BVB-Kapitän Mats Hummels (l.) gewinnt das Luftduell gegen Eduardo Vargas.
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BVB-Kapitän Mats Hummels (l.) gewinnt das Luftduell gegen Eduardo Vargas.

1:1 in Hoffenheim

BVB muss sich mit einem Punkt zufriedengeben

SINSHEIM - Im sechsten Liga-Spiel der neuen Saison hat es für Borussia Dortmund am Mittwochabend erstmals nicht zu einem Dreier: Bei der TSG 1899 Hoffenheim ertrotzte sich der BVB nach einer spielerisch dürftigen Darbietung ein 1:1 (0:1).

Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem siebten Saisontreffer (55.) egalisierte dabei die Führung der Gastgeber durch Kapitän Sebastian Rudy kurz vor dem Pausenpfiff (43.). Es war ein gerechter Ausgang nach einer Partie, die der Borussia physisch alles abverlangte.

Rudy hat kürzlich erzählt, wie er sich mit Teamkollege Andreas Beck an einem trainingsfreien Nachmittag einmal einen Kinosaal gemietet hat, um an der riesigen Leinwand die Fußball-Simulation FIFA 2015 zu zocken. Er hat auch zugegeben, dass er sich selbst und sein Team, die TSG Hoffenheim, dabei nie auswählt.

Borussia Dortmunds Marcel Schmelzer könnte sich in der 43. Minute der BVB-Partie bei der TSG 1899 gefragt haben, warum eigentlich. Denn da zog Rudy in höchster Geschwindigkeit an ihm vorbei, sein Schuss aus spitzem Winkel ging vorbei an Roman Bürki, und vom Innenpfosten aus prallte er ins Tor. Das war das 1:0 für die Heimmannschaft in einer Partie, die der BVB in den ersten 45 Minuten total verschlief.

Fast 100 Millionen Euro auf der Bank

Vielleicht wird sich Thomas Tuchel auf der Bank gefragt haben, ob es klug war, ausgerechnet jetzt zwei seiner kreativsten Spieler der vergangenen Wochen eine Schonung zu verpassen. Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan nämlich schraubten den Marktwert der BVB-Bank auf circa 95 Millionen Euro - und hinterließen auf dem Feld unübersehbar einen Mangel an Spielkultur. Obwohl Tuchel Marco Reus brachte und in der Zentrale auch Shinji Kagawa spielte, war es ein ganz anderer Fußball, den der BVB spielte.

Es gab bis zur Pause viele Belege dafür, dass ein Erfolg in Sinsheim nur über harte Arbeit möglich sein würde. Spielerisch lief wenig bis gar nichts zusammen, und die erwartete Aggressivität um jeden Meter Boden brachten der TSG etliche gewonnene Zweikämpfe - Dortmund musste dies durch läuferische Mehrarbeit ausgleichen.

Ihre größte Chance hatten die Gäste bis zum Pausenpfiff durch Pierre-Emerick Aubameyang, der eine Flanke von Schmelzer aber nicht richtig traf (43.). Gonzalo Castro in seinem ersten Liga-Spiel von Beginn an, hatte den öffnenden Pass nach außen gespielt. Mit einigen klugen Pässen machte er auf sich aufmerksam, die prägende Figur aber war er verständlicherweise noch nicht.

Mkhitaryan ersetzt Hofmann

Tuchel reagierte mit der logischen Hereinnahme von Mkhitaryan, der Hofmann ersetzte. Doch zunächst brannte es hinten, als Julian Weigl nach einem eigenen Fehlpass in höchster Not retten musste (48.). Zentimeter fehlten dann zum 0:2, als Vargas nach einem katastrophalen Rückpass von Matthias Ginter den Ball erlief und aus der Drehung über Bürki hinweg an den Pfosten schlenzte (50.).

Für den schwachen Reus war danach Schluss, Tuchel brachte auch noch Ilkay Gündogan. Der war kaum auf dem Platz, als aus dem Nichts das 1:1 fiel: Lupfer-Pass von Hummels, Castro mit der Brust-Ablage auf Aubameyang (55.).

Sofort war mehr Struktur im Spiel der Schwarzgelben. Und die Chancen kamen: Mkhitaryan und Kagawa scheiterten binnen 20 Sekunden mit Schüssen (66.), nach tollem Pass von Mkhitaryan scheiterte auch Castro (71.). Dortmund wollte den Sieg, doch Bürki auf der anderen Seite musste nach Pass von Volland auf Vargas aufpassen (72.). Dann allerdings sprang er an einer Freistoßflanke vorbei - Bicakcic köpfte freistehend neben das Tor (78.).

Gündogans Sololauf (81.) konnte das entscheidende Tor nicht erzwingen, auch der eingewechselte Ramos verpasste noch (87.) - die Borussia hatte nach einer durchwachsenen Leistung aber auch nicht mehr verdient als das Remis.

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