Geschmackloses Plakat

BVB-Bosse kritisieren die eigenen Fans - Entschuldigung bei TSG-Mäzen Hopp

Dortmund und Hoffenheim - das ist auf Fan-Ebene eine schwierige Beziehung, vor allem wegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp. Dessen Anzeige gegen 33 BVB-Fans bleibt am Samstag nicht folgenlos.

Die immer gleichen Beleidigungen gegen den 78-jährigen Unternehmer wabern seit Jahren durch die Stadien der Bundesliga. So auch am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena. Dieses Mal aber mit explosiver Vorgeschichte: Mitte der Woche war bekannt geworden, dass die Polizei Waibstadt wegen mutmaßlicher Beleidigung ein Ermittlungsverfahren gegen 33 BVB-Fans eröffnet hat - das schloss ein Haus- und Betretungsverbot rund um die Partie am Samstag mit ein.

Wiederholung einer Geschmacklosigkeit

Man habe, sagte Sebastian Kehl im Anschluss an das 1:1, natürlich das Gespräch mit den Fangruppen gesucht. "Es war aber davon auszugehen, dass es heute unruhig wird." Dortmunds Leiter der Lizenzspielerabteilung meinte ein zehn mal zehn Meter großes Banner, welches das Konterfei Hopps hinter einem Fadenkreuz zeigte. Eine Geschmacklosigkeit, die es schon einmal im Jahr 2008 gegeben hatte.

Hinzu kamen zwei Spruchbänder weit unter der Gürtellinie. "Persönliche Beleidigungen in dieser Form gehören sich nicht", erklärte Kehl. "Wenn die Fans uns unterstützen, und darauf sind wir sehr stolz, kann man diesen Bereich ausklammern und etwas differenzierter betrachten." Beleidigungen jedweder Art, ergänzte Kehl, "gehören nicht zur Kultur von Borussia Dortmund."

Watzke will Verhalten nicht tolerieren

Ebenso deutlich wurde Hans-Joachim Watzke in einer kurz nach dem Spiel veröffentlichten Stellungnahme. "Ich möchte im Namen von Borussia Dortmund Dietmar Hopp um Entschuldigung bitten. Das ist nicht zu akzeptieren! Ich werde mich in der kommenden Woche auch noch persönlich an Dietmar Hopp wenden und diese Entschuldigung vorbringen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung. "So ein Verhalten entspricht in keinster Weise den Werten von Borussia Dortmund."

Ähnlich äußerte sich Sportdirektor Michael Zorc: "Es ist schwierig, damit umzugehen, am besten natürlich im Dialog. Aber für das, was wir da gesehen haben, gibt es keine Entschuldigung. Da müssen wir uns als Klub entschuldigen."

Nagelsmann ist nicht überrascht

Auch für Julian Nagelsmann kam das Verhalten der Dortmunder Anhänger nicht überraschend: "Ich weiß nicht, warum es so knapp vor dem Spiel öffentlich wurde." Hoffenheims Coach richtete während der Pressekonferenz auch einen emotionalen Appell an die Zuschauer: "Ich wünsche mir, dass die Fans die eigene Mannschaft unterstützen. Man liest ja extrem viel davon, dass sich der Fußball von den Fans wegbewegt - vielleicht sollten sich alle Richtung Fußball bewegen."

Zu den Schmähgesängen gesellte sich auch noch Vandalismus. Die TSG berichtete nach der Partie von etlichen zerstörten Toiletten im Bereich der Gäste-Tribüne.

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