+
Hans-Joachim Watzke (l.) und Michael Zorc stehen beim BVB vermehrt in der Kritik.

Kopfschütteln statt Zufriedenheit

BVB-Fans schäumen vor Wut: Kritik an Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc wächst

Der BVB steckt in einer Krise. Einige Fans von Borussia Dortmund machen dafür neben Lucien Favre auch Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc verantwortlich.

  • Beim BVB steht Lucien Favre (62) möglicherweise vor dem Aus.
  • Dennoch machen viele Fans den 62-Jährigen nicht als Alleinschuldigen aus. 
  • Sie äußern teilweise massive Kritik an Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc.

Dortmund - Thomas Tuchel (46), Peter Bosz (56) und Peter Stöger (53). Nachdem die Ära Jürgen Klopp beim BVB im Sommer 2015 endete, haben die Westfalen einen hohen Trainer-Verschleiß. 

Auch Lucien Favre steht bei Borussia Dortmund möglicherweise schon wieder vor dem Aus. Einige Fans in den sozialen Medien sehen die Verantwortung hierfür jedoch nicht ausschließlich beim Schweizer, sondern auch bei Hans-Joachim Watzke (60) und Michael Zorc (57), wie RUHR24.de* berichtet.

Borussia Dortmund: Fans nehmen Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc vom BVB in die Verantwortung

Schließlich schaffte es Hans-Joachim Watzke seit dem Abgang von Jürgen Klopp nicht, einen passenden Trainer für den BVB zu verpflichten. Zudem scheint derzeit völlig unklar, für welche Spielweise der deutsche Vizemeister aktuell überhaupt stehen möchte. 

Twitter-User „Florian S.“ findet daher: „Wie will man Erfolg haben, wenn die Identität von Vereinsführung und Trainer so dermaßen auseinanderklaffen? Man hat das Gefühl, man möchte in einer Parallelwelt Erfolg erzwingen ohne gemeinsamen Plan!“

Borussia Dortmund: Der BVB gab offen zu, Deutscher Meister werden zu wollen

Im Sommer 2019 ging Borussia Dortmund mit der klaren Zielsetzung Deutscher Meister (berichtet RUHR24.de*) werden zu wollen in die neue Saison. Nach zwölf Spieltagen läuft der BVB seinen eigenen Ansprüchen jedoch meilenweit hinterher. Allen Widerständen zum Trotz stellt sich Hans-Joachim Watzke weiterhin demonstrativ hinter den BVB-Trainer. 

Lucien Favre hat unser volles Vertrauen. Es stand überhaupt nicht zur Diskussion, uns aktuell vom Trainer zu trennen“, verkündete der 60-Jährige am Montag (25. November) auf der Aktionärsversammlung. Für diese Aussage erntete der Geschäftsführer Kopfschütteln bei einigen Fans von Borussia Dortmund.

Twitter-User „Rainer L.“ findet: "Die Äußerungen von Herrn Watzke lassen einen BVB-Fan nur noch kopfschüttelnd zurück". Auch von „Borussia0977“ erhält der Geschäftsführer von Borussia Dortmund Unverständnis für seine Aussage: „Oh wie peinlich. Wird immer lustiger.“

Dennoch stellte der 60-Jährige bereits am Sonntag (24. November) unmissverständlich klar, dass Lucien Favre Ergebnisse liefern muss, falls er seinen Trainerposten bei Borussia Dortmund (berichtet RUHR24.de*) behalten möchte: „Lucien, du hast weiterhin unser Vertrauen. Aber es ist auch eines klar: Am Ende ist Fußball auch immer über Ergebnisse definiert. Wir wünschen, dass es dir gelingt, eine Wende zum Positiven herbeizuführen. Dafür hast du alle Unterstützung, die wir dir geben können“, lautete die Botschaft des 60-Jährigen an den Trainer des BVB

BVB-Fans schäumen vor Wut: „Was muss noch passieren, damit Lucien Favre entlassen wird?“

Auch diese Aussage stieß bei einigen Fans von Borussia Dortmund ganz und gar nicht auf Zustimmung: „Was muss noch passieren, damit Favre entlassen wird?“, fragt sich beispielsweise "NiklasBVB“ auf Twitter. 

Etwas deutlicher wird „Marcus M.“: „Beim BVB wird, wie immer in den letzten Jahren, viel zu spät gehandelt. Spieler haben überhaupt keine Konsequenzen zu befürchten. So lächerlich.“

Für Teile der Fans ist es unverständlich, warum Lucien Favre weiterhin das Vertrauen der Dortmunder Vereinsführung genießt. Schließlich steht der BVB nach zwölf Spieltagen ebenso schlecht da, wie in der Saison 2017/18, als Peter Bosz die Geschicke bei Borussia Dortmund lenkte. 

