchsage nach Schlusspfiff: Freiburg 1, Bayern 1. Und alle singen "Deutscher Meister wird nur der BVB!"

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