Patrick Gundlach und Tina Meidenstein.
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Patrick Gundlach und Tina Meidenstein.

Gewalt im Fußball

Fan-Projekt setzt auf sozialpädagogische Arbeit

DORTMUND - Stadionverbote, Spielabsagen, kein Alkohol: Um die Gewalt im deutschen Fußball einzudämmen, gibt es aus der Politik drastische Vorschläge. Das Fan-Projekt Dortmund wählt seit 25 Jahren einen anderen Ansatz.

„Wir arbeiten zusammen mit der Stadt, dem BVB und der Polizei und setzen dabei auf sozialpädagogische Ansätze“, sagt Thilo Danielsmeyer vom Fan-Projekt, der sich seit Saisonbeginn über eine neue Kollegin freuen darf. Tina Meidenstein, 24 Jahre, Erziehungswissenschaftlerin.

Strenge Regeln

Die junge Frau, die über sich selbst sagt, dass sie aus der Fan-Szene kommt, kümmert sich vor allem um die jungen BVB-Anhänger (12 bis 16 Jahre). „Diese Gruppe ist sehr wichtig. Wir müssen die Fans rechtzeitig abholen“, sagt Danielsmeyer.

Meidenstein organisiert Auswärtsfahrten, plant Fußball-Turniere und hält auch unter der Woche Kontakt zu den Jugendlichen. Akzeptanz-Probleme habe sie bisher nicht gehabt. „Im Gegenteil, die Jugendlichen sind meist dankbar, dass sie betreut und günstig zu den Auswärtsspielen des BVB kommen“, erklärt Meidenstein, die einen lockeren Umgang mit den Fans pflegt, aber auch Regeln konsequent durchsetzt.

"Wir müssen gegensteuern"

„Nikotin und Alkohol sind tabu, wer sich daran nicht hält, der fährt beim nächsten Mal nicht mehr mit“, sagt die Erziehungswissenschaftlerin, die zunächst für ein Jahr beim Fan-Projekt arbeitet. Finanziert wird die halbe Stelle von BVB-Champions-Partner Sparda Bank West.

Patrick Gundlach, Vertriebsleiter Dortmund: „Szenen wie beim Pokalspiel gegen Dresden wollen wir alle nicht. Ich war damals selbst vor Ort und habe gesehen, wie 20 Idioten auf einen Ordner eintraten. Unfassbar. Wir müssen gegensteuern. Wir wollen nicht nur den Verein fördern, sondern auch die Fan-Basis. Deshalb unterstützen wir das Fan-Projekt.“

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