20 Punkte holten die beiden Übungsleiter jeweils nach einem Drittel der Saison. Den 62-jährigen Schweizer jedoch als Alleinschuldigen für die sportliche Misere des Vizemeisters verantwortlich zu machen, greift deutlich zu kurz. 

Borussia Dortmund: Transferpolitik des BVB wirft Fragen auf 

Derzeit scheint es so, als wären die Westfalen auf der Suche nach ihrer sportlichen Identität. Für welche Art Fußball möchte der BVB eigentlich stehen? Das ist eine grundlegende Frage, die sich unter anderem die Fans von Borussia Dortmund derzeit stellen. 

Deutlich wird dies nicht zuletzt bei der Trainerauswahl in den vergangenen Jahren. Schließlich wussten die Verantwortlichen in Dortmund genau, welchen Typ sie mit Lucien Favre ins Ruhrgebiet holten. Stattdessen trauert man dem Abgang von Jürgen Klopp noch immer hinterher.

Mindestens genauso deutlich wird die sportliche Irrfahrt, wenn man die Zu- und Abgänge der vergangenen Jahre betrachtet. Ein nicht unerheblicher Teil der verpflichteten Spieler spielt mittlerweile nicht mehr bei Borussia Dortmund oder hat schlichtweg keine Perspektive mehr im Kader des deutschen Vizemeisters (gilt für die verliehenen Profis):

  • Andrey Yarmolenko (30, verkauft an West Ham United),
  • Maximilian Philipp (25, verkauft an Dinamo Moskau),
  • Jeremy Toljan (25, verliehen an US Sassuolo),
  • Marius Wolf (24, verliehen an Hertha BSC),
  • Gonzalo Castro (32, verkauft an den VfB Stuttgart),
  • Ömer Toprak (30, verliehen an Werder Bremen),
  • André Schürrle (29, verliehen an Spartak Moskau)

BVB-Fans fragen sich: „Passen die Transfers überhaupt zu Lucien Favre?“

Auch in dieser Saison investierte der BVB etwa 130 Millionen Euro in die Verstärkung des Kaders. Eine merkliche Qualitätssteigerung im Vergleich zur vergangenen Saison kann man auf dem Platz allerdings nur mit viel Fantasie feststellen.

Video: Hans-Joachim Watzke setzt Lucien Favre unter Druck

Dies legt laut BVB-Fan „Florian S.“ die Vermutung nahe, dass die getätigten Transfers gar nicht zur präferierten Spielweise von Lucien Favre passen: „Neben berechtigter Kritik an Favre und auch an den Spielern rücken für mich mal wieder Michael Zorc und auch Hans-Joachim Watzke in den Fokus der Kritik! Wenn man die Spielweise und die Zusammensetzung des Kaders sieht, muss man sich schon fragen, welche Kommunikation stattfindet."

So verzichtete Borussia Dortmund beispielsweise im Sommer auf die Verpflichtung eines zweiten Stürmers. Zumindest in diesem Punkt stellte Hans-Joachim Watzke auf der Mitgliederversammlung Abhilfe in Aussicht: „Wir hätten eine zweite Nummer Neun verpflichten sollen. Das haben wir falsch analysiert – aber mehr als das einzugestehen können wir nicht machen.“

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Rund 5.000 Kinder und ihre (Groß-)Eltern folgen dem Nikolaus beim Zug durch Oer-Erkenschwick
Rund 5.000 Kinder und ihre (Groß-)Eltern folgen dem Nikolaus beim Zug durch Oer-Erkenschwick
Entscheidung um Alexander Nübel naht: Das ist Schalkes Millionen-Plan
Entscheidung um Alexander Nübel naht: Das ist Schalkes Millionen-Plan
Bald droht auf Schalke das nächste Torwart-Chaos: Was passiert, wenn Fährmann zurückkommt?
Bald droht auf Schalke das nächste Torwart-Chaos: Was passiert, wenn Fährmann zurückkommt?
EC-Karten-Dieb festgenommen - 41-Jähriger durch Zeugenhinweise enttarnt
EC-Karten-Dieb festgenommen - 41-Jähriger durch Zeugenhinweise enttarnt
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis
Bundesparteitag: Kevin Kühnert zum neuen SPD-Vize gewählt - Heil mit schlechtestem Ergebnis

Kommentare