Israelische Borussen

Für vier israelische Kinder aus ärmlichen Verhältnissen erfüllt sich ein großer BVB-Traum

Einmal in der Gelben Wand stehen und ein Spiel vom BVB sehen. Diesen Traum erfüllt der Fanklub Israelische Borussen vier Kindern aus Israel. Doch die Reise nach Dortmund drohte zu platzen.

Für vier junge BVB-Fans aus Israel geht ein großer Traum in Erfüllung. Die Kinder dürfen vom 29. März bis zum 1. April nach Dortmund reisen und das BVB-Spiel gegen Wolfsburg live im Stadion sehen. Dank Adam Lahav und seinen Freunden vom BVB-Fanklub. "Wir haben mittlerweile schon 50 Mitglieder und das nach drei Jahren. Damit hätten wir niemals gerechnet", erzählt Lahav. "Dadurch haben wir auch sehr viele Mitgliedsbeiträge gesammelt und überlegt, wie wir das Geld am besten investieren können."

Nachdem mithilfe des Geldes zunächst Veranstaltungen, Schals, Flaggen und Aufkleber finanziert wurden, überlegte sich der Fanklub für das restliche Geld eine ganz besondere Aktion. "Wir wollten das Geld gerne zurück in unsere Gemeinschaft geben", sagt Lahav. "So kam die Idee auf, Kindern eine Reise nach Dortmund zu ermöglichen."

Die Kinder erwartet ein volles Programm

Am Freitag (29.3.) landen die Kinder in Deutschland, am Samstag geht es gemeinsam ins Stadion zum BVB-Spiel gegen Wolfsburg. "Dafür hat uns der BVB sieben Karten gesichert. Die Kinder werden auf der Süd stehen und mit unserem Fanklub das Spiel schauen", erzählt Lahav. Vor oder nach dem Spiel soll es zudem noch eine Tour durch die Dortmunder Innenstadt geben. "Dabei wollen wir die Geschichte der Juden in Dortmund kennenlernen und uns Denkmäler anschauen."

Den Kindern soll gezeigt werden, dass durch den Fußball ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Ein Kind ist Jude, einer Christ und zwei sind Moslems. Die Kinder machen noch gemeinsam eine Stadiontour und besuchen das Deutsche Fußballmuseum.

Zusätzlich hat sich der Fanklub noch zwei ganz besondere Aktionen überlegt: "Die Kinder werden ein BVB-Training besuchen und das U19-Spiel am Sonntag verfolgen", sagt Lahav. Lediglich die Idee, dass die Kinder gemeinsam mit den Spielern als Einlaufkinder auf das Spielfeld gehen, konnte leider nicht realisiert werden: "Weil zwei von den Kindern mit 15 Jahren schon zu alt sind."

Am 1. April heißt es schließlich Abschied nehmen von der schwarzgelben Stadt "dann müssen die Kinder auch wieder zur Schule."

Die Kinder kommen alle aus finanziell schwachen Familien

Jedes der vier ausgewählten Kinder nimmt in der Heimat an einem Projekt teil, dass sie durch Fußball fördert und sich darum kümmert, dass sie in der Schule besser werden. "Uns waren bei der Auswahl der vier Kinder mehrere Aspekte wichtig", sagt Lahav. Das erste und wichtigste Kriterium: "Dass die Kinder aus finanziell schwachen Familien kommen. Keines der Kinder könnte sich eine solche Reise jemals leisten." Zudem sind alle Kinder fußballbegeistert und blühende BVB-Fans. Somit erfüllt sich mit dem Stadion-Besuch in Dortmund für alle ein großer Traum.

Spendengelder für eine schöne Zeit in Dortmund

Um den Kindern in Dortmund eine schöne Zeit zu ermöglichen, hat der Fanklub bei Facebook zusätzliche Spenden gesammelt. Mit Erfolg. "Wir haben schon alles gesammelt, was wir sammeln wollten: 1400 Euro", sagt Lahav stolz. Mit diesem Geld werden die Tickets für das Spiel gegen Wolfsburg, der Eintritt für die Stadiontour in Dortmund, das Essen, der Transport, und die Tour durch das Deutsche Fußballmuseum bezahlt.

"Außerdem wollen wir jedem Kind etwas Taschengeld für den Fanshop geben, damit sie sich noch eine kleine Erinnerung kaufen können", sagt Lahav. Dankbar fügt er hinzu: "Der BVB finanziert die Unterkunft."

Die gesamte Reise nach Dortmund drohte zu scheitern

Vor etlichen Wochen hat der Fanklub angefangen, die Reise zu planen. Das besondere Highlight, das am Ende keines wurde: "Die Fluglinie Germania hat uns direkt zugestimmt, drei Tickets zu spendieren", erzählt Lahav. So hätte der Fanklub nur das Ticket für ein Kind und einen Begleiter zahlen müssen. Die Betonung liegt auf HÄTTE. Denn plötzlich drohte die gesamte Reise zu scheitern.

Germania ist insolvent, die gebuchten Flüge des Fanklubs verfallen. "Ich persönlich war natürlich erstmal entsetzt, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich das schon geahnt habe", berichtet Lahav. Auch er selbst ist von der Insolvenz betroffen: "Eigentlich wollte ich mit meiner Freundin zusammen nach Israel fliegen." Die Tickets verfallen jetzt auch. "Das ist sehr ärgerlich, aber da kann man nichts machen."

Die Reise der Kinder nach Dortmund konnte Lahav retten: "Ich habe direkt reagiert und auf die Geldreserven des Fanklubs zurückgegriffen. Wir hatten den Kindern ja schon eine Bestätigung geschickt. Es wäre doch schrecklich gewesen, den Kindern wieder absagen zu müssen."

Das Projekt zur Tradition machen und neue starten

Um auch im nächsten Jahr solche Projekte finanzieren zu können, bittet der Fanklub Israelische Borussen weiterhin um Spenden. "Wir wollen das Projekt gerne zur Tradition machen und wenn möglich, nächstes Jahr noch ein neues Projekt starten", listet Lahav die Pläne auf. Bei dem zweiten Projekt soll kranken Kinder eine Reise nach Dortmund ermöglicht werden. "Umso mehr Geld zusammen kommt, desto mehr Kinder können wir mitnehmen", betont Lahav.

Wer den Fanklub und die Aktionen mit einer Spende unterstützen möchte, findet hier alle Informationen.

